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Interview Matt LeBlanc : „Ich mache Witze auf Beerdigungen“

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Jugendlich wie eh und je: Matt LeBlanc wurde 1994 durch die Fernsehserie „Friends“ bekannt. Bild: The NewYorkTimes/Redux/laif

Als Joey in „Friends“ war Matt LeBlanc unser liebster Kindskopf. Jetzt spielt er, was er im wahren Leben auch ist: einen Teenager-Vater. Ein Gespräch übers Altern, Glück und Verbrennungsmotoren.

          Matt LeBlanc ist in die Jahre gekommen. Das Haar ist graumeliert, der Leib ein bisschen fülliger, der Habitus entspannter – mit fünfzig, sagt Amerikas vielleicht liebster Comedystar, lässt man die Dinge halt ein bisschen entspannter angehen. Und ziemlich entspannt ist auch das Gespräch, das wir im edlen Beverly Hilton in Los Angeles führen – über die schwierige Erziehung von Teenagern, über schlechte Showideen, die guten alten Zeiten und die Unbill des Älterwerdens.

          Mr. LeBlanc, die drängendste Frage zuerst: Wird es wirklich kein Wiedersehen mit den „Friends“ geben, wie Sie vor ein paar Monaten bekräftigten?

          Nein, ich glaube nicht, dass das passieren wird. Diese Serie drehte sich ja um einen bestimmten Zeitabschnitt im Leben, nach der Uni und bevor man sich im Leben so richtig einrichtet – wenn die Freunde zur Familie werden. Wenn man das irgendwann hinter sich hat, sind diese Beziehungen natürlich nicht mehr dieselben. Vermutlich würden diese Figuren heute nicht mehr so viel zusammen rumhängen. Joey ist nach Kalifornien gegangen, Monica und Chandler sind aus der Stadt weggezogen, Ross und Rachel haben ein Baby bekommen, Phoebe hat Mike geheiratet, und jeder ging seinen eigenen Weg. Außerdem: Inzwischen sind die doch alle so alt. Wer will schon Joey zu seiner Darmspiegelung begleiten? (Lacht.)

          Sie sind im vergangenen Jahr fünfzig geworden. Ein neuer Lebensabschnitt oder ein Geburtstag wie jeder andere?

          Ich habe immer gedacht, wenn man die Fünfzig erreicht, sollte man die Dinge langsamer angehen, sich darauf einrichten, alt zu werden. Und auf einmal bin ich beschäftigter als je zuvor. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das so toll finde. Ich dachte, es wird einfach nur ein weiterer Geburtstag, so wie vierzig. Aber fünfzig – ein halbes Jahrhundert! Das ist schon ein Einschnitt. Wenn man zum Beispiel einen Kater hat: Mit fünfzig braucht man ein paar Tage, um sich davon zu erholen! Man verkraftet das nicht einfach mehr in ein paar Stunden. Allerdings muss ich sagen: Ich bin gesund, ich habe ein gutes Leben, bin erfolgreich – es könnte weit schlimmer sein, als fünfzig zu werden.

          Sie haben im Anschluss an „Friends“ Flops wie „Joey“ verkraftet und Erfolge wie „Episodes“ verzeichnet. Was macht eigentlich eine gute Comedy aus?

          Gute Comedy beginnt mit den Autoren. Sind Sie schon mal auf einer Party gewesen, wo Ihnen einer eine tolle Idee für eine Geschichte unterbreiten will, die aber im Grunde eine ziemlich ätzende Story ist? Eigentlich möchte man bloß sagen: Hör mal zu, vermutlich hast du einen ganzen Sack voller Geschichten, aber diese hier, die solltest du rausnehmen und wegschmeißen. Die würde ich an deiner Stelle nie wieder erzählen.

          Haben Sie so etwas schon mal zu jemandem gesagt?

          Könnte sein, ja (lacht). Aber ehrlich gesagt habe ich mich nach „Episodes“ nach einer Studio-Comedy zurückgesehnt. Denn man testet einen Witz ja am besten, indem man vor einem Publikum auftritt. Wenn keiner lacht, könnte es sein, dass es einfach nicht witzig ist.

          Wann haben Sie entdeckt, dass Sie komisch sind?

          Ich habe eigentlich schon immer... na ja, vielleicht nicht unbedingt gewusst, dass ich komisch bin, aber ich habe immer schon gern gelacht. Ich bin der Erste, der bei einer Beerdigung einen Witz macht. Ich mag es nicht, wenn die Dinge zu schwer oder dramatisch werden. Ich möchte lieber eine leichtere Atmosphäre schaffen. So vieles im Leben ist schwer und dunkel, und Gelächter ist heilend. Lachen ist gut für die Seele.

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