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Herzblatt-Geschichten Wat ’ne Schlampe

Tauschen will dieser Tage keiner mit den Promis: Die Bild-Zeitung diskutiert Prinz Williams möglichen Todeszeitpunkt. Politiker vermissen ihre Ehegattinnen. Und Katja Burkhard vergisst beim Lästern, ihr Mikro auszuschalten.

© dpa Vergrößern Sagt, was sie denkt: Katja Burkhard

Hyperemesis gravidarum. Hyperemesis gravidarum. Ja, jetzt haben wir’s drauf. Und auch die Kollegen der Herzblätter haben gewiss erst üben müssen, wo sie nun Fremdwörter in ihre Hofberichte einflechten müssen. Nein, mit Herzogin Kate und ihrem Gatten würden wir nicht tauschen wollen, nicht nur wegen ihrer heftigen Schwangerschaftsübelkeit. Ein Kind zu kriegen ist ja aufreibend genug, und wenn ständig jemand kommt und fragt, wie’s einem geht, was es denn wird, wann es kommt und wie es heißen wird, dann ist das irgendwann ziemlich ätzend. Erst recht, wenn wie bei William und Kate die halbe Welt fragt.

Jörg Thomann Folgen:      

Uns wär’s auch nie passiert, dass im Krankenhaus neckische Radioreporter anrufen und sich für unsere Schwiegermutter ausgeben; dass sich nun eine Krankenschwester, welche die Anrufer durchstellte, offenbar das Leben nahm, ist so entsetzlich wie die vorherige Selbstfeier des australischen Senders penetrant; da möchte man glatt mit Kate zum Speikübel greifen. Das weckt böse Vorahnungen, wie irre die nächsten Monate werden dürften. Der Graf vom Dienst der Bild-Zeitung hat schon mal ein halbes Jahrhundert in die Zukunft geblickt: „Ein Brite in Williams Alter (30) hat eine statistische Lebenserwartung von 86 Jahren. Kates Baby wird also erst im Jahr 2068 auf den Thron kommen.“ Auch davon sind wir verschont geblieben: dass uns bei der Geburt unserer Töchter jemand vorgerechnet hätte, in wie vielen Jahren sie einmal unsere Kronkorkensammlung erben werden.

William und Kate werden Eltern Was wird es denn? Familienglück bei Kate und William © dpa Bilderstrecke 

Stimmt die Spekulation des Bild-Grafen, so geht der royale Familienzuwachs zurück auf eine Inselnacht im Südpazifik, und da trifft es sich gut, dass in Adelskreisen die Unsitte nicht verbreitet ist, à la Brooklyn oder Paris ein Kind nach dem Zeugungsort zu benennen: Königin oder König Tavanipupu von England, das wäre auch echt zu doof.

Eine weite Reise vor sich hat auch Helmut Berger: Der einstige Schauspielstar und heutige Talkshow-Hofnarr wird wohl ins RTL-Dschungelcamp einziehen. Selbst Bergers Mutter, zu der er trotz ihres Todes vor drei Jahren regen Kontakt hält, sei einverstanden, berichtet Bunte: „Doch als Mama Hedwig die Summe hörte, war sie dann doch beschwichtigt. ,Sie geht davon aus’, sagt Berger, ,dass die Gage steuerfrei ist.’“ Dabei hat er einen raffinierten Plan, wie er das Geld einsacken und gleichzeitig die Show sabotieren kann: „Ich werde sowieso nur Italienisch und Französisch sprechen.“ Ohne es zu wollen, würde RTL mit dem Dschungelcamp dann endlich echtes Bildungsfernsehen senden.

Eheglück mit Popcorn

Es wäre das zweite Aha-Erlebnis, nachdem die „Punkt 12“-Moderatorin Katja Burkard einen Beitrag über die dem Geschlechtlichen offenbar höchst zugeneigte Sängerin Kesha mit den Worten kommentiert hatte: „Wat ’ne Schlampe, oder?“ Was für die Kollegen bestimmt war, wegen ihres nicht abgeschalteten Mikros, aber auch fürs Publikum zu hören war. Wir wollen uns wertend zurückhalten, geben aber zu bedenken: Ohne Schlampen auf dem Bildschirm könnte RTL höchstens die Hälfte seines Programms ausstrahlen.

Als scharfe Medienkritikerin erweist sich Gertrud, die Ehefrau Peer Steinbrücks. Auf die „Frau an seiner Seite“ mag sie nicht reduziert werden, inszeniertes Politikerfamilienglück nennt sie „geistiges Popcorn, das die Intelligenz eines jeden Bürgers beleidigt“. Die „Reserviertheit“, ja „Aggressivität“ der Frau Steinbrück beklagt prompt Patricia Riekel, die sich als Chefin der großen Popcornfabrik Bunte persönlich angegriffen fühlt. Über die Steinbrücks werden wir also keine Bunte-Storys lesen können wie diese Woche jene mit Philipp Rösler, der vor den Reportern seine Gattin küsst und sagt: „Weil wir uns so wenig sehen, ist immer die Sehnsucht dabei.“ In der FDP, wo man Rösler wesentlich öfter sieht, ist die Sehnsucht vergleichsweise gering.

Alte Männer, junge Frauen

Allzu groß sollte Gertrud die Distanz zu ihrem Peer aber nicht werden lassen, denn die Parteifreundinnen schlafen nicht: „Was bahnt sich da an?“, raunt Die Aktuelle über Steinbrück und Doris Schröder-Köpf, weil beide, es naht der Wahlkampf, bald „viel Zeit miteinander verbringen“ könnten. „Wird aus der politischen Verbindung vielleicht eine Gefühls-Koalition?“, spinnt das Blatt weiter - und in der Tat steht die Doris ja auf ältere Männer. Eher mit jüngeren Frauen hält es Sky du Mont, 65, der in Frau im Spiegel über seine Mirja, 36, sagt: „Wenn meine Frau 55 wäre, würde ich sie genauso lieben.“ Aber mindestens zehn Jahre jünger als Sie selbst, Herr du Mont, müsste sie schon sein, ja?

Playboy-Methusalem Hugh Hefner, 86, wiederum wird nun doch mit Crystal Harris, 26, vor den Altar treten. Das wollten beide schon einmal, im Sommer 2011, nur trat Crystal damals im letzten Moment zurück - und teilte hinterher der Welt mit, ihr Fast-Gatte habe sich ihr nie nackt gezeigt und der (einmalige) Sex mit ihm „vielleicht zwei Sekunden“ gedauert. Warum sich die Braut nun doch traut? Vielleicht, weil Crystal als schlaues Mädchen erkannt hat, dass in einer Ehe mit Hugh Hefner, 86, der Verzicht auf Nacktheit und Sex nur von Vorteil sein kann.

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Quelle: F.A.S.

 
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Veröffentlicht: 09.12.2012, 14:55 Uhr