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Veröffentlicht: 17.03.2012, 19:23 Uhr

Lenny Kravitz „Die Frauen waren immer die Felsen in meinem Leben“

Rocksänger Lenny Kravitz über sein Image als Weiberheld und Stil-Ikone, seine zweite Karriere als Schauspieler, die Vorzüge des Alleinseins und seine größte Errungenschaft im Leben: seine Tochter.

© ddp images/AP/Felipe Dana Stil hat er im Blut: Lenny Kravitz interessiert sich nicht nur für Musik

Rocksänger Lenny Kravitz über sein Image als Weiberheld und Stil-Ikone, seine zweite Karriere als Schauspieler, die Vorzüge des Alleinseins und seine größte Errungenschaft im Leben: seine Tochter.

Mr. Kravitz, man hat Sie kürzlich zum Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres in Frankreich erkoren. Wie hat das Ihr Leben verändert?

Ich fühle mich sehr geehrt. Und ich werde jetzt zu ganz anderen Partys eingeladen!

Sie leben die Hälfte des Jahres in Paris.

Ich liebe diese Stadt, und meine Karriere hat ja zum Teil in Frankreich begonnen. Ich bin 1989 zum ersten Mal dort gewesen, als meine erste Platte erschien. Die Amerikaner verstanden nicht, was ich da machte, und deswegen schickten sie mich nach Europa, wo man mich ziemlich schnell akzeptierte. Als ich nach Paris kam, habe ich mich in die Architektur der Stadt verliebt, ich habe ja ein Faible für Architektur und Design. Überhaupt ist das Leben in Paris gut, weil die Stadt groß genug ist, aber nicht zu groß.

Sie spielen auf Ihre Heimatstadt New York an?

Ja. Ich liebe New York, aber ich kann Ihnen sagen, dass diese Stadt auf Dauer ungeheuer viel Energie kostet. Paris dagegen ist eine Stadt, in der ich stundenlang spazieren gehen kann. Ich finde es dort sehr inspirierend.

In letzter Zeit versuchen Sie sich auch als Schauspieler, jetzt standen Sie für „Die Tribute von Panem“ vor der Kamera. Was gefällt Ihnen an der Schauspielerei?

Am meisten mag ich daran, dass das Schauspielern nichts mit mir zu tun hat. Musik ist ja total selbstbezogen - ich schreibe, ich spiele die Instrumente, ich singe, ich produziere. Ich mache alles, und alles dreht sich um mich, alles ist genau so, wie ich es haben möchte. Das ist schön, und so soll es sein - das ist meine Kunst. Aber es ist durchaus eine willkommene Erleichterung, an einem Set zu erscheinen und mich in den Dienst anderer Menschen zu stellen. Ich frage bloß: Wer ist diese Figur? Wie soll ich sie spielen? Wonach sucht ihr? Das gefällt mir sehr, denn die Erfahrung, dass andere Leute Entscheidungen für mich treffen, fehlt mir in der Musik völlig.

Die Tribute von Panem - The Hunger Games © Studiocanal Vergrößern Demnächst ist er auch wieder in einem Film zu sehen: in „Die Tribute von Panem“ spielt er einen Stylisten

Als Fashion-Ikone scheinen Sie in der Rolle eines Stylisten gut besetzt. Wie lange stehen Sie morgens vor Ihrem Schrank?

Warten Sie . . . - heute morgen bin ich um vier Uhr früh aufgestanden, um mich in Schale zu werfen. Nein, im Ernst: Ich denke nicht über Mode nach - es sei denn, ich kaufe Dinge, entwerfe etwas oder lasse was anfertigen, für eine Tour zum Beispiel. Aber sobald ich die Klamotten zusammenhabe, ist dieser Prozess gelaufen. Ich kombiniere die Sachen aus meinem Schrank fast immer, ohne viel zu überlegen.

Klingt ja wunderbar mühelos. Aber gelingt das immer?

Natürlich nicht. Sie haben sicher schon Fotos von mir an Tagen gesehen, die mit einer Fehlentscheidung begannen. Manchmal wagt man einfach was - und manchmal funktioniert das nicht. (lacht)

Können Sie uns eine kleine Anleitung zu gutem Stil geben?

Stil dreht sich - genau wie Kunst - darum, sich authentisch zu repräsentieren. Wenn man sich selbst treu ist, würde ich das als guten Stil bezeichnen. Schlechter Stil ist, wenn man versucht, jemand anders zu sein. Das kommt meist irgendwie ungeschickt, manchmal sogar peinlich, rüber. Sei einfach du selbst!

Welches stilistische Klischee geht Ihnen gegen den Strich?

Dass Stylisten schrecklich extravagante Menschen mit einer Vorliebe fürs Auffällige sind. Im Gegenteil! Schauen Sie sich doch mal Leute wie Yves Saint Laurent an - die wirken alle sehr zurückhaltend. Ihr Stil ist scharf, sauber und schlicht.

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