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Interview mit Matt Damon : „Mein Chef sind die Zuschauer“

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„Ich tue tatsächlich das, was ich immer wollte“: Matt Damon Bild: AFP

Hollywood-Star Matt Damon über das Filmemachen als Zauberkunst, seine Kumpel George, Brad und Ben sowie die Frage, wann man Freunde offensiv anlügen sollte.

          Nachdem Sie in Cannes als schwuler Liebhaber von Michael Douglas gefeiert wurden, verwandeln Sie sich für den Science-Fiction-Film „Elysium“ wieder einmal in eine Kampfmaschine. Macht es Ihnen Spaß, Action-Helden zu spielen?

          Filmemachen macht generell sehr viel Spaß. Aber letztlich geht es darum, Probleme zu lösen, und davon hat jeder Film seine eigenen. Ich stelle mir das immer wie einen Zaubertrick vor, einen Zaubertrick mit hundert anderen Menschen: Man sitzt zusammen und überlegt, wie der Trick gelingen könnte. Dann beginnt die Arbeit, und Monate später findet man heraus, ob es funktioniert hat. Ein großer Teil ist das Nachdenken darüber, was einen auffliegen lassen könnte.

          Was hieß das für „Elysium“?

          Der Regisseur hatte eine sehr genaue Vorstellung, wie meine Figur aussehen sollte. Ich hatte ein Bild von diesem Max mit rasiertem Schädel und tätowiertem, muskelbepacktem Körper. Das bedeutete eine Menge Zeit im Fitnessstudio, monatelange Arbeit auf einer ganz praktischen Ebene.

          Ehrlich gesagt bin ich erleichtert, Sie wieder halbwegs normal zu sehen.

          Ich bin nicht eitel genug, um so viel Zeit im Fitnessstudio zu verbringen oder so kontrolliert zu essen. Ich liebe Essen.

          Nutella zum Beispiel.

          Genau.

          „Elysium“ ist eine Raumstation im 22. Jahrhundert, auf die sich die Reichen geflüchtet haben, während auf der Erde Überbevölkerung, Armut und Umweltverschmutzung herrschen. Wie fanden Sie es, dass Ihr Max die Welt retten soll?

          Mir hat vor allem gefallen, wie zögerlich er war. Eigentlich wollte er vor allem sich selbst retten, erst am Ende merkt er, dass er eine Bestimmung hat. Das war nie sein Plan.

          Sie selbst hatten - zusammen mit Ihrem Freund Ben Affleck - schon als Schüler den Plan, Schauspieler zu werden. Leben Sie heute das Leben, von dem Sie damals geträumt haben?

          Ich tue tatsächlich das, was ich immer wollte. Davon haben Ben und ich als Kinder geredet und, ja, in gewisser Weise leben wir unsere Hirngespinste von einst.

          Gibt es Momente, in denen Sie staunen und kaum glauben können, wo Sie es hingeschafft haben?

          Ich habe bei jedem Dreh ein oder zwei Augenblicke, in denen ich mich kneife und sage: Wow, das ist toll. Ich weiß noch, wie mir zumute war an diesen drei Abenden, an denen wir „Pizza Pizza“ gedreht haben. Ich war jung, das waren meine ersten Momente am Set. Und ich konnte kaum glauben, dass man so tatsächlich seine Zeit verbringen darf, dass das eine Option ist, die Menschen haben. Seit damals wollte ich nichts anderes. Insofern bin ich unglaublich froh, das tun zu dürfen. Für mich ist das keine Selbstverständlichkeit. Mein Chef, wenn man so will, sind die Zuschauer. Wenn die nicht mehr ins Kino gehen, verliere ich meinen Job. Dann bin ich sofort arbeitslos. Deshalb will ich jeden Film so gut wie möglich machen. Ich liebe das. Abgesehen davon, dass ich so viel weg bin von meiner Familie.

          Was ist aus Ihrer 14-Tages-Regel geworden, der zufolge Sie maximal zwei Wochen lang von Ihrer Frau und den vier Töchtern getrennt sind?

          Wir brechen damit gerade zum ersten Mal. Morgen sind zwei Wochen um, aber ich fliege erst zwei Tage später nach Hause. Schrecklich ist das. Aber wir brauchten die Zeit, um den Film fertig zu kriegen.

          Haben Sie noch Träume?

          Ich würde gerne Regie führen. Ansonsten: weiterarbeiten, weitermachen. Und gesund bleiben.

          Ihre Frau hat einmal gesagt, sie habe Sie nie so glücklich erlebt wie in der Zeit, als Sie an „Promised Land“ gearbeitet haben, dem Film, für den Sie Hauptdarsteller, Produzent und - mit John Krasinski - Drehbuchautor waren.

          Ich hatte vergessen, wie großartig es sich anfühlt, etwas zu schreiben, etwas zu schaffen, um es dann in eine Gruppe einzubringen und gemeinsam umzusetzen.

          Da waren Sie der Zauberer.

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