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Interview mit Owen Wilson und Vince Vaughn „Ich fühle mich wie mit 18“

Owen Wilson und Vince Vaughn, im Kino oft als „buddies“ zu sehen, sind auch jenseits der Leinwand Kumpels. Ein Gespräch über die Midlife-Crisis, Multitasking, Wut, Superhelden-Filme – und ein Praktikum als Erotik-Tänzer.

© TWENTIETH CENTURY FOX / Kobal Co Vergrößern „Ich sage Ihnen, in mir schlummert eine Magie...“: Owen Wilson und Vince Vaughn

Im ersten Stock von Gebäude 40 des Googleplex, der Zentrale des Internetkonzerns in Palo Alto südlich von San Francisco, sitzen Owen Wilson und Vince Vaughn auf einer knallroten Couch und geben Interviews zu ihrem Film „Prakti.com“, über zwei arbeitslose Vertreter, die ein Praktikum bei Google machen.

Buddies sind die beiden Schauspieler, die schon in mancher buddy comedy zu sehen waren, darunter gemeinsam in „Die Hochzeits-Crasher“, auch jenseits des Kinos; sie verbindet zudem, dass man sie vor allem aus komödiantischen Rollen kennt – und dass sie beide im Film was mit Jennifer Aniston hatten, Vaughn in „Trennung mit Hindernissen“, Wilson in „Marley & Ich“. (Vaughn hatte sogar im echten Leben was mit ihr, 2005/2006.) Zu Vaughns größten Erfolgen gehören „Dickste Freunde“ und „All Inclusive“; Wilson, dessen Markenzeichen der blonde Haarschopf und die schiefe, mehrfach gebrochene Nase sind, hatte seinen Durchbruch in „Armageddon“ und spielte etwa in den „Meine Braut, ihr Vater und ich“-Filmen und in Woody Allens „Midnight in Paris“ mit.

Jetzt auf der Couch ist Vaughn, 43, im dunklen Anzug mit leger aufgeknöpftem grauen Hemd und übereinandergeschlagenen Beinen ganz der elegante Filmemacher; Wilson, 44, lümmelt im karierten Holzfällerhemd und verblichenen Cargohosen neben ihm wie bei einem gemütlichen Sonntag auf dem heimischen Sofa. Neben Vaughn liegt auf der Couch sein iPhone, auf dem alle paar Minuten klimpernd eine Nachricht ankommt. Wilson hat einen Bildband auf dem Schoß, als wir uns begrüßen.

Mr. Vaughn, Mr. Wilson, wenn man Ihnen so gegenübersitzt, könnten Sie kaum gegensätzlicher wirken. Wie würden Sie sich gegenseitig beschreiben?

Vaughn: Owen ist sehr authentisch. Er ist ziemlich clever und hat einen großen Sinn für Humor.

Wilson: Ich würde Vince als einen überaus sensiblen Menschen beschreiben. Was man übrigens auch haben muss, wenn man komisch sein möchte – eine Empfindlichkeit für menschliche Energien und Dynamiken. Vince hat einen sehr feinen Sinn dafür.

Dies ist Ihre dritte gemeinsame Buddy-Komödie. Können Sie uns Ihre Beziehung außerhalb der Filmwelt näher beschreiben?

Wilson: Wir sind ein bisschen wie Brüder, und wir hängen auch außerhalb der Arbeit viel zusammen rum. Wir sind beide ziemlich ehrgeizig, wir spielen gern Tischtennis oder Backgammon gegeneinander.

Sie sind beide Anfang 40. Zeigen sich schon Anzeichen einer Midlife-Crisis?

Wilson: Vielleicht mache ich mir ja was vor, aber ich fühle mich ehrlich gesagt heute kaum anders als zu College-Zeiten. Vielleicht klingt man irgendwann wie seine eigenen Eltern, aber ich habe diese Illusion, dass ich mich nicht verändere. Vielleicht hat das mit meinem Beruf zu tun. Ich meine: Gucken Sie doch mal, was ich anhabe! Nein, das Älterwerden fällt mir nur bei anderen auf. Neulich war ich bei einer Hochzeit in meinem Elternhaus in Texas, und da habe ich diese ganzen Kids getroffen, die ich das letzte Mal gesehen habe, als sie in der siebten Klasse nach der Schule von einer der Mütter abgesetzt wurden. Sehr seltsam!

Vaughn: Ich fühle mich, als wenn ich immer noch 18 bin. Wahrscheinlich liegt das wirklich daran, dass wir unser Leben damit verbringen, Filme zu drehen.

Sie gehören beide zu der letzten Generation, die noch in einem analogen Zeitalter aufwuchs...

Wilson: Mag sein, aber was man sich im Leben wünscht, ist doch dasselbe geblieben – Liebe, Freundschaft, Erfüllung.

Vaughn: Jetzt schließ mal nicht von dir auf andere. (kichert)

Wilson: (weist kichernd auf Vaughn) Dieser alte Junge hier steht mehr auf gewisse andere Dinge...

Vaughn: Im Ernst: Ich glaube, dass unsere Bedürfnisse dieselben bleiben; allein die Art, wie wir Dinge tun, werden durch Technologien verändert. Die Leute multitasken heute mehr.

Sie meinen, dass man seine Gesprächspartner hin und wieder ermahnen muss, nicht in ihre Telefone oder Computer zu starren?

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Veröffentlicht: 15.09.2013, 10:01 Uhr