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Herzblatt-Geschichten Yeah, ich werde famous

 ·  Posten, twittern und lästern sind die Lieblingsbeschäftigungen der meisten Promis - allen voran Boris Becker. Wenn man nicht gerade, wie Georgina, aus dem Dschungel zurückkommt und voll famous werden will.

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© dpa Vergrößern Nachdem Georginas Teilnahme beim „Bachelor“ die Emanzipation schon mit Füßen trat, legt die Dschungelcamp Kandidatin nun nochmal nach: „Ich geh doch nicht arbeiten. Ich bin ein Mädchen!“

Viel gelernt wieder diese Woche, über Frauen und Männer und FDP-Männer im Speziellen. Und gerade wo die Geschlechterdebatte am heftigsten tobt, wird Kandidatin Georgina aus dem Dschungelcamp gewählt und klärt den Bild-Reporter auf über ihre Zukunftspläne: „Jetzt werde ich voll famous, yeah!“ Was sie dafür tun möchte? Gar nichts: „Hey - ich geh doch nicht arbeiten. Ich bin ein Mädchen!“ Ein echter Tiefschlag für die Emanzipation.

Von der Zukunft zur Vergangenheit: Franz Josef Wagner demonstriert diese Woche mit gleich zwei Bild-Briefen, dass er der Rainer Brüderle unter den Kolumnisten ist. Einmal preist er Annette Schavans „wunderbares, unverheiratetes Lehrerinnen-Gesicht“, vergleicht sie mit der „Cousine, die keinen abbekommen hat“, und schließt: „Wissenschaftler müssten untersuchen, ob ein Doktortitel ein Ersatz für Liebe ist.“ Und warum sind Sie, Kollege Wagner, mit Ihrem Journalisten-Gesicht wie nach acht zerrütteten Ehen, dann kein Doktor? Und dann äußert sich Wagner noch über Brüderle: „Was ist daran schlecht, wenn ein 67-jähriger Mann mit einer 28-jährigen ,Stern‘-Reporterin an einer Bar betrunken ist.“ Wir werden den Verdacht nicht los, dass Wagner, 69, hier auch in eigener Sache schreibt.

Boris Becker, der Franz Josef Wagner unter den Twitterern, beweist derweil mal wieder, dass man selbst in Kurznachrichten großen Unfug schreiben kann, und teilt vor aller Welt seiner Ex-Frau Barbara Becker mit: „Nach 2 Scheidungen geht Frau normalerweise wieder auf Geburtsnamen, der lautet Feltus...“ Seine Mutter, Schwester und Gattin würden sich freuen, fährt er fort und muss „feststellen, dass man irgendwann die Vergangenheit ruhen lassen sollte“. Ach, würden Sie, Herr Becker, doch nur Twitter irgendwann ruhen lassen!

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© dapd Vergrößern Jimi Blue Ochsenknecht wird überall eingeladen und versteht, dass darum Leute neidisch auf ihn sind. Da stellt sich jedoch die Frage, wer eigentlich genau zum Promi-Dinner oder zum Dschungelcamp eingeladen werden will...

Es gibt ja wesentlich sinnvollere Zeitvertreibe. DJ Ötzi stellt laut Goldenem Blatt eigene Rezepte ins Netz und sagt: „Ich möchte den Fans das näherbringen, was ich gut kann - und das ist einfach das Kochen!“ Haben wir uns gedacht, dass es nicht das Singen sein kann. Rapper Bushido wieder twittert lieber und hat dort als Profilbild, wie In berichtet, eine „stilisierte Landkarte des Nahen Ostens“ ausgesucht, „die auch Israel in den Farben Palästinas zeigt“. Auf die Forderung, er solle nun seinen Burda-Bambi für gelungene Integration zurückgeben, reagiert er mit dem Eintrag: „Bambi zu verkaufen.“ Scheint, als müsse man ihn noch mal neu integrieren, dann kann man ihn in ein paar Jahren ja wieder auszeichnen.

Wer aber resozialisiert Die Aktuelle? Kürzlich ist bei einem tragischen Unfall ein Jogger von einer Straßenbahn getötet worden, und es war der Rektor der Bayreuther Hochschule, die Karl-Theodor zu Guttenberg den Doktortitel aberkannte. „Was hat er damit zu tun?“, schreibt Die Aktuelle nun auf ihrer Titelseite. „Der rätselhafte Tod seines größten Feindes“ sei „spannender als jeder Krimi“ und ein „Unfall, der die Phantasie anheizt, der Raum für viele Spekulationen lässt“. Und wenn auch Guttenberg dem Verunglückten nicht den Tod gewünscht habe, „klingt diese Tragödie nach Rache, nach Vergeltung“. Nein, Aktuelle, es klingt alles nur nach ganz miesem Journalismus, und wir sind froh, dass wir deine angeheizte, dreckige Phantasie nicht teilen müssen. Keine Pointe.

Viel liebenswerter erscheint da Bunte mit den verunglückten Metaphern ihrer Chefin Patricia Riekel. Über ein Foto, auf dem sich das Ehepaar Rösler herzt, schreibt sie: „Ihr Gesicht ist wie ein Suchscheinwerfer auf sein Gesicht eingestellt. Voller Wärme und Liebe.“ Einen Suchscheinwerfer, liebe Frau Riekel, sollte man selbst dann nicht aus zwanzig Zentimetern ins Gesicht seines Mannes scheinen lassen, wenn er voller Liebe steckt. Und einen Heiratsantrag sollte man anders gestalten als den ersten Versuch, den Sky du Mont bei seiner Mirja unternahm. „Die Situation war mir zu unromantisch“, erzählt sie Bunte, „ein Stuttgarter Eiche-rustikal-Hotel, und er trug komische Hasen-Unterhosen...“ Aber doch hoffentlich noch was drüber!

Welche Unterhosen Jimi Blue Ochsenknecht trug, als er über einen Laufsteg der Berliner Modewoche stolzierte, wissen wir nicht, zur Schau jedenfalls stellt er enormes Selbstbewusstsein: „Manche Menschen hassen mich, weil ich ein schönes Leben habe“, sagt er In. „Und um ehrlich zu sein, kann ich das sogar verstehen. Ich wäre auch neidisch auf jemanden, der überall eingeladen wird und sich im VIP-Bereich mit den hübschen Mädels unterhält.“ Model Karlie Kloss wiederum sagt: „Ich habe beim Gen-Lotto abgeräumt und muss nicht viel tun, um halbwegs präsentabel auszusehen.“ Das ist bei uns leider anders, aber wir haben bei diesem Gen-Lotto ja nicht mal mitgespielt. Wo fand denn das statt?

Fußballer Sami Khedira hat In auch getroffen in Berlin, backstage: „,Ich darf nicht hinschauen‘, sagt er nur und mustert interessiert die Wand.“ Auf diese Weise, lobt In, wahrt er dezent die Intimsphäre der sich dort umkleidenden Models. Wenn wir die FDP wären, würden wir den Mann schleunigst zum Spitzenkandidaten ernennen.

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