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Im Krankenhaus Modell Schwarzwald-Klinik

17.07.2005 ·  Der Klassiker: Die „Arzt-mit-Krankenschwester“-Beziehung gibt es nicht nur bei Professor Brinkmann. Andreas und Annemarie Weißer haben sich im Krankenhaus gefunden. Gefunkt hat es - wie so oft - im Schwesternwohnheim.

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Andreas und Annemarie Weißer sind, rein beziehungsmäßig, ein Klassiker: Er ist Assistenzarzt, sie Krankenschwester. Seit 1998 arbeiten die beiden an der Universitätsklinik Mannheim.

Kirchlich geheiratet haben sie vor sechs Wochen. Paul, der gemeinsame Sohn, ist anderthalb Jahre alt. Er hat einen Platz in der Krankenhauskrippe. So können die Eltern beide arbeiten. Er voll, sie zu 60 Prozent.

Im Schwesternwohnheim

„Manchmal geben wir uns zu Hause die Klinke in die Hand“, erzählt die 25jährige Annemarie Weißer. Ihr Mann kommt dann vom Dienst in der Onkologie, sie bricht auf zur Nachtschicht in der Neurologie. „Da ist es von Vorteil, wenn alle beim gleichen Arbeitgeber sind.“

Gefunkt hat es - wie so oft - im Schwesternwohnheim. Die Schülerin aus Halle hatte dort ein Zimmer, der Mediziner aus Schwaben arbeitete im Keller des Wohnheims in einem Labor zur Leukämie-Forschung. Der Weg zu seiner Arbeitsstätte führte am Aufenthaltsraum der Schwestern vorbei. „Das war mein Glück“, sagt der 36jährige.

Auf unterschiedlichen Stationen

Nur ganz am Anfang hatten sie Bedenken, es könne über sie geredet werden. „Ein Klinikum mit 1400 Betten ist zwar groß, aber Tratsch spricht sich gleich herum.“ Also schlenderte der Assistenzarzt anfangs unauffällig am Kaffeeraum vorbei, wenn Annemarie Feierabend hatte. Sobald sie ein festes Paar waren, konnten es die Kollegen ruhig wissen. Etwas Besonderes waren sie schließlich nicht. „Arzt-mit-Krankenschwester gibt es hier häufig. Nur übertroffen von Arzt-mit-Ärztin“, meint der Schwabe.

Schwierig wird es nur, wenn Paare auf der gleichen Station arbeiten. „Viele Situationen im Krankenhausalltag sind emotional extrem aufreibend, da muß alles Hand in Hand gehen“, sagt die Krankenschwester. „Paare tun sich da manchmal schwer.“ Für sie ist deshalb klar: „Das ginge nicht gut, wenn ich bei der Arbeit auf Andreas hören sollte. Ich bin zu impulsiv, er zu ruhig.“

Quelle: bwy. / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17.07.2005, Nr. 28 / Seite 39
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