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Kritik an „Wetten, dass..?“ Tom Hanks legt nach

 ·  Die Kritik an Markus Lanz wächst nach seinem zweiten Auftritt als „Wetten, dass..?“-Zampano. Tom Hanks legte am Montag nach und mokierte sich über die lange Show. Das ZDF verteidigte das Konzept.

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© dapd Vergrößern Lässt niemanden so schnell wieder gehen: Markus Lanz bei der letzten „Wetten, dass..?“-Sendung.

Mehr als zehn Millionen Zuschauer sind ein gutes Argument gegen Lästerattacken. Doch wie lange hält das Bollwerk der guten Quote? Bis Montag zeigte sich: Die Kritik an dem neuen „Wetten, dass.,.?“-Moderator Markus Lanz wuchs nach seinem zweiten Auftritt am Samstag in Bremen. Die deutschen Medien nahmen den 43 Jahre alten Thomas-Gottschalk-Nachfolger stärker ins Visier als nach seiner Premiere. Und Showgast Tom Hanks, der sich am Sonntag über den Drei-Stunden-Marathon beklagt hatte, legte am Montag noch einmal nach.

Hanks, der mit Kollegin Halle Berry den Film „Cloud Atlas“ bewerben wollte, sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie dachten, diese lange Prozedur müsse so sein im deutschen Fernsehen. Sie wären wie auch Sänger Robbie Williams gern früher gegangen, wussten aber nicht, dass sie gedurft hätten. Sie seien froh gewesen über die Sandwiches und hätten versucht, sie heimlich zu essen, wenn die Kameras nicht zu ihnen schwenkten. Selbst der Kinder-Wettkandidat habe früher gehen dürfen. Am Vortag hatte Hanks noch in Interviews gesagt, in Amerika würde der Verantwortliche für eine so lange TV-Show gefeuert.

„Von Verstimmung keine Spur“

Das ZDF verteidigte sein Konzept, die Stars lange auf der Bank zu halten: „In der Vergangenheit war ein Kritikpunkt an der Sendung, dass die Hollywood-Stars meist nur kurz auf der Couch dabei waren und damit den Eindruck vermittelten, lediglich zu Promotionszwecken in der Sendung zu sein“, sagte ein Sprecher. „Das neue ‚Wetten, dass..?‘-Konzept sieht vor, dass die Wetten im Mittelpunkt stehen und jeder prominente Wettpate eng mit seinem Wettkandidaten verbunden ist. Entsprechend waren die Anwesenheit und die Rollen von Halle Berry und Tom Hanks klar definiert. Von einer Verstimmung bei Tom Hanks und Halle Berry war auch nach der Sendung nichts zu spüren.“

Doch die Kritiker ließen keine Ruhe: Irgendjemand beim ZDF müsse auf die Idee gekommen sein, die Stars „mit den Abgründen deutscher Humor-Provinzialität und niederschmetternder Piefigkeit zu konfrontieren“, schrieb die „Frankfurter Rundschau“ am Montag. „Es ist das alte Problem mit den Hollywoodstars“, resümierte stern.de: „Schon unter Thomas Gottschalks Führung wussten sie nichts mit der Show anzufangen, deren Vergangenheit und Zukunft, Quotenverlauf und Personalien Fernsehdeutschland in Atem hält. Nur dass sie bei Gottschalk immer früh genug die Bühne des Grauens verlassen durften. Weil der Flieger wartete. Oder die Nanny mit den Kindern im Hotel. Termine, Termine … Bei Lanz gilt der Superpromi-Bonus nicht mehr.“

„Einen Overkill an Prominenz“ stellte der Berliner Medienwissenschaftler Norbert Bolz fest. Für ihn habe Moderator Lanz „keinerlei Ausstrahlung“ – er bleibe „an seinen Zetteln hängen, seine Fragen werden immer peinlicher“, sagte der Experte. Aber immerhin: „Wetten, dass..?“ sei ja die Familienshow schlechthin, und wenn so viele Menschen einschalteten, dann müsse alles richtig gelaufen sein. Und das ZDF sagt: „Die Sendung soll immer wieder überraschend sein.“

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