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Komapatientin Schiavos Überlebenschancen fast bei Null

25.03.2005 ·  Nach acht Tagen ohne künstliche Ernährung ist die amerikanische Komapatientin Terri Schiavo offenbar dem Tod nahe. Abermals lehnte es am Freitag ein Gericht ab, die Kranke in staatliche Obhut zu geben.

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Nach einer weiteren gerichtlichen Niederlage für die Eltern sind die Lebenschancen für die amerikanische Komapatientin Terri Schiavo fast auf Null gesunken. Nach einem Richter im Bundesstaat Florida lehnte auch ein Bundesbezirksrichter am Freitag einen Vorstoß von Gouverneur Jeb Bush zurück, die Kranke in staatliche Obhut zu übergeben. Der Bruder von Präsident George W. Bush wollte damit zumindest eine vorläufige Wiederaufnahme der Ernährung ermöglichen. Ob Schiavos Mutter und Vater ihren verzweifelten Kampf für eine Wiederaufnahme der künstlichen Ernährung weiter fortsetzen wollen, ist derzeit unklar.

Die Auseinandersetzung um das Schicksal der Frau, die nach Schätzungen von Ärzten bereits im Laufe der nächsten Tage sterben könnte, wurde am Freitag immer emotionaler und schärfer. Vater Bob Schindler erklärte, die Richter in den Vereinigten Staaten seien auf einem „Feldzug mit dem Ziel, unsere Tochter zu töten“. Einer der führenden Aktivisten der religiösen Rechten, Randall Terry, warnte, es werde Rache geben, sollte Terri Schiavo sterben. Er schilderte weiter, ihre Schwester habe nach einem jüngsten Besuch am Krankenbett gesagt, Terri Schiavo sehe mittlerweile aus, „als wäre sie gerade aus Auschwitz gekommen“. Ihr Gesicht zeige klare Anzeichen von Hunger und Durst, und ihre Augen seien eingefallen.

Aufregung um herrenlosen Rucksack

Der Bruder von Ehemann Michael Schiavo, der darum kämpft, seine Frau sterben zu lassen, sagte demgegenüber, Terri sehe friedlich aus und es sei ganz offensichtlich, dass sie nicht leide. Jetzt, da sich Ostern nähere, sei es Zeit, „Terri in Frieden gehen zu lassen“, hieß es in einer Erklärung von George Felos, dem Anwalt des Ehemanns.

In der Umgebung des Bundesgerichts in Tampa, wo sich Richter James Whittemore mit dem Fall beschäftigte, hatte es in der Nacht zum Freitag Alarm gegeben, nachdem ein verdächtiger Rucksack in der Nähe des Gebäudes entdeckt worden war. Anliegende Gebäude wurden evakuiert, während Spezialeinheiten den Rucksack zur Explosion brachten. Er stellte sich als harmlos heraus. In Tampa versuchte zudem ein Mann in einem Waffenladen eine Pistole zu stehlen und begründete dies damit, daß er Terri Schiavo retten wolle.

Jeb Bush will seine Befugnisse nicht überschreiten

Auf dem Gerichtsweg bleibt für die Eltern Schiavos nun noch der Gang zum Bundesberufungsgericht in Atlanta und möglicherweise ein Antrag an das höchste Gericht der Vereinigten Staaten in Washington. Alle diese Instanzen haben es aber ebenfalls bereits abgelehnt, eine Wiederaufnahme der Ernährung anzuordnen. Gouverneur Bush selbst dämpfte Hoffnungen der Eltern Schindler, er könne trotz der Gerichtsbeschlüsse die Tochter aus dem Hospiz in Clearwater holen und dann in staatlicher Fürsorge die Wiederernährung einleiten. Er werde nichts tun, was über seine Befugnisse als Gouverneur hinaus gehe, sagte Bush.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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