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Veröffentlicht: 08.05.2017, 11:02 Uhr

Let’s Dance-Fernsehabend Wer gehen kann, der kann auch tanzen

Bei „Let’s Dance“ dürfen Promis in Würde scheitern und die Zuschauer freuen sich über jeden vergebenen Punkt. Ein Fernsehabend mit Tanzlehrerin und Politikerin Cornelia Willius-Senzer.

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© dpa Begeistert zusammen mit dem Profitänzer Massimo Sinató: Curvy-Model Angelina Kirsch bei „Let’s Dance“. „Bis in die Fingerspitzen ausgetanzt“, lobt Alterspräsidentin und Tanzlehrerin Cornelia Willius-Senzer das Model.

Als Landeskorrespondent ist man immer auf der Suche nach interessanten Politikern. Im Mainzer Landtag drängt sich da dessen formvollendete Alterspräsidentin Cornelia Willius-Senzer auf. Geboren 1943 in Mainz, arbeitete sie in jungen Jahren als Dolmetscherin in Paris. Ihren heutigen Ehemann lernte sie 1971 auf Heimatbesuch kennen. Er betrieb damals eine bekannte Tanzschule und stellte an seine Zukünftige nur die eine Bedingung: Sie müsse Tanzlehrerin werden. Nach anfänglicher Skepsis, ob das überhaupt ein Beruf sei, erfüllte sie ihm den Wunsch – und noch mehr. CWS, wie Eingeweihte die gern ganz in Weiß gekleidete Grande Dame nennen, wurde zur ersten Frau an der Spitze des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbands, seit 2011 steht sie auch noch dem europäischen Pendant vor.

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Von Politikern hielt sie nie viel, bis sie das im Jahr 2003 dem damaligen FDP-Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage bei einem Empfang ins Gesicht sagte. Weil er sie daraufhin positiv überraschte, trat sie in die FDP ein. Sie ließ sich überreden, auf einem hinteren Listenplatz für den Stadtrat zu kandidieren – und wurde, weil in Mainz bekannt wie ein bunter Hund, auch noch gewählt.

„Let's Dance“ lässt Promis in Würde scheitern

Seit gut einem Jahr ist sie nun im Landtag, sehr zur Freude etwa von Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die ihre äußere wie innere Eleganz schätzt. Dass CWS, die mit einem elektrisch betriebenen Klapproller zum Landtag fährt, die älteste aller Abgeordneten ist, hat sie selbst nie verunsichert. Ihr Motto: „Geburtstage sind gesund. Je mehr man davon hat, desto älter wird man.“ Passend dazu das Motto der Tanzschule: „Wir machen Unterricht von der Windel bis zur Windel.“

Cornelia Willius-Senzer Immer in Bewegung bleiben: Cornelia Willius-Senzer in ihrer Tanzschule in Mainz. © Marcus Kaufhold Bilderstrecke 

Als Landeskorrespondent ist man aber nicht nur auf der Suche nach interessanten Politikern, sondern auch nach leichten Themen, die dem Leser etwas Zerstreuung versprechen. Da bietet sich die Tanzshow „Let’s Dance“ an. Seit zehn Staffeln kann man dort am Freitagabend Prominenten zuschauen, wie sie an der Seite eines Profitänzers Salsa, Slowfox oder Cha-Cha-Cha einstudieren. Wenn sie daran scheitern, dann, wie etwa der Sportreporter Ulli Potofski, meist in Würde, was für eine RTL-Sendung nicht selbstverständlich ist.

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Wenn sie aber reüssieren, dann möchte man als Zuschauer vom Sofa aufspringen und Kusshände in die Nachbarschaft werfen. Man erinnere sich nur an den Contemporary von Sarah Lombardi, der ehemaligen Zweitplazierten von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS), in dem ihre später bekannt gewordene emotionale Zerrissenheit mit Händen zu greifen war. Oder zuletzt an den Paso doble der Sängerin Vanessa Mai, über den die Jurorin und frühere Profitänzerin Motsi Mabuse sagte, man werde noch lange über ihn sprechen.

Männer haben es schwerer

Was also liegt näher, als zusammen mit Cornelia Willius-Senzer „Let’s Dance“ zu schauen? Wir treffen uns am Freitagabend in der Tanzschule im Mainzer Zentrum. Ihre beiden Kinder Tina und Patrick, die den 1923 gegründeten Betrieb übernommen haben, sind da, auch ihr Mann Horst, der trotz seiner 83 Jahre noch Tanzkurse gibt. „Tanzen hält jung“, sagt CWS, deren Markenzeichen ihr grellblond gefärbter Bob sowie ihre roten Fingernägel sind. Gott sei Dank gibt sie gleich zu erkennen, dass auch sie, als Fachfrau, „Let’s Dance“ unterm Strich gut findet. Sie war schon live in der Sendung, kennt jeden der Profitänzer.

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