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Interview mit Margot Robbie : „Animalische Instinkte sind nicht zu verachten“

  • -Aktualisiert am

Margot Robbie im April in Los Angeles – vom 28. Juli an ist sie als Jane in dem Film „Legend of Tarzan“ im Kino zu sehen. Bild: EMILY BERL/The New York Times/Re

Was haben eine psychotische Comicbuch-Schurkin, die gierige Ehefrau eines Betrügers und Tarzans Jane gemeinsam? All diesen Rollen hat die australische Schauspielerin Margot Robbie bereits Leben eingehaucht. Ein Interview.

          Margot Robbie ist die heißeste Blondine aller Zeiten. So lautete 2013 zumindest ihre Rollenbeschreibung als Leonardo DiCaprios berechnende Ehefrau in Martin Scorseses Satire „The Wolf of Wall Street“. Seitdem erlebt die 26 Jahre alte Australierin, was man in Hollywood einen „moment“ nennt. „Vogue“-Cover, „Vanity Fair“-Cover und Hauptrollen in zwei der am lautesten beworbenen Blockbuster dieses Sommers: In „Legend of Tarzan“ bringt sie als toughe Jane Primaten zur Räson, in der Comic-Verfilmung „Suicide Squad“ als Harley Quinn Batmans Joker um den Verstand.

          Dafür, dass die amerikanische Presse sie als Sexsymbol zwischen Jane Mansfield und Audrey Hepburn porträtierte, wirkt Margot Robbie ausgesprochen unaufgeregt bei unserer Begegnung in einem Beverly-Hills-Luxushotel: verwuscheltes, surferblondes Haar, ungeschminkt bis auf ein bisschen Wimperntusche, rostbraune Schlaghosen, Modell man repeller, gerippter, messingfarbener Pullover, der kratzig aussieht, dazu echsenlederne, braune Stiefel mit grobem Blockabsatz. So zieht sich keine Frau an, die es auf eine Karriere als Sexsymbol angelegt hat. Natürlich sieht sie trotzdem, wie zum Hohn, umwerfend aus.

          Sie sind buchstäblich mit einem Knall in Hollywood gelandet. Beim Vorsprechen zu Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“ ohrfeigten Sie Leonardo DiCaprio, statt ihn drehbuchgerecht zu küssen. War das der Wendepunkt in Ihrem Leben?

          Auf jeden Fall. Hätte ich Leo damals nicht eine geknallt, wäre ich unter den hundert anderen Blondinen, die für Scorsese vorsprachen, wahrscheinlich nicht aufgefallen. Vielleicht wäre meine Karriere nach diesem Vorsprechen steckengeblieben. Oder hätte sich sehr langsam über Jahrzehnte entwickelt.

          Andererseits scheinen Sie nicht gerade auf den berühmten Anruf aus Hollywood zu warten. Die andere Anekdote aus Ihrer noch kurzen Karriere handelt davon, wie Sie für den Will-Smith-Film „Focus“ vorsprechen sollten und Ihr Agent Sie um sechs Uhr morgens in einer Jugendherberge in Kroatien auftrieb.

          (Lacht.) Stimmt. Ich war schwimmen, als der Anruf kam, hatte noch zwanzig Minuten, um die Fähre zum Flughafen zu erwischen, und kam mit halbnassen Klamotten in New York an.

          Sollten Jungstars wie Sie nicht jederzeit verfügbar sein?

          Schon. Aber die Zeit rast, und ich habe immer Angst, etwas zu verpassen. Mein Maßstab ist Dakota Fanning.

          Kinotrailer : „Legend of Tarzan“

          Dakota Fanning? Die ist doch vier Jahre jünger als Sie.

          Eben. In dem Alter, in dem ich als Schauspielerin erst anfing, hatte Dakota schon mit Steven Spielberg, Charlize Theron und Sean Penn gearbeitet. Unaufholbar!

          Die eigentliche Frage ist: Was hatten Sie, die neue Scorsese-Entdeckung, 2014 in einer kroatischen Jugendherberge zu suchen?

          Abenteuer! Ich reise viel, und am liebsten mit Rucksack. Das letzte Mal ist noch gar nicht so lange her. Ende vergangenen Jahres bin ich mit meinem Freund einen Monat durch die Philippinen und Thailand getingelt, von Jugendherberge zu Jugendherberge. Ich liebe es einfach, mit zwanzig Menschen in einem Zimmer zu übernachten und Reisegeschichten auszutauschen: Wo kommt ihr her, wo sollen wir hin, was kann man sich sparen? Das ist so viel interessanter als die Tipps vom Concierge eines Luxushotels! Schauen Sie sich um (wir sitzen in einer beigegrauen Suite des Hotels „Four Seasons“ in Beverly Hills), wir könnten überall auf der Welt sein.

          Wie kann man als „hottest blonde ever“ unbelangt in einem Mehrbettzimmer übernachten?

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