17.07.2005 · Die Teamspieler: Das sind Regine und Burkhard Schork, die vier Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren, und wenn Not am Mann ist, auch die Großeltern. Gemeinsam führen sie das Hotel und Restaurant „Friedrich von Schiller“.
Die Schorks sind ein Team: Regine und Burkhard, die vier Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren, wenn Not am Mann ist, auch die Großeltern. Gemeinsam leben sie am historischen Bietigheimer Marktplatz. Gemeinsam führen sie dort das Hotel und Restaurant „Friedrich von Schiller“.
„Wir spielen einen Mannschaftssport“, sagt Burkhard Schork, wenn man so will, der Teamchef im Haus. Zu seiner Taktik gehört es, schon die Kinder „spielerisch an das Geschäft heranzuführen“. „Wir pressen sie nicht rein. Die sollen aber ruhig lernen: Ohne Arbeit gibt es kein Geld.“ 1958 geboren und selbst mit sechs Geschwistern aufgewachsen, sollte Burkhard Schork eigentlich Pfarrer werden. Nach der zehnten Klasse verließ er aber das Gymnasium, lernte erst Metzger, dann Koch und ging auf Wanderschaft; Süddeutschland, Sylt, die Schweiz.
Bekanntschaft in der Hotelfachschule
An der Hotelfachschule lernte er dann Anfang der achtziger Jahre Regine kennen. Sie arbeitete zu der Zeit im „Graf Zeppelin“ in Stuttgart. Seit 25 Jahren sind die Schorks nun zusammen, seit 17 Jahren sind sie verheiratet, so lange sind sie gemeinsam Unternehmer, so lange arbeiten sie zusammen. Sechs Tage die Woche. Sonntag ist Ruhetag im „Schiller“, das sie 1988 von Regines Eltern übernommen haben.
Das Paar gibt zu, daß es bei ihnen wie in jedem Team Reibungen gibt, daß auch ihre Beziehung nicht jeden Tag der reine Sonnenschein war. Die Angestellten haben ein feines Gespür entwickelt für das Klima zwischen Chef und Chefin. Sie merken sofort, „wenn es mal spannt und ruckelt“, erzählt Küchenmeister Schork. „Wenn wir uns schon mal streiten, dann möglichst nicht in der Öffentlichkeit.“
Liebe in Zeiten des Alltags
Ihre Stammgäste jedenfalls fühlen sich wohl, das „Schiller“ ist so etwas wie das zweite Wohnzimmer für die Spitze des Porsche-Konzerns. Vorstandschef Wendelin Wiedeking hat ein halbes Jahr bei den Schorks im Hotel gelebt, als er 1992 neu nach Zuffenhausen kam. Seither sind die Familien befreundet. Wiedeking lädt Manager-Kollegen gern nach Bietigheim ein, der Gastronom hilft dem Porsche-Chef bei der Ernte auf dessen Kartoffelacker - und serviert das Ergebnis auf den Automobilmessen in Paris, Genf oder Frankfurt.
Der Lachshäppchen überdrüssig, hat Porsche-Chef Wiedeking die Schorks zum Caterer des Autoherstellers ernannt. Seither werden an Porsches Messeständen von Schork schwäbische Kutteln gekocht. Die Familie hat dadurch noch mehr Arbeit. Wenn dann frei ist, verbringen die Schorks auch die Ruhetage gemeinsam - „und das gern“. Von der These, daß sich Liebe im Alltag abnützt, hält Burkhard Schork jedenfalls nichts. „Ich würde meine Frau wieder heiraten.“