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Königspaar zu Besuch : Oranje auf der Wartburg

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Auf der Wartburg in Eisenach begann der Deutschland-Besuch von König Willem-Alexander und Königin Maxima. Bild: EPA

Eisenach, Weimar, Erfurt: Das niederländische Königspaar gedenkt bei seinem Deutschland-Besuch NS-Opfern und besichtigt geschichtsträchtige Orte.

          Das niederländische Königspaar hat am Mittwoch in Buchenwald bei Weimar der nationalsozialistischen Opfer in Konzentrationslagern gedacht. Willem-Alexander und Máxima legten auf dem ehemaligen Appellplatz der Häftlinge weiße Rosen nieder. Eine Stahlplatte erinnert dort an die 280.000 Menschen, die von den Nazis zwischen 1937 und 1945 in das Lager verschleppt wurden. Unter ihnen waren auch mehr als 3000 Niederländer, viele davon Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Sie mussten wie Tausende weitere Häftlinge Zwangsarbeit in der deutschen Rüstungsindustrie leisten. Etwa 700 Niederländer starben in Buchenwald; insgesamt kamen dort 56.000 Menschen ums Leben.

          Stilles Gedenken: Willem-Alexander und Maxima legen am KZ Buchenwald Blumen nieder. Auch viele Niederländer kamen hier ums Leben. Bilderstrecke

          Am Nachmittag ging es für das Königspaar weiter nach Weimar in die Herzogin Anna Amalia Bibliothek sowie das Goethe- und Schiller-Archiv. In dem Archiv folgte das Königspaar familiären Banden. Das älteste Literaturarchiv Deutschlands wurde 1896 eröffnet. Großherzogin Sophie, die Tochter von König Wilhelm II. (1792 bis 1849), einem Urahn Willem-Alexanders, hatte 1842 den Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach geheiratet. Als Landesmutter zahlte sie das prachtvolle Gebäude aus ihrer Privatschatulle. Sie hatte nach dem Tod des letzten Goethe-Enkels die originalen Handschriften seines Großvaters geerbt. 2001 wurden sie von der Unesco zum Teil des kulturellen Gedächtnisses der Menschheit erklärt.

          Am Mittwochvormittag hatte sich das Königspaar über die Alte Synagoge in Erfurt informiert. Sie gilt als ältestes bis zum Dach erhaltenes jüdisches Gotteshaus in Mitteleuropa. Der mehrtägige Arbeitsbesuch von Willem-Alexander und Máxima hatte am Dienstagnachmittag mit einer Besichtigung der Wartburg in Eisenach begonnen, wo Martin Luther 1521/22 die Bibel ins Deutsche übersetzte. Die Wartburg ist ein zentraler Ort im 500. Jubiläumsjahr der Reformation und gilt als meistbesuchte Luther-Stätte der Welt.

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