„Endlich“, sagten die Schweden, die sich in Stockholm im Schnee vor dem Königsschloss versammelt hatten. „Wir haben so lange gewartet!“ Sie warteten auf das Ergebnis des Staatsrates, zu dem der König und führende Minister unter Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt am Dienstag um 13 Uhr zusammengetreten waren. Das Thema der Sitzung war schon am Morgen in den Zeitungen verkündet worden: die Verlobung von Kronprinzessin Victoria mit ihrem Freund Daniel Westling.
Eingeweihte wollten zudem wissen, dass die formelle Zustimmung des Staatsrates ausgemachte Sache sei, denn der Ministerpräsident sei schon am Sonntag beim König gewesen. Im kommenden Jahr dürfte es demnach zu einer neuen royalen „Traumhochzeit“ kommen, die den schwedischen Staat viele Millionen kosten wird. Victoria, die heute 31 Jahre alt ist, hatte Westling, heute 35 Jahre alt, schon 2001 in seinem mondänen Fitnessstudio in Stockholm kennengelernt. Als die Verbindung 2002 ruchbar wurde, sprachen Königstreue von einem „Mann aus dem Volke“, der zudem Sporttrainer sei. Andere priesen den Mann, der in bescheidenen Verhältnissen in der kleinen Gemeinde Ockelbo aufwuchs, zwei Autostunden nördlich von Stockholm.
„Ich fühle mich sicher mit Daniel an meiner Seite“
Mit Westling zusammen sei es leichter für sie, die königlichen Pflichten zu übernehmen, sagte Victoria am Dienstag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. „Ich fühle mich sicher mit Daniel an meiner Seite. Und ihr habt mir vielleicht auch angesehen, dass ich in den letzten Jahren stärker und fröhlicher geworden bin.“ Ihr langjähriger Lebensgefährte sagte, er werde „alles tun, um das Vertrauen der Schweden zu verdienen“.
König Carl XVI. Gustaf sprach von einem „besonderen Tag für uns, aber auch von einem besonderen Tag für Schweden“. Königin Silvia, erklärte, Westling werde mit offenen Armen in die Familie aufgenommen. Ihren künftigen Schwiegersohn beschrieb sie als klug und energiegeladen.
König Carl XVI. Gustaf war angeblich gegen die Verbindung
Nicht von Anfang an begrüßte das Königspaar die Verbindung: König Carl XVI. Gustaf war angeblich dagegen, weil Westling eine akademische Ausbildung fehlt, er also als Gemahl der künftigen schwedischen Königin nicht adäquat sei. Der König untersagte gemeinsame Auftritte bei offiziellen Gelegenheiten. Auch Königin Silvia hatte demnach ihre Zweifel, ließ aber am Ende verlauten, entscheidend sei die Liebe. Krisen im Verhältnis des Paares kamen hinzu. Der Sportsmann Westling tat sich schwer mit der übergroßen Aufmerksamkeit der Medien. Seit 2004 zeigten Prinzessin Victoria und Daniel Westling ihre Liebe in aller Öffentlichkeit. Seit 2005 trat Daniel in Anzügen und mit Brille auf. Gemeinsame Auftritte bei Hochzeiten von Freunden, später auch bei Familienfeiern anderer nordischer Häuser, gewöhnten Schweden an die Zukunftsaussichten.
Daniel Westling lernte Sprachen und Etikette
Im Jahr 2007 wurde bekannt, dass Daniel Westling in einen Seitenflügel des Schlosses Drottningholm einquartiert worden war, nicht weit von Victorias Wohnung. Er absolvierte ein Trainingsprogramm für öffentliche Auftritte, lernte Sprachen und Etikette und erhielt zwei Berater. Noch Weihnachten 2008 war es ihm versagt, das Fest gemeinsam mit der königlichen Familie zu begehen. Am Dienstag aber war es so weit: Während die Glocken der Schlosskirche läuteten, kam das lang erwartete Kommuniqué des Hofes.
Und am Nachmittag konnte man auf der Internetseite der Königsfamilie in einem Video Liebeslyrik vernehmen - sofern denn der Zugang wegen des Ansturms nicht versperrt war. Der König: Daniel sei „ein feiner Herr, der hart und seriös arbeitet“. Der Bräutigam: Die Liebe sei mit den Jahren immer stärker geworden. Die Braut: Sie sei in den letzten Jahren „stärker und fröhlicher“ geworden. Die Königin: Westling sei „bescheiden, aber auch bestimmt, urteilsfähig und klug“. Die Hochzeit soll im Frühsommer 2010 sein.
Amor vincit omnia!
Fionn Huber (fionn)
- 24.02.2009, 17:08 Uhr
"Wrestling" - sehr aktueller Name vom Künftigen.
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
- 25.02.2009, 20:33 Uhr