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Im Bankgeschäft Heimliche Küsse in Schweden

17.07.2005 ·  Das Karriere-Paar: Die Vorstandsassistentin liebt den Bänker - den Arbeitgeber stört das nicht. Maria Innergard traf ihren Traummann Oliver vor fünf Jahren bei der SEB Bank in Stockholm.

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Anfangs haben sie es noch geheimgehalten. Drei Monate lang waren sie bereits ein Paar, im Büro aber verhielten Maria Innergard und Oliver Guhl sich wie zuvor - rein kollegial. Nur zufällig verließen die beiden Angestellten der SEB Bank gemeinsam ihren Arbeitsplatz in Frankfurt.

„Wir wußten ja nicht, wie die Kollegen oder Chefs reagieren würden“, erinnert sich Innergard. Als Oliver Guhl dann aber in eine andere Abteilung des schwedischen Bankhauses wechselte, sahen die frisch Verliebten keinen Grund mehr für Heimlichkeiten.

Kein Aufsehen erregt

„Dabei hätten wir uns die gleich sparen können“, sagt die 33jährige Schwedin, die heute als Assistentin des Vorstandsvorsitzenden in der Deutschland-Zentrale arbeitet. Für Aufsehen hat ihr Outing nicht gesorgt. „Aha“, „schön für euch“ - das war's.

3500 Mitarbeiter haben die Schweden in Deutschland. Darunter zahlreiche Paare. „Das kommt doch in jeder Bank vor“, erzählt die Vorstandsassistentin. Ob das ein Problem sein könnte? Das glauben die Schwedin und der Betriebswirt aus Freiburg nicht. „Höchstens vielleicht, wenn einer der Chef vom anderen ist. Aber den Fall haben wir bei der SEB nicht.“

„Eine Wohnung, ein Arbeitgeber“

Kennengelernt haben Innergard und Guhl sich vor fünf Jahren bei der SEB in Stockholm. Gefunkt hat es erst viel später. Ein Jahr lang schon hatten sie in Frankfurt in der gleichen Abteilung gearbeitet. „Da erst haben wir gemerkt, daß sich etwas verändert zwischen uns.“ Inzwischen sind sie drei Jahre zusammen. „Eine Wohnung, ein Arbeitgeber - „das verbindet“, sagt die Schwedin. „Man weiß, was der andere macht, mit wem und für wen er arbeitet.“

Auch wenn Oliver Guhl als Referent im Zahlungsverkehr inzwischen in einem anderen Gebäude arbeitet. Daß sich Privates und Berufliches mischt, sehen beide als Vorteil. Sie fahren jedes Jahr nach Südschweden in das Ferienhaus ihrer Familie. Der 29jährige Banker lernt inzwischen - aus beruflichem wie privatem Ehrgeiz - Schwedisch. Und beide könnten sich vorstellen, irgendwann nach Schweden zu wechseln. „Natürlich zusammen und am liebsten für die SEB.“

Quelle: bwy. / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17.07.2005, Nr. 28 / Seite 39
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