22.10.2006 · Der Vater von Madonnas Adoptivkind sieht sich getäuscht: Er habe nie die Absicht gehabt, seinen Sohn zur Adoption frei zu geben. Es sei lediglich verabredet gewesen, daß Madonna das Kind an seiner Stelle aufziehe.
In der Saga um die Adoption eines kleinen malawischen Jungen durch Popstar Madonna ist es zu einer überraschenden Wende gekommen.
Wie der Vater des Einjährigen jetzt berichtete, hatte er nie die Absicht, seinen Sohn zur Adoption frei zu geben. Es sei lediglich verabredet gewesen, daß Madonna das Kind an seiner Stelle aufziehe, sagte Yohane Banda.
„Warum soll ich ihn für immer abgeben?“
„Hätte man uns gesagt, daß Madonna meinen Sohn adoptieren und zu ihrem eigenen Sohn machen will, dann hätten wir nicht zugestimmt“, sagte er in seinem Heimatdorf Lipunga am Wochenende. „Es wäre besser für ihn gewesen, wenn er im Waisenhaus geblieben wäre. Ich sehen keinen Grund, warum ich ihn für immer abgeben soll, wenn ich ihn ernähren kann.“
Der 13monatige David hatte vor wenigen Tagen sein Heimatland verlassen und wurde auf Madonnas Anwesen bei London gebracht. Der Popstar erhielt für die Adoption eine Sondergenehmigung der malawischen Behörden.
Papiere unterzeichnet, ohne sie zu verstehen
Banda zufolge hat er Papiere unterzeichnet, ohne sie zu verstehen, da er nicht lesen könne. Regierungsvertreter hätten ihm aber versichert, daß sich mit der Vereinbarung nicht viel verändere: Sein Sohn würde wie im Waisenhaus aufgezogen, aber ihm nicht ganz weggenommen. Banda wartet eigenen Angaben zufolge noch darauf, daß ihm die Behörden eine Kopie der Vereinbarung aushändigen.
Die malawischen Behörden wollen nach 18 Monaten endgültig entscheiden, ob David bei Madonna bleiben kann oder zurück in seine Heimat reisen muß. Ausländer dürfen in Malawi üblicherweise keine Kinder adoptieren. Menschenrechtsgruppen kritisieren, Madonna sei ein Prominenten-Bonus gewährt worden. Zudem warfen sie ihr vor, mit der Adoption eines afrikanischen Jungen den Kinderhandel zu fördern.