10.06.2007 · „80 Prozent aller Paare, die ich kenne, sind ungewöhnlich.“ Dieser Aussage muss man nach längerer Überlegung zustimmen, meint Peter Lückemeier. Doch was ist mit den anderen zwanzig Prozent? Die Herzblatt-Geschichten.
Von Peter LückemeierDer Trainer des 1. FC Nürnberg Hans Meyer (64) hat ja jetzt zur Feier des Pokalsiegs seine Freundin Maren mitgebracht. Erstens ist sie 28 Jahre jünger und zweitens Dramaturgin am Staatstheater Nürnberg, was Bunte zu irritieren scheint. Doch da sagt Maren (36) etwas Kluges: „80 Prozent aller Paare, die ich kenne, sind ungewöhnlich.“ Ja, wenn man mal etwas länger darüber nachdenkt, muss man Maren (36) recht geben. Denken Sie nur an Königin Margrethe und ihren Prinzen Henrik. Die beiden feiern an diesem Sonntag ihren 40. Hochzeitstag, und Echo der Frau glaubt zu wissen, warum die beiden bis heute zusammenhalten: Sie akzeptieren gegenseitig ihre Schwächen und tragen Streit offen aus.
Der Prinz (1,88 Meter) hat es in der Tat ja nicht leicht. Immer muss er sich zurückhalten, in ihrem königlichen Schatten stehen, muss eine Sprache sprechen, die er als Rachenkrankheit empfindet, und steht außerdem unter Dauernikotineinwirkung seiner zigarettenkranken Frau („zigarettenkrank“ ist von nun an die politisch korrekte Entsprechung von „alkoholkrank“). Sie aber gleicht das alles aus, indem sie ihn daheim den absolutistischen Herrscher spielen lässt. Vielleicht ist sie ihm aber auch ganz einfach dankbar, dass er sie genommen hat, denn Margrethe misst 1,83 Meter und fand lange Zeit keinen auch in dieser Hinsicht passenden Partner.
Von astreinen Beinen und breiten Schultern
Schnell weiter mit den ungewöhnlichen Paaren. Zu ihnen dürfen wir getrost die als schwierig geltende Schauspielerin Katja Riemann („Jetzt können Sie schreiben, dass ich eine Zicke bin“) rechnen und ihren neuen Freund Raphael B. Über den kam jetzt heraus, dass er früher Pornofilme als Mitwirkender bereicherte. Was ja noch nicht so schlimm wäre, wenn er es ihr gestanden hätte. Was aber offensichtlich nicht der Phall war, weshalb er in Bunte mit den Worten zitiert wird: „Das ist eine Riesenkatastrophe.“ Bild aber befragte prominente Frauen, ob sie einem Partner solche rhythmische Sportgymnastik vor der Kamera verzeihen würden, und Schlagersängerin Kristina Bach (45) sieht darin keinen Abgrund von Liebesverrat: „Ich kann mir sogar vorstellen, dass es Frauen gibt, die eine solche Porno-Vergangenheit richtig antörnt.“
Auch Prinz Albert von Monaco und Charlene Wittstock sind ja kein gewöhnliches Paar. Du liebe Güte, sie ist eine Schwimmerin, was einen auch nicht gerade dazu prädestiniert, ein Land zu repräsentieren. Allerdings müssen wir sagen, dass ihr Gesicht genau jenes Maß von Unperfektion zeigt, das es schon wieder interessant macht. Außerdem hat sie astreine Beine und diese breiten Schwimmerinnenschultern. Wissen Sie eigentlich, dass breite Schultern bei einer Frau unglaublich sexy wirken können, vor allem in Tateinheit mit ganz hauchzarten Spaghettiträgern? Der absolute Wahnsinn! Schönheit pur! So was von scharf!
Ein „unverhandelbarer“ Ehevertrag
Aber Entschuldigung, wir wollten ja noch auf den Ehevertrag kommen, den Charlene im Falle ihrer Hochzeit unterzeichnen muss. Laut Bild wurde er noch zu Zeiten des Fürsten Rainier aufgesetzt und gilt als „unverhandelbar“. Danach würde im Falle einer Scheidung jede Frau das Besuchsrecht bei den gemeinsamen Kindern verlieren und bekäme nur eine geringe Apanage. Gäbe sie nach der Ehe Interviews, wäre diese Knete ebenfalls futsch.
Auch der neue französische Premier Nicolas Sarkozy (1,65 Meter) und seine Gattin Cécilia (1,78) sind ein Paar, bei dem es schon oft gefunkt hat, denn Madame, deren Schönheit der Figaro mit einer ägyptischen Katzengottheit verglich, ist sehr, sehr eigenwillig. Dies zeigt sich auch daran, dass sie anders als Madame Chirac, die immer Chanel trug, und Madame Pompidou, die sich meist in Dior bewegte, Prada trägt. Frau im Spiegel schließt aus diesem Umstand: „So schön sie ist, so rebellisch ist sie auch.“
Ein florierender Zweig der deutschen Volkswirtschaft
Sollte es aber, liebe Männer, mal gar nicht klappen in der Partnerschaft - es bleibt Ihnen ja immer noch der Escort-Service. Über diesen florierenden Zweig der deutschen Volkswirtschaft hat jetzt der stern einen interessanten Beitrag veröffentlicht. Demnach kostet eine ganze Nacht mit einer fremden Frau zwischen 800 und 1500 Euro.
Und Assistenzärztin Alexa (27), die sich mit der Escortiererei allein im März 8000 Euro verdiente, erzählt, dass viele Kunden sehr großzügig seien: „Du kommst ins Hotelzimmer, da stehen deine Lieblingsblumen, im Bad dein Lieblingsparfüm.“ Allerdings muss Alexa auch seltsame Wünsche erfüllen. Ein Bankangestellter drückte ihr im Hotel ein kleines Drehbuch in die Hand, das sie im Bad auswendig lernen sollte: „Na ja, und dann habe ich seine Untergebene gespielt, die ein Geschäft verbockt hat und jetzt versucht, das wieder gutzumachen.“
Warum, liebe Männer, sind Sie jetzt so still? Woran denken Sie? Mit welchem Auftrag würden Sie gern in Hotelbadezimmern hübsche junge Damen ausstatten? Lassen Sie es sein. Zählen Sie lieber zu den zwanzig Prozent ganz normaler Paare. Und seien Sie lieb zu Ihrer Frau.
Paare
Wilfried Beckert (Wilfried.Beckert)
- 11.06.2007, 00:54 Uhr
Danke!
Maximilian Schaaf (Monuschaaf)
- 11.06.2007, 04:51 Uhr
Die Welt des Boulevards
Peter Lückemeier Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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