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Hollywoodstar im Interview : „Stimmt, ich hatte eine seltsame Karriere“

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Schon mit 13 Jahren besaß Kurt Russell einen eigenen Briefkopf. Fünfzig Jahre später ist eine beachtliche Filmkarriere hinzugekommen – und ein eigener Wein. Bild: AP

Ein Kinderstar, der nicht am Ruhm zerbrach, seit stolzen 32 Jahren liiert mit der Kollegin Goldie Hawn: Kurt Russel ist ein Hollywood-Phänomen. Nina Rehfeld hat ihn in Santa Monica getroffen.

          Kurt Russell steht, seit er dreizehn ist, vor der Kamera - erst in Disney-Filmen, später in Kult-Klassikern der Achtziger wie dem Thriller „Die Klapperschlange“, dem Horrorfilm „Das Ding aus einer anderen Welt“ oder „Big Trouble in Little China“. Jetzt ist er in einem Western von Quentin Tarantino, „The Hateful Eight“, zu sehen. Wir treffen einen gutgelaunten Vierundsechzigjährigen im feinen „Shutters on the Beach“- Hotel in Santa Monica. In schwarzem Hemd und dunkler Jeans erzählt er auf dem Sofa einer Luxussuite samt Strandblick mit Palmen von seinem Mentor Walt Disney, seiner langjährigen Lebensgefährtin Goldie Hawn und seiner eigenwilligen Karriere.

          Mr. Russell, mögen Sie Western?

          Ich mag Filme weniger aus der Sicht des Connaisseurs als aus der des Durchschnittsfans. Ich mag Western, weil Pferde darin vorkommen, weil die Leute in altmodischer Diktion sprechen und weil die Männer ein bestimmter Typ Mann sind. Quentin Tarantinos Filme liegen ganz auf dieser Linie.

          Tarantino besetzt ja gern Filmikonen aus vergangenen Zeiten - John Travolta in „Pulp Fiction“, David Carradine in „Kill Bill“ und nun Kurt Russell in „The Hateful Eight“.

          Man ist schon stolz, wenn Quentin einen anruft und bittet, an einem seiner Filme mitzuarbeiten. Es ist schön, dass er an einen denkt und glaubt, dass man eine seine Figuren zum Leben erwecken und ihm beim Erzählen seiner Geschichte helfen kann. Und natürlich auch, weil man weiß, dass man bei der Arbeit unglaublich viel Spaß haben wird. Auf seinen Sets geht es immer hoch her.

          Sie haben schon in dem schrägen Exploitation-Thriller „Death Proof“ mit ihm zusammengearbeitet - was zu Ihrer seltsamen Karriere als Star passt, dessen Filme Kultstatus erlangten, obwohl sie an der Kasse oft nur mäßig erfolgreich waren.

          Es stimmt, ich hatte eine sehr seltsame Karriere. Wenn man mit Filmen sein Geld verdient, hofft man immer auf das Beste. Aber ich habe immer schon Filme gemacht, weil ich die Geschichte und die Figuren mochte. Dann fügt sich hoffentlich der Rest zusammen. Mein Verhältnis zu den Kritikern, die in Los Angeles und New York sitzen und bestimmen, was sehenswert und preisverdächtig ist, war immer schwierig. Ich war nie einer ihrer Jungs. Dass mich die Leute trotzdem mögen, weiß ich von den Reaktionen der Straße - die Leute können auf Anhieb zehn meiner Filme aufzählen! Und ich zumindest finde, dass da tolle Filme dabei sind.

          Für Leute, die in den Achtzigern groß wurden, sind Sie Snake Plissken aus „Die Klapperschlange“, für die, die in den Neunzigern aufwuchsen, Wyatt Earp aus „Tombstone“.

          Es ist so eine Sache mit Hollywood. Die Leute hier lieben es, dich in eine Schublade zu stecken, dir ein Etikett anzupappen und dich entsprechend zu verkaufen. Das war bei mir immer schwierig, weil ich nicht immer wieder dasselbe in unterschiedlichen Variationen spielen wollte. Mir war klar, dass mich das einiges Geld kosten würde, aber damit hielt ich mir die Gelegenheit offen, Figuren zu spielen, die mir sonst verwehrt geblieben wären. Nachdem „Die Klapperschlange“ ins Kino kam, habe ich fünfzig solcher Drehbücher gelesen - manche davon für ganz schön große Projekte. Man bot mir zum Beispiel „Terminator“ an...

          Und das haben Sie abgelehnt?

          Ich wollte nicht John Connor spielen, ich wollte der Terminator sein! Einen Roboter zu spielen, das klang nach Spaß. Ich wollte jedenfalls nicht immer wieder dasselbe machen, also machte ich als Nächstes „The Thing“, einen Horrorfilm. Es war das Jahr, in dem „E.T.“ herauskam, und es war eine tolle Geschichte über Paranoia. Aber die meisten, die den Film sahen, einschließlich der Kritiker, sahen bloß Monster.

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