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Stand an Autobahnraststätte : Christina Wagner brät einfach weiter

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An der ältesten Autobahnraststätte Deutschlands verkauft Christina Wagner Bratwürstchen und Kaffee über den Zaun. Bild: dpa

Würstchen und Kaffee über den Zaun hinweg verkaufen? Für Christina Wagner, die Besitzerin einer ehemaligen Raststätte, ist das Alltag. Das könnte jetzt teuer werden.

          Im Streit um den Verkauf von Bratwürsten an Deutschlands erster Autobahnraststätte in Thüringen bleibt die zuständige Behörde hart. „Wir haben Frau Wagner gebeten, das zu unterlassen“, sagte der Präsident des Landesamtes für Bau und Verkehr, Markus Brämer. Wenn sie dem nicht nachkomme, werde demnächst das schon angedrohte Zwangsgeld festgesetzt. Imbissbetreiberin Christina Wagner aus Rodaborn an der Autobahn 9 denkt jedoch nicht daran aufzugeben. Ihre Online-Petition an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben schon 3200 Personen unterzeichnet.

          Der Streit um den Verkauf von Bratwürsten über einen Zaun am Parkplatz Rodaborn-West schwelt schon viele Jahre. Vor Gericht hat Wagner, der die ehemalige Raststätte hinter der Absperrung gehört, verloren. Sie darf nicht mehr von einer Leiter aus über den Zaun hinweg verkaufen. Das Verwaltungsgericht Gera hatte voriges Jahr ein vom Landesamt erlassenes Verbot für rechtens erklärt und Wagners Klage dagegen abgewiesen. Die Richter stellten fest, dass keine Erlaubnis für die „straßenrechtliche Sondernutzung“ vorliege.

          Das Oberverwaltungsgericht in Weimar hatte dieses Urteil Ende Mai bestätigt. Die Zaun-Rebellin verkauft dennoch munter weiter Kaffee und Bratwürste an Autofahrer. Durch die überregionale Aufmerksamkeit kämen immer mehr Autofahrer, sagt Wagner. Etliche hätten gar keinen Hunger, sondern würden nur anhalten, um ihr Mut zuzusprechen. Das vom Landesamt in Aussicht gestellte Zwangsgeld werde sie „auf keinen Fall“ zahlen. Notfalls gehe sie lieber ins Gefängnis.

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