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Herzblatt-Geschichten Verführung mit Heino

04.12.2005 ·  Über den desillusionierten Woody Allen, das Tiramisu-Parfüm von Veronika Ferres, wie Athina Onassis unter die Haube kommt und man mit Musik von Heino intellektuelle Frauen verführt. Die Herzblatt-Geschichten.

Von Peter Lückemeier
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Aus Anlaß seines 70. Geburtstages äußert sich Woody Allen in Neue Revue auch über die Liebe. Die ist für das Filmgenie natürlich schiere Glückssache: „Wenn man Glück hat und den Richtigen trifft, dann ist es super. Wenn nicht, dann sollte man sich auf ein gewisses Ausmaß an Leid vorbereiten.“ Gott, das klingt ja schrecklich fatalistisch. Es muß doch auch noch möglich sein, die Partnerschaft aktiv zu gestalten und korrigierend einzugreifen.

Wären wir persönlich beispielsweise mit der Schauspielerin Veronica Ferres verheiratet, wir würden ihr mit strengen Wendungen untersagen, in ihrer neuen Parfüm-Serie einen Tiramisu-Duft herauszubringen. Wer so irre ist, daß er nach Tiramisu riechen will, soll halt zum Italiener gehen und sich mit der Nachspeise einreiben, dazu braucht man kein Parfüm. Das würden wir Frau Ferres unmißverständlich klarmachen, wenn wir auch natürlich dabei nicht so unhöflich wären wie Dieter Bohlen, der laut Neue Revue zu Kandidaten der Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ im Doofkopp-TV gesagt hat: „Du tanzt wie ein angeschossenes Wildschwein“ und: „Deine Stimme reicht zum Eierabschrecken.“

„Weiber gibt's genug auf der Welt“

Nein, es wäre insgesamt schöner auf dieser Welt, wenn wir alle liebevoller und intensiver aufeinander eingingen. Ganz zu Recht beklagt sich die Schauspielerin Elisabeth Volkmann (63) in Bunte über ihre Kollegin Ingrid Steeger: „Ich leide seit langem unter extremen Rückenschmerzen und muß operiert werden. Wenn ich Ingrid davon erzähle, antwortet sie nur, daß ihr steifes Knie viel mehr weh tut.“

Eine solch wehleidige Haltung ist übrigens weit verbreitet, da tut es gut, daß der Schauspieler Herbert Fux in Neue Welt sagt: „Ich schaue in den Spiegel, sehe einen faltigen Waldschrat, der 78 Jahre alt ist, und mach mir nix draus.“ Andererseits antwortet er etwas roh auf die Frage „Mögen Sie eigentlich Frauen?“: „Sehr! Aber nicht so sehr, daß ich jemals eine heiraten wollte. Meine Devise hieß stets: Weiber gibt's genug auf der Welt.“

Athina bekam einen jodelnden Schäfer

Gottlob denkt ein hübscher junger Brasilianer mit dem wundervollen Namen Alvaro Alfonso de Miranda Neto nicht so, er heiratete gestern Athina Onassis. Gut, sie bringt ja auch ein bißchen was mit in die Ehe, das mag die Entscheidung erleichtert haben. „Hunderte von Millionen“ sind es nach stern-Recherchen, und allein die Gage für Stargast Jennifer Lopez bei der Hochzeitsfeier soll - schreibt Das Neue Blatt - 2,5 Millionen Euro betragen haben. Aber vielleicht tut man Herrn Neto ja auch unrecht. Er jedenfalls sagt ganz schlicht: „Ich liebe Athina wegen ihrer Einfachheit.“

Echt? Wegen ihrer Einfachheit? Wie kann, fragt nicht nur der stern, jemand einfach strukturiert sein, dessen Puppen Dior getragen haben? Und als Athina ganz klein war und häufiger „Bäh, bäh“ machte, da bekam sie „eine Schafherde geschenkt, komplett mit einem jodelnden Schweizer Schäfer“. Mit solcher Großzügigkeit erzogen, gibt die junge Dame ihre Generosität heute an den Gatten weiter: Zur Hochzeit bekam er, wie die Viehexperten des stern recherchierten, eine „320.000 Dollar teure, preisgekrönte Zuchtkuh“

Musik von Heino betört intellektuelle Frauen

Jetzt aber zu einem anderen Thema. Sie haben die Wahl, liebe Leser: Sex oder Fußball? Gut. Also, Bild hatte diese Woche eine hübsche Übersicht jener Erkenntnisse, die Professor Werner Habermehl (56) in jahrelanger Forschungsarbeit zusammengetragen hat. Die uns am interessantesten erscheinenden lauten erstens: Das Öffnen eines BHs mit beiden Händen verbraucht acht Kalorien, mit dem Mund sind es 85. Aber wer kann schon BHs mit dem Mund öffnen, die meisten Männer zittern sich schon mit den Fingern einen ab.

Zweitens: Musik, mit der man Frauen ins Bett kriegt, sind der Bolero von Ravel und „Never met a girl like you before“ von Edwyn Collins. Interessant. Wir persönlich haben schönste Erfolge mit Mozart (für die einfachere Frau) und Heino (für die Intellektuelle) erzielt. Ja, im Ernst. Kamin angezündet, Champagner auf Eis und dann Heino. Da kichert die Intellektuelle, kuschelt und entwickelt Überlegenheitsgefühle, die nicht selten in Lüsternheit ausarten.

Heiratsantrag an der Tankstelle

Übrigens müssen laut Bild zum Liebeserfolg gar nicht immer Romantik, Kaminfeuer, Schampus und heiße Heino-Rhythmen bemüht werden. „Willst du mich heiraten?“ fragte früh um vier der Schauspieler Tobias Moretti seine Julia. An einer Tankstelle! Sie sagte: „Von mir aus.“ Die Ehe hält seit acht Jahren.

Gern würden wir noch über des Volksmusikers Florian Silbereisen Mutter (57) schreiben, die einen 30 Jahre Jüngeren heiratete, weswegen der Flori sauer war, doch die Zeit drängt, wir sind verabredet. Reizende Frau. 33. Wunderschöne braune Augen. Total nettes Lächeln und dazu klug. Wir lernten sie auf dem Bundespresseball kennen, wo sie mit ihrem Mann an unserem Tisch saß. Wir tanzten viel und immer enger zusammen. Ihr Mann nickte nur freundlich dazu und zündete sich immer wieder sein Pfeifchen an.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 04.12.2005, Nr. 48 / Seite 72
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Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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