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Kinder geben Auskunft : Was macht so ein Papa?

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Wie muss er denn sein, der Papa? Jan Malte und Louisa wissen das ziemlich genau Bild: Finger, Stefan

Väter beschäftigen sich zu wenig mit ihren Kindern, heißt es oft. Das bleibe an den Frauen hängen. Aber ist das wirklich so? Wir haben Jan Malte und Louisa gefragt, zwei ganz normale Grundschüler: Was macht eigentlich so ein Papa?

          Männer, so heißt es, hätten Schwierigkeiten damit, „Qualitäten wie Fürsorge und Verantwortung selbstbewusst zu leben“ (Ursula von der Leyen). Männer hätten „Angst davor, als Weicheier zu gelten, wenn sie sich entfernen von ihrem Selbstbild: erobern, siegen“. (Horst-Eberhard Richter, Psychoanalytiker). Im „SZ“-Magazin schrieb die Journalistin Cathrin Kahlweit 2007: „Väter waren abwesend, und sie sind es geblieben.“ Daher sei die moderne soziologische und psychologische Literatur auch „voll von ,Schattenvätern‘, ,Freizeitvätern‘, ,Wochenendvätern‘, von ,Entväterlichung‘ und ,Vaterverlust‘“. Ähnlich sah es Iris Radisch in der „Zeit“. Sie meinte: „Die Sache ist seit ein paar tausend Jahren dieselbe: Elternschaft ist weiblich.“ Später wünschte sie sich in einem Interview „ganz dringend bessere Väter, als wir sie im Augenblick im Durchschnitt haben“.

          Alles klar. Und was sagen die Kinder? Wir haben gefragt.

          Louisa und Jan Malte, was ist eigentlich ein Papa?

          Jan Malte: Öh . . .

          Louisa: Also, ein Vater ist . . .

          Jan Malte: Das ist der, der seinen Sohn oder seine Tochter großzieht.

          Louisa: Der ist halt so wie ’ne Mutter.

          Jan Malte: Er gehört eben zur Familie.

          Aha, also eine Person der Familie.

          Louisa: Es gibt aber auch welche, die haben zwei Väter. Das sind aber Stiefväter. Wenn sich die Eltern trennen, dann heiratet die Mutter vielleicht einen anderen Mann, und dann hat das Kind zwei Väter. Das eine ist dann der Stiefvater. Ich weiß aber nicht genau, welcher von beiden.

          Hast Du das Wort „Stiefvater“ auch schon mal gehört, Jan Malte?

          Jan Malte: Ja, ganz oft.

          Louisa: Das sieht man auch im Film „Aschenputtel“. Da gibt es auch Stiefschwestern.

          Jan Malte: Bei Dornröschen oder Schneewittchen ist das auch so.

          Wie sieht denn ein Papa aus?

          Jan Malte: Das ist ein normaler Mann. So einer wie du (zeigt auf den 30 Jahre alten Fotografen).

          Könnte der auch jünger sein, sagen wir zwölf Jahre?

          Louisa: Nein.

          Ab wann kann man ein Papa sein?

          Louisa: Ab wenn du heiratest und ein Kind kriegst.

          Beschreibt mal euren Papa, was ist das für einer?

          Jan Malte: Der ist sehr nett zu mir. Er backt mit mir, und er kann sehr gut kochen. Und er geht mit mir und meiner Schwester oft ins Schwimmbad oder fährt mit uns Schlitten. Wenn Ferien sind und meine Mutter arbeiten muss, nimmt er mich manchmal mit auf die Arbeit. Das finde ich immer richtig spannend.

          Und dein Papa, Louisa?

          Louisa: Ich gehe Fahrradfahren mit ihm. Das Blöde ist nur, dass er im Restaurant arbeitet. Immer ab nachmittags fünf Uhr, und dann arbeitet er bis elf Uhr in der Nacht.

          Jan Malte: „Ich möchte so werden wie mein Vater. Dann würde ich Stinkbomben kaufen“

          Was mögt ihr an eurem Papa?

          Jan Malte: Der ist auch ein bisschen schusselig. Der stellt einfach Sachen in den Schrank, und wenn meiner Mutter die dann rausfallen, meckert sie. Oder wenn ich auf ’ner Feier bin und ich frage meine Mutter: Darf ich Cola trinken?, dann sagt sie: nein. Dann frage ich meinen Papa, und der sagt: ja.

          Der Papa ist da ein bisschen netter?

          Jan Malte: Also, nee. Ich mag beide gleich.

          Louisa: Ich finde, die Väter erlauben viel mehr. Einmal, als meine Mama im Krankenhaus war, da haben ich und mein Papa uns heimlich mit zwei Dönern vor den Fernseher gesetzt. Und dann noch mit Chips. Das erlaubt die Mama nie.

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