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Kurzhaarfrisuren bei Frauen : Typveränderung der radikalen Sorte

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Für sich: Kristen Stewart in Cannes. Die Haar habe sie sich nicht für ihre Rolle in „Personal Shopper“ abschneiden lassen, sondern auf eigenen Wunsch hin. Bild: AP

Verkraftet da jemand eine Trennung nicht oder steckt in einer Krise? Wenn prominente Frauen sich die Haare kurz schneiden lassen, brodelt es in der Gerüchteküche. Und was, wenn sie sich, wie jetzt einige, gleich für die Totalrasur entscheiden?

          Es geschah auf dem roten Teppich. Also genau dort, wo sich Kristen Stewart laut eigenem Bekunden ganz und gar nicht wohl fühlt. Meist versteckt sie sich dann hinter einer distanzierten Miene und fährt mit den Händen durch ihr Haar. Auch bei einer Premiere ihres aktuellen Films „Personal Shopper“ im März hob sie immer wieder die Hände, um sich die Haare aus dem Gesicht zu streichen. Doch diesmal griff sie ins Leere. Denn da, wo einst lange braune Haare waren, ist jetzt nichts. Fast nichts. Stewart trägt auf ihrem schönen Kopf nämlich nur noch millimeterkurzes, platinblond gefärbtes Haar.

          Erst versuchte die Schauspielerin noch, den Griff ins Nichts zu überspielen. Beim dritten Mal aber lachte die sonst so reservierte 26-Jährige schließlich über sich selbst und ließ für einen Moment seltene Nähe zwischen sich und den Fotografen zu.

          Schönheitsideale verändern sich

          Auch die Musikerin Katy Perry zeigte sich im April mit hellblondem, extrem kurzen Schnitt – nicht ganz so kurz wie Stewart, aber kurz genug, um die mediale Gerüchteküche anzuheizen: Verkraftet die Popsirene die Trennung von Orlando Bloom nicht? Strebt sie einen Imagewandel an? Oder folgt sie einfach einem Trend? Schließlich tragen seit diesem Frühjahr auch Lenny Kravitz’ Tochter Zoë und das schauspielernde Model Cara Delevingne radikales Nichts.

          Für ihn: In Gedenken an Heath Ledger trägt Michelle Williams ihre Haare seit Jahren kurz. Bilderstrecke
          Für ihn: In Gedenken an Heath Ledger trägt Michelle Williams ihre Haare seit Jahren kurz. :

          Schönheitsideale wandeln sich ständig. Gerade noch konnten Models gar nicht dünn genug sein, nun erobern kurvenreichere Frauen wie Ashley Graham die Hochglanzmagazine. Eine Hautkrankheit wie Vitiligo wird zum Markenzeichen erfolgreicher Models wie Winnie Harlow, und die Grenzen zwischen den Geschlechtern sind mittlerweile so fließend, dass selbst bei Heidi Klums martialischer Suche nach fotogenem Nachwuchs auch Transgendermodels willkommen sind. Daneben wirkt ein Haarschnitt eigentlich harmlos. Doch wann immer sich eine schöne, junge Frau von ihrer langen Haarpracht trennt, scheint das Publikum alarmiert.

          Scheidungsgrund Kurzhaarfrisur?

          Dabei geschieht das ziemlich oft: 2016 lief das Model Jourdana Phillips mit raspelkurzem Haar über den Victoria’s-Secret-Laufsteg, eine der Bastionen der wallenden Mähnen und Haarverlängerungen. Die kurzhaarige Gwyneth Paltrow machte 1997 den bis dato als Todesstoß für jedwede Erotik geltenden Partnerlook an der Seite ihres damaligen Freundes Brad Pitt begehrenswert, und die irische Sängerin Sinéad O’Connor rührte 1990 die Welt zu Tränen, als sie mit engelsgleicher Stimme und geschorenem Kopf einer verlorenen Liebe nachsang und -weinte. Die Model-Karrieren von Linda Evangelista in den Achtzigern und jene von Twiggy in den Sechzigern gingen erst richtig los, als die Schönheiten ihre langen Haare abschneiden ließen.

          Ebenfalls in den sechziger Jahren sorgte Mia Farrows Frisur für ein sich hartnäckig haltendes Gerücht: Frank Sinatra, Farrows damaliger Gatte, habe sich so sehr an den kurzen Haaren seiner Frau gestört, dass er die Scheidung einreichte, hieß es noch 2013 in der „New York Times“. Mit dieser Version räumte die Schauspielerin selbst in einem Schreiben an die Zeitung auf: „Mein Freund Frank Sinatra liebte meine Frisur, deshalb behielt ich sie.“ Tatsächlich trug Farrow schon vor ihrer Heirat 1966 jenen Pixie-Schnitt, mit dem sie zwei Jahre später in „Rosemary’s Baby“ brillierte.

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