06.06.2004 · Gewiß, das Zusammenleben von Männern und Frauen gestaltet sich oft schwierig. Mancher Kummer wäre aber zu vermeiden, würden die Männer rechtzeitig die Warnsignale deuten, die von Frauen ausgesendet werden.
Von Peter LückemeierGewiß, das Zusammenleben von Männern und Frauen gestaltet sich oft schwierig. Mancher Kummer wäre aber zu vermeiden, würden die Männer rechtzeitig die Warnsignale deuten, die von Frauen ausgesendet werden. Wir zum Beispiel begegnen Frauen äußerst skeptisch, die einen gleich zu Beginn der Bekanntschaft fragen: "Soll ich Ihnen mal meine Blinddarmnarbe zeigen? Die sieht supersüß aus, ganz klein."
Auch der Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre (29) hätte sofort hellhörig werden müssen, als Anke Engelke (38) sich ihm in sehr offensiver Weise näherte: "Sie hat gesagt", berichtet er in Bild, "komm, wir betrinken uns heute abend, hat mir sofort ihre Kaiserschnittnarbe gezeigt und mich geküßt." Wie die Sache ausging, wissen Sie, die beiden trennten sich bald, und Stuckrad-Barre wird heute vielleicht die Worte des Dalai Lama nachvollziehen können, der in Vogue sagt: "Manchmal träume ich von Frauen, dann fällt mir ein, daß ich Mönch bin. Und ich sage mir: Paare schlafen miteinander - und schon bald danach beginnt der Ärger."
Ein pessimistisches Wort. Muß denn wirklich immerzu Unfrieden herrschen zwischen den Geschlechtern? O nein. Es gibt sie noch, die Lebensliebe, die auf Vertrauen gründet. Verona Feldbusch beispielsweise hat auf einen Ehevertrag verzichtet: "Ich liebe Franjo und vertraue ihm und er mir genauso - bis daß der Tod uns scheidet."
Ergänzungs-Sex mit der Brasilianerin Rosi
Und dann sind da noch die Paare, die seit Jahrzehnten zusammenstehen und alle Krisen meisterten. Genoß nicht der Fußballtrainer Ottmar Hitzfeld drei Jahre lang heißen Ergänzungs-Sex mit der Brasilianerin Rosi, die erst im Dezember 2001 in Neue Revue stöhnte: "Er ließ mich spüren, wie sehr ich alle seine Sinne weckte"? Doch heute ist alles überstanden, da kann der Trainer in Bunte seiner Gattin öffentlich anvertrauen: "Ich liebe dich, weil du immer Optimist und Kämpfer bist wie ich." Und sie revanchiert sich mit dem Geständnis: "Ich schätze besonders deine Ehrlichkeit und Großzügigkeit."
Ach, ist das schön. Doch fast noch mehr zu Herzen ging uns, als wir jetzt in Frau im Spiegel lasen, daß wir Männer, die wir doch oft als stumpf und dumpf gescholten werden, durchaus zu anrührenden Gesten fähig sind. Sie wissen ja, daß Jessica Stockmann, die frühere Frau des Tennisspielers Stich, von Florian Haffa mit einem Kind unter dem Herzen sitzengelassen wurde. Längst vergnügt sich Haffa mit Schmuck-Erbin Fiona Swarowski, die schwangere Jessica hat er, wie Frau im Spiegel weiß, aber dennoch nicht vergessen: Er schickte ihr eine SMS - zum Muttertag.
Kleine Zeichen der Zuwendung
Ja, von solchen kleinen Zeichen der Zuwendung können sich alle Männer ein Scheibchen abschneiden und sollten im übrigen auch mal einige Erkenntnisse der großen Partnerschafts-Serie in Frau im Spiegel verinnerlichen. Zum Beispiel, daß für die Frau in der Erotik die Gesamtstimmung eine große Rolle spielt: "Ihren Schenkel zu tätscheln während der Sportschau" werde von Frauen nicht als besonders stimulierend empfunden. Auch nicht schön ist das Verhalten des Alvaro de Miranda Neto (31), der einfach die Hände in den Hosentaschen läßt, während seine Freundin, die Milliardärin Athina Onassis (19), sich von hinten "sehnsüchtig, voller Zärtlichkeit" an ihn anschmiegt. 7Tage glaubt, der Brasilianer zeige jetzt sein wahres Gesicht: "Warum sollte er sich auch anstrengen? Er weiß, daß Athina ihn abgöttisch liebt."
Zu einem ernsteren Thema...
Nun aber zu einem ernsteren Thema: "Aus den traurigen Augen von Boris Beckers unehelichem Töchterchen Anna spricht große Sehnsucht", muß 7Tage leider feststellen und kommt zu der Erkenntnis: "Kein Geld der Welt ersetzt die Liebe einer Familie." Das mag schon stimmen, aber umgekehrt gilt ja wohl auch: Selbst die größte Liebe der Familie ersetzt das Geld nicht. Deswegen wollen wir Sie, liebe Männer, fragen: Wären Sie bereit, um des Mammons willen Athina Onassis zu lieben, obwohl sie sehr, sehr dicke Beine hat? Wenn Sie jetzt spontan rufen: "Niemals", dann glauben wir Ihnen nicht.
Andererseits muß man ja aber auch mal wieder daran erinnern, daß Geld allein nicht glücklich macht, ein paar Immobilien und Aktien müssen schon dazukommen. Doch die Queen, die Geld, Wertpapiere und Schlösser im Übermaß besitzt, ist auch nicht richtig happy. In Neue Welt äußert sie ihre intimsten Sehnsüchte: "Ich möchte mal wieder selbst ein Stückchen Rasen mähen." Und selbst der reiche Udo Jürgens (69) ist in Bunte traurig, daß seine wertvolle Musik nicht auf MTV und Viva gespielt wird, weiß aber auch, warum: "Mein Vater war kein Alkoholiker, meine Mutter keine Schlampe. Das sind heute alles Nachteile in der Showbranche."
Pech für ihn, wir selbst haben andere Sorgen. Unsere bezaubernde neue Redaktionsassistentin, die hier immer so aufreizend über den Gang läuft, steht gerade vor unserem Schreibtisch und will uns unbedingt ihre Narbe am Oberschenkel zeigen. Tschüs, Leser. Wir sind schon auf der Flucht.
Die Welt des Boulevards
Peter Lückemeier Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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