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Verfilmung eines Wahnsinnsbuchs : „Bei Nintendo-Verbot kriege ich Schiss“

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Manches kriegt man erst mit, wenn man mal mit dem Autor quatscht: Andreas Steinhöfel mit „Rico“ Anton (links) und „Oskar“ Juri Bild: Klein, Nora

Ein Wahnsinnsbuch, eine großartige Verfilmung: „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Andreas Steinhöfel kommt ins Kino. Ein Gespräch mit dem Autor und den beiden Hauptdarstellern über Angst, Freunde, Dummheit und die ungerechten Erwachsenen.

          Anton, der Rico, den du spielst, ist ein tiefbegabtes Kind. Was ist das?

          Anton: Eigentlich, wenn man es spontan ausdrücken soll: dumm.

          Juri: Unter dem Durchschnitt?

          Steinhöfel: Langsam im Kopf.

          Anton: Das Wort gibt es eigentlich gar nicht. Rico ist das Gegenteil von Oskar, der hochbegabt ist. Das Wort gibt es. Und das ist eigentlich die Geschichte, dass ein Kluger und ein Dummer auch Freunde sein können.

          Steinhöfel: Das ist politisch unkorrekt wunderbar zusammengefasst. Dieses „tiefbegabt“ ist eigentlich ironisch verwendet von mir; das ist das einzige politisch korrekte Wort in den ganzen drei Rico-Oskar-Büchern. Weil ich es liebe, dass Kinder einfach sagen: Der ist ja dumm. Und natürlich war die Idee, dass der Rico ein bisschen hinterher ist im klassischen Denken, aber dafür eine unheimliche emotionale Intelligenz hat. Er ist ein Gefühlswesen, das intuitiv ganz viel erfasst, was einem im Leben sonst nicht erklärt wird.

          Juri, dein Oskar ist superschlau. Warum hat der trotzdem so viel Angst im Leben?

          Juri: Was heißt trotzdem? Das könnte die Begründung sein. Ich mein, Rico ist so extrem unter dem Durchschnitt.

          (Anton schnaubt leicht und verschränkt die Arme.)

          Juri: Entschuldigung. Ist ja nichts gegen dich, nur gegen deine Rolle. Wenn man’s negativ nimmt. Hat ja auch positive Seiten. Rico kennt vielleicht drei Arten, wie man umkommen kann, ansonsten denkt er darüber nicht nach. Aber ich, diese Figur, weiß genau, in was für Süßgewässern Piranhas leben.

          Anton: Und deshalb hat er so viel Angst.

          Juri: Wahrscheinlich weiß er von einer Bronchitis aus der Antarktis, die sonst niemand kennt, und fürchtet sich davor.

          Ist dir das schwergefallen, Anton, jemanden zu spielen, der ein bisschen dumm ist oder zumindest auf andere so wirkt?

          Anton: Nö. Ja. Doch. Ein bisschen.

          Juri: In Wirklichkeit ist er ja ein sehr, sehr schlauer Junge!

          Steinhöfel: Um das mal klarzustellen!

          Weil die Leute denken könnten, nicht nur der Rico ist ein bisschen dumm, sondern auch der Anton?

          Anton: Ja. Aber ich hab mir auch eine Gegenantwort ausgedacht: Wenn ich tatsächlich dumm wäre, hätte ich doch nicht den Text lernen können.

          Steinhöfel: Du kannst immer sagen: „Ich bin vielleicht dumm, aber dafür berühmt.“

          Anton: Vor allem, in einem Bestseller die Hauptrolle zu spielen, ist nicht leicht. Es ist schon schwierig, durchs Casting zu kommen, wenn von 500 Kindern aus ganz Deutschland zwei genommen werden.

          Wärt ihr im richtigen Leben lieber wie Rico oder wie Oskar?

          Anton: Ich würde eine Mischung aus beiden nehmen.

          Juri: Würde ich auch machen. So am Boden bleiben, dass ich durch diese extreme Klugheit nicht wieder ein bisschen crazy dastehe, aber auch so klug sein, dass ich die Hausaufgaben nebenbei erledigen kann. Das wär das Einzige, was ich von Oskar nehmen würde. Auf dem Nintendo zocken und nebenbei mit einer Hand meine Hausaufgaben machen.

          Und Sie, Herr Steinhöfel, waren Sie als Kind eher so ein Rico- oder mehr ein Oskar-Typ?

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