Home
http://www.faz.net/-gun-75mbd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Kinski-Tochter „Er war ein Kinderschänder“

Pola Kinski erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Vater. Klaus Kinski habe sie jahrelang missbraucht, sagte die 60 Jahre alte Tochter des Schauspielers.

© dpa Vergrößern „Ein Kinderschänder“: Pola Kinski erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Vater.

Schauspieler Klaus Kinski soll nach einem Bericht des Magazins „Stern“ seine älteste Tochter Pola vom fünften bis zum neunzehnten Lebensjahr missbraucht haben. „Mein Vater hat mich in meiner Kindheit sexuell missbraucht“, bestätigte die heute 60 Jahre alte Frau der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch.

Zuvor hatte sie den Schauspieler, der als Exzentriker und aufbrausender Egomane verrufen war, im Magazin „Stern“ als „Kinderschänder“ bezeichnet und über die Folgen des Missbrauchs für sie gesprochen. Ihr Vater, der 1991 starb, habe ihr gesagt, das sei ganz natürlich. „Überall auf der Welt würden Väter das mit ihren Töchtern machen“, so zitierte Kinski, die ebenfalls Schauspielerin war, ihren Vater.

In ihrem Buch „Kindermund“, das im Insel Verlag erscheinen soll, beschreibt Pola Kinski - indirekt - Szenen des Missbrauchs. Aber immer wieder schreibt sie auch über die Zerrissenheit, die sie als Kind erlebt hat. „Schuldgefühle quälen mich: dass ich ihn enttäuscht habe, dass ich es überhaupt zugelassen habe. Ich weine hemmungslos“, heißt es.

22721431 © AFP Vergrößern Klaus Kinski (1926-1991)

„Hurenlohn“

Im „Stern“-Interview sagte sie, „da ich seine Zuwendung so nötig gebraucht habe, wie die Luft zum Atmen, habe ich das in Kauf genommen.“ Ihr Vater habe ihr eindringlich gesagt, sie dürfe mit niemanden darüber reden. Seine Geschenke bezeichnete sie als „Hurenlohn“.

Klaus Kinski war vor allem als Bösewicht in den Edgar-Wallace-Verfilmungen bekanntgeworden. Bis zu seinem Tod am 23. November 1991 wirkte er in 130 Filmen mit. Tochter Pola stammt aus seiner ersten Ehe mit Gislint Kühlbeck. In der zweiten Ehe mit Ruth Brigitte Tocki wurde Nastassja Kinski geboren, die ebenfalls eine erfolgreiche Schauspielerin wurde. Aus einer dritten Ehe ging der Sohn Nikolai hervor. Alle Ehen wurden geschieden.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kloster Ettal Pater bestreitet vor Gericht Missbrauch

Als Präfekt in der Benediktinerabtei im bayerischen Ettal betreute er Internatsschüler. Zwei Jungen soll er in dieser Zeit wiederholt unsittlich berührt haben. Vor Gericht bestreitet er die Vorwürfe. Mehr Von Karin Truscheit, München

22.01.2015, 14:50 Uhr | Gesellschaft
Britisches Königshaus Missbrauchs-Vorwürfe gegen Prinz Andrew

Eine amerikanische Frau hat dem britischen Prinzen Andrew vorgeworfen, sie vor etwa 15 Jahren als Minderjährige missbraucht zu haben. Das Königshaus weist die Anschuldigungen ausdrücklich zurück. Mehr

05.01.2015, 14:13 Uhr | Gesellschaft
Leihmutter-Kind Baby Gammy bekommt die australische Staatsbürgerschaft

Der Fall Gammy sorgte international für Empörung: Ein australisches Paar ließ das Baby mit Down-Syndrom bei seiner thailändischen Leihmutter und nahm nur dessen Zwillingsschwester mit. Jetzt wurde Gammy die australische Staatsbürgerschaft verliehen. Mehr

20.01.2015, 12:49 Uhr | Gesellschaft
Gefährliches Spiel Vater filmt Einjährige mit Waffe in der Hand

Ein 19-jähriger Vater aus dem amerikanischen Bundesstaat Indiana hat seine einjährige Tochter dazu ermutigt, sich eine Schusswaffe in den Mund zu stecken. Das Kind und seine Geschwister sind jetzt in einer Notpflegeeinrichtung untergebracht. Mehr

12.01.2015, 11:23 Uhr | Gesellschaft
Boko Haram Amnesty: Nigerianisches Militär war vor Angriffen gewarnt

Schwere Vorwürfe gegen die nigerianische Armee erhebt Amnesty International. Die Menschenrechtsorganisation sieht den Verdacht bestätigt, dass Nigerias Militär vorab von den Angriffen der islamistischen Terrormiliz auf Städte im Nordosten wusste. Mehr

28.01.2015, 13:23 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 09.01.2013, 16:39 Uhr

Judi Dench Für ein Tattoo ist’s nie zu spät

Den Körper von Judi Dench ziert vielleicht bald ein besonderes Symbol, Benedict Cumberbatch entschuldigt sich, weil er „Farbige“ gesagt hat und Keira Knightley hätte eigentlich anders heißen sollen – der Smalltalk. Mehr 11

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden