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Im Gespräch: Cro „Ich wurde pädagogisch wertvoll erzogen“

Er ist das neue Gesicht hipper deutscher Musik - soweit man das von einem sagen kann, der eine Panda-Maske trägt. Im Gespräch mit der F.A.S. spricht der schwäbischen Rapper Cro über Anonymität, Hotel Mama und die Liebe.

© Marcus Kaufhold Vergrößern Cro der Bär: Fotografieren lässt sich der Rapper ausschließlich mit seiner putzigen Panda-Maske. Im Internet kursiert trotzdem ein Foto, das Cro unverhüllt zeigt - als genauso putziges Kerlchen

Du bist viel zu spät zu unserem Interview gekommen - sind das schon erste Starallüren?

Oh, ich war völlig raus heute. So was gab’s echt noch nie, und das tut mir leid. Ich bin erst um sechs ins Bett, weil ich die ganze Nacht Musik gemacht habe. Um elf bin ich dann aufgestanden, die Sonne hat geschienen, alles war schön, und ich habe weiter Musik gemacht. Als es dann Zeit gewesen wäre, wollte ich einfach nicht aufhören.

Für die Musik, die du machst, hast du einen eigenen Namen erfunden.

Ja, „Raop“, also Rap und Pop. Ich mache leichte Musik, die gut ins Ohr geht, mit ’nem kleinen Pop und ’nem großen Rap. Die meisten meiner Lieder klingen sommerlich. Im Sommer funktionieren sie, weil die entsprechenden Bilder da sind, und im Winter funktionieren sie, weil man sich an die Sommerbilder erinnert.

Selbstmarketing, Kleinlabel, Riesenerfolg: Bist du der fleischgewordene Albtraum der Plattenfirmen?

Ja, denke ich schon. Am Anfang haben die uns mehrfach nach Berlin eingeflogen und in immer bessere Restaurants eingeladen. Es wurden ständig höhere Summen geboten, damit ich bei denen unterschreibe. Wir haben aber schließlich abgelehnt, weil wir zuversichtlich waren, es auch alleine zu schaffen.

Für unser Gespräch hast du sie ja abgelegt, aber warum trägst du eigentlich diese Pandabären-Maske?

Das war bloß ein spontaner Einfall. Ein Kumpel und ich haben damals eine Eisbär- und eine Panda-Maske bestellt. Ich habe dann, ohne zu überlegen, den Panda genommen. Wäre es anders gelaufen, könnte ich jetzt auch der rappende Eisbär-Idiot sein. Mittlerweile hat die Maske aber den Vorteil, dass sie meine Anonymität wahrt, und das schätze ich. Wir haben auch immer mehrere identische Masken parat, falls mal eine kaputtgehen sollte.

Hörprobe: „Genauso“ Artikel.Text Video starten $fazgets_pct
© dapd, Chimperator CD der Woche: Cro „Raop“

Was soll denn das umgedrehte Kreuz auf der Maske?

Das ist völlig sinnlos und hat überhaupt keine Bedeutung. Anfangs war die Maske so leer, dann lag da ein dicker Stift herum, und mittlerweile gehört das Kreuz eben dazu.

Der Wunsch nach Anonymität ist nachempfindbar, aber wieso willst du dein Alter nicht preisgeben?

Ich finde das Alter generell nicht so wichtig. Bin ich jetzt zwanzig oder einundzwanzig? Ist doch egal.

Wie hast du es geschafft, in so kurzer Zeit so gute Chartpositionen zu belegen?

Wenn ich das wüsste, würde ich sofort Manager werden, mir irgendjemanden schnappen und das dann nochmal machen. Bei mir waren es jedenfalls viele Zufälle, die alle glücklich ineinanderliefen und perfekt gepasst haben. Ich finde meinen Erfolg nicht logisch, sondern total verrückt.

Du machst deine eigene Musik, zeichnest und gestaltest Klamotten. Steckt dahinter ein Mitteilungsdrang?

Es ist eher die Lust an diesen Dingen. Früher waren das nur meine Hobbys. Wobei es jetzt wieder ähnlich ist: Derzeit ist mein Beruf eigentlich, auf Tour zu gehen, und Musikmachen ist wieder das Hobby.

Deine Songs entstehen angeblich in rasantem Tempo. Ohne raptypisches Geflunker - was ist dein Rekord im Schnellproduzieren?

Für „Easy“ habe ich den Beat in einer halben Stunde gebaut. Am Text saß ich dann etwas ausführlicher, vielleicht eine halbe Nacht. Als es hell wurde, war der Song im Kasten. Manchmal dauert es länger, aber die Lieder sind oft nicht gut, weil es dann zu verkopft wird. Bei mir sind die spontanen und schnellen Aufnahmen die besten.

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Veröffentlicht: 04.08.2012, 16:16 Uhr