08.03.2009 · Manche Männer scheinen genau zu wissen, wie sie ihre Frau anpacken müssen. Da sagt eine Hand mehr als tausend Worte. Andere dagegen spielen ihr Leben lang die zweite Geige; Verbitterung und Ohnmachtsgefühle eingeschlossen. Die neuen Herzblatt-Geschichten.
Von Peter LückemeierLieber Fitnesstrainer Daniel Westling, der du bald als Herzog von Västergotland immer drei Schritte hinter deiner Gattin, der künftigen Königin von Schweden, herlaufen wirst, du bist uns sehr sympathisch. Allein wie du auf die Frage geantwortet hast, warum du dich in Victoria verliebtest (“schaut sie euch an, ist das schwer zu verstehen?“), fanden wir echt nett. Und deshalb wollen wir dich heute in aller Form warnen vor dem Dasein, das als Prinzgemahl deiner harrt.
Auch Bunte weiß das und sagt es knallhart: „Männerstolz? Ablegen. Initiative? Vergessen. Freizeit? Verplant.“ An der Seite von Victoria Ingrid Alice Desirée Kronprinzessin von Schweden und Herzogin von Västergotland wirst du nicht mehr arbeiten dürfen und vielleicht sogar den Bosheiten der Höflinge ausgesetzt sein, „die z. B. ihm nur einen Türflügel aufreißen, seiner Frau aber beide“.
Vielleicht wirst du, Daniel, im Laufe der Jahre sogar eine ähnliche Verbitterung zeigen wie der dänische Prinzgemahl Henrik, der sich gar nicht damit abfinden kann, immer die zweite Geige zu spielen und protokollarisch sogar unter seinem Sohne zu rangieren. Er flieht, weiß Bunte, immer wieder mal auf sein Schloss in Frankreich, wo er seine Ohnmachtsgefühle durch höfisches Zeremoniell kompensiere. Er verlange dann beispielsweise, „dass Lakaien sein Zimmer rückwärts verlassen, um ihm ihre Kehrseiten zu ersparen“.
Wie ein Raubtier
Übrigens soll die Annäherung des Fitnesstrainers an die Kronprinzessin ganz allmählich passiert sein. Es habe nicht sofort klick gemacht, erzählt Victoria, „Daniel und ich hatten eine wunderbare Freundschaft, und diese Freundschaft wuchs zu Liebe“. Ganz anders natürlich beim Obermacho Nicolas Sarkozy, als der Carla Bruni kennenlernte. Der Unternehmer Jacques Séguéla hatte laut Bunte den Politiker und die rassige Italienerin zum Diner eingeladen, und Sarkozy habe ihn an diesem Abend an ein Raubtier erinnert. Er habe sich beim Powerflirt total auf Carla Bruni konzentriert und ihr schließlich etwas ins Ohr geflüstert, „das sie wie einen Teenager erröten ließ“. Gott, was hatte er gesagt? Später verriet Sarkozy es seinem Gastgeber: „Carla, bist du fähig, mich hier und jetzt vor allen auf den Mund zu küssen?“
Donnerwetter. Wir selbst punkten dann und wann ja mit der Frage: „Darf ich noch auf eine Ohrfeige zu Ihnen in die Wohnung kommen?“. Aber eine solche Kühnheit wie Sarkozy hätten wir uns nicht erlaubt. Aber so ist es halt mit dem Selbstbewusstsein der Machtmenschen. Auch Dieter Bohlen kann ja vor Kraft kaum laufen, wenn er sich in Bunte mit Thomas Gottschalk vergleicht: „Der Unterschied zwischen Thommy und mir ist, dass seine Outfits sch. . . sind und meine geil.“ Und wo wir mit Bohlen bei den eher bildungsfernen Schichten sind, fällt uns ein, dass der Frankfurter Opernchef jetzt die Mannschaft der Frankfurter Eintracht zu „Don Giovanni“ eingeladen hatte. Allerdings ohne rechten Erfolg. Spieler Benny Köhler danach zu Bild: „Nicht mein Ding!“
Sein Kollege Faton Toski: „Katastrophe, war das langweilig.“ Vielleicht sollten die Eintracht-Kicker lieber die letzten zehn Konzerte Michael Jacksons im Juli in London besuchen. 44 Millionen Euro will er dafür kassieren. Nach Einschätzung von Bild wirkt Jacko „erstaunlich fit“, die große Frage lautet allerdings: „Hält seine Nase das durch?“ Das vielfach schönheitsoperierte Riechorgan des Musikers ist nur noch winzig klein und droht abzufallen. Vielleicht hat er ja auch gar keine Nase mehr, sondern nur noch eine Nasenmaske oder wie das heißt. Jetzt stellen Sie sich vor, als Frau gehen Sie nach dem Konzert mit Michael etwas essen, es ist alles auch ganz nett, aber dann fällt ihm plötzlich die Nase in die Suppe - wie würden Sie darauf reagieren?
Eine Hand sagt mehr als tausend Worte
Während Sie darüber noch nachdenken, wenden wir uns schon einmal dem Thema Körpersprache zu. Als nämlich Boris Becker - natürlich im Fernsehen - sein Eheversprechen abgab, da gab er seiner Lilly auch ein Küsschen, wobei seine Hand unter ihrem Kinn lag. Bild hat natürlich gleich „Körpersprache-Expertin“ Tatjana Strobel (37) befragt, was das zu bedeuten hatte. Leider musste sie feststellen: „Der Kuss ist von seiner Seite sehr besitzergreifend und flüchtig.“ Oh, oh, das klingt ja nicht so gut. Im Übrigen sollte Herr Becker wissen, mit wem er da durchs Leben schreiten will. Seine Lilly hat einem Ex-Freund, den sie wohl nicht mehr mochte, laut Bild schon mal „die Wohnung zerlegt und das Auto weggenommen“.
Aber natürlich wünschen wir dem Boris, dass seine Lilly sich immer von ihrer besten Seite zeigen möge. So wie unsere hübsche, freundliche, obersüße Redaktionsassistentin Chiara (22) aus Norditalien mit ihrer Wahnsinnsfigur, dem Liebreiz auf zwei Beinen. Ein bisschen kokettieren mit ihrer Schönheit tut sie schon. Und sie weiß ganz genau, warum sie immer rückwärts in unser Büro kommt.
Die Welt des Boulevards
Peter Lückemeier Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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