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Maike Kohl-Richter : Die Frau an Kohls Seite

Maike Kohl-Richter und Helmut Kohl bei einem Auftritt in Berlin 2013 Bild: Picture-Alliance

1994 lernten Helmut Kohl und Maike Richter einander im Kanzleramt kennen, 2008 heirateten sie. Wer ist die Frau, die bis zum Ende an der Seite des ehemaligen Bundeskanzlers blieb?

          Die Polizei hat die Straße großräumig abgesperrt, zum Einfamilienhaus im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim kommen seit Freitag Trauernde mit Blumen. Hier hat der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl die letzten Jahre seines Lebens verbracht. Hier starb er am Freitagmorgen. An seiner Seite war – wie stets in den letzten Jahren – seine zweite Ehefrau Maike Kohl-Richter. Von der Öffentlichkeit hatten sie sich größtenteils zurückgezogen. Journalisten versuchten meist vergeblich, an das Paar heranzukommen.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Bevor Maike Richter als Lebensgefährtin Kohls bekannt wurde, war sie in der Öffentlichkeit nicht in Erscheinung getreten. Maike Richter ist in der Nähe von Siegen aufgewachsen, die Mutter Lokaljournalistin, der Vater Ingenieur. Schon als Schülerin ist sie in der Jungen Union, nach dem VWL-Studium mit Promotion in München tritt sie 1994 eine Stelle im Kanzleramt an, als Redenschreiberin für den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. Irgendwann verliebt sie sich in ihren Chef. Wann genau, daran mag sie sich in einem der wenigen Interviews, die sie gibt, nicht mehr erinnern: „Das kann ich zeitlich überhaupt nicht einordnen“, sagte sie 2014 dem „Stern“. „Das war ein langsamer Prozess. Also, es gibt kein Ereignis, keinen Tag, keine Stunde.“

          Gemeinsam mit Helmut Kohl tauchte ihr Name zum ersten Mal 2004 in den Medien auf, als das Paar gemeinsam einen Weihnachtsurlaub mit Freunden auf Sri Lanka verbrachte und ein Tsunami die Insel verwüstete. 2005 folgte dann der erste gemeinsame Auftritt des Paares in der Öffentlichkeit. Im August 2008 heiraten sie.

          Kohl hatte wenige Monate zuvor einen schweren Sturz erlitten und war seitdem in einer Heidelberger Reha-Klinik in Behandlung. Dort gibt er seiner 34 Jahre jüngeren Lebensgefährtin auch das Ja-Wort. Anwesend sind damals sein Anwalt Stephan Holthoff-Pförtner und sein langjähriger Seelsorger Dekan Erich Ramstetter, der auch die kirchliche Trauung vornahm. Trauzeugen sind der Medienunternehmer Leo Kirch und damalige Bild-Chefredakteur Kai Diekmann.

          Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und seine Frau Maike Kohl-Richter im Jahr 2014 vor dem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim.
          Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und seine Frau Maike Kohl-Richter im Jahr 2014 vor dem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim. : Bild: Picture-Alliance

          Schlechtes Verhältnis zu Kohl-Söhnen

          Die Söhne Peter und Walter Kohl seien zur zweiten Hochzeit ihres Vaters nicht eingeladen worden, berichtet später die Bunte. Überhaupt ist das Verhältnis zu ihnen sehr schlecht. So spricht Walter Kohl von „Befremden“, als er in einem Telegramm über die Hochzeit des Vaters erfahren habe. Peter Kohl rechnet 2013 im Vorwort der Biografie über seine Mutter Hannelore, die sich im Jahr 2001 das Leben nahm, mit der neuen Frau an der Seite seines Vaters ab. Bei einem Besuch in der Wohnung Maike Kohls habe er zahlreiche Helmut-Kohl-Artefakte vorgefunden. Er spricht von Sammelleidenschaft zum Zwecke der Heldenverehrung, „wie man es vielleicht auch von Berichten über Stalker kennt“. Maike Kohl-Richter weist die Beobachtungen im „Stern“-Interview ein Jahr später als „beleidigend“ und „totalen Unsinn“ zurück. Das Verhältnis zu den Söhnen wird sich jedoch bis zum Tod Helmut Kohls nicht mehr verbessern. Walter Kohl erfuhr aus dem Radio vom Tod seines Vaters.  

          Trotz abgebrochenem Kontakt : Walter Kohl: „Sie sehen einen Menschen, der sehr traurig ist.“

          Immer wieder zeichnen Porträts Maike Kohl-Richter als eine Frau, die Kohl vor der Öffentlichkeit isoliert, die einen Keil treibe zwischen den ehemaligen Kanzler und seine Familie sowie langjährige Freunde. Als eine Frau, die das politische Erbe Helmut Kohls allein verwalten wolle. Auch im „Stern“-Interview von 2014 antwortet sie manchmal an Stelle ihres Mannes. Die Vorwürfe von Machtansprüchen auf die Deutungshoheit über Helmut Kohls Wirken weist sie jedoch zurück: „Ich glaube vor allem, dass meine Kritiker immer von sich selbst reden, wenn sie über mich reden.“      

          Quelle: FAZ.NET

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