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Herzblatt-Geschichten „Sie grinst geradezu dümmlich“

15.02.2009 ·  Heidi Klum ist nicht mehr „Everybody's Darling“. Designer Wolfgang Joop urteilt in der Bild harsch über Ausstrahlung und Figur des Supermodels: „Heidi Klum ist einfach zu schwer, hat vielleicht sogar zu viel Oberweite.“ Wird sie sich das gefallen lassen?

Von Peter Lückemeier
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Die Schauspielerin Veronica Ferres hat möglicherweise ihr Glück an der Seite eines neuen Mannes gefunden. Er heißt Carsten Maschmeyer und trägt einen Schnauzer. Bunte ist von dem „Finanzunternehmer“ voll beeindruckt, denn: „Er kennt jede Menge VIPs.“ Wir persönlich wären etwas skeptisch, denn Carsten Maschmeyer hat sich neben seinem eigenen Learjet so stolz fotografieren lassen wie der Hartz-IV-Empfänger neben dem neuen Fernseher mit Plasmabildschirm, aber das ist wohl nicht so schlimm, Bunte weiß nämlich auch: „In seiner schlossartigen Villa ist alles vom Feinsten.“ Außerdem gefallen uns Herrn Maschmeyers Motivationssprüche, die er bei „Vertriebsschulungen“ auf seine Mitarbeiter hinabprasseln lässt: „Armut kommt von arm an Mut“ oder: „Ihre Vision ist die Provision.“ Na, wir wünschen Veronica Ferres an der Seite dieses heiteren Mannes viel Glück. Aber trotz des Learjets und der Einrichtung vom Feinsten sollte sie darauf achten, noch unerfüllte Wünsche zu haben, denn sonst geht es ihr eines Tages wie der Gattin von Bernie Ecclestone, der stöhnt: „Ich will ihr unbedingt ein Versöhnungsgeschenk kaufen, aber sie hat schon alles.“

„Fast jeder Zweite ist schwul“

Tja, was Wünsche betrifft, so sind die Menschen manchmal seltsam. Als Bunte zum Beispiel den schönen Schweden Marcus Schenkenberg nach seinen Wünschen fragt, antwortet das Model prompt: „Mein größter Wunsch wäre eine eigene Unterhosenkollektion.“ Dennoch behauptet er wacker, nicht schwul zu sein.

In diesem Zusammenhang sagt übrigens im selben Blatt Dieter Bohlen etwas Interessantes: „In der Musikbranche ist ja fast jeder Zweite schwul.“ Ob das stimmt? Machen wir doch mal die Probe mit zwei Personen: Bohlen selbst ist höchstwahrscheinlich nicht schwul, dann muss es Florian Silbereisen sein.

Sie kennen Florian Silbereisen (27) gar nicht? Uns grinst er vom Titel jedes dritten Knallblattes entgegen, er trat schon als Kind mit dem Duo „Lustige Almdudler“ auf, moderiert Sendungen wie „Feste der Volksmusik“ und wurde vom Spiegel einmal als „beängstigendes Schunkel-Phänomen“ beschrieben. Aktuell weiß Echo der Frau über seine 67 Jahre alte Garderobiere: „Wenn nötig, näht sie abgefallene Knöpfe an oder aufgerissene Hosen wieder zu.“

Jetzt fragen wir Sie: Wie kommt es bei der Volksmusik zu aufgerissenen Hosen? Geht es bei dieser Art von Musik vielleicht wilder zu, als es der Anblick von Margot (94) und Maria (118) Hellwig in ihren Dirndln mit Steifmieder, gepaspelter Quetschfalte und verschärfter Knödelborte ahnen lässt?

Egal, wir müssen noch Kai Pflaume und Peter Kraus loben, Ron Wood von den Stones aber tadeln. Pflaume, weil er auf die Frage von Echo der Frau, ob er eitel sei, antwortet: „Eine gesunde Eitelkeit ist okay. Ich dusche mich zum Beispiel regelmäßig.“

Peter Kraus, weil er schon seit so vielen Jahren eine glückliche Ehe führt. Zu den Erfolgsgründen sagt er unter anderem: „Ich esse alles und lobe immer.“ Und Ron Wood, weil er sich mit seinen 61 eine zwanzigjährige Freundin leistet, die auch gern ein Kind von ihm bekäme, aber erst in zehn Jahren, dann wäre der Gitarrist bei der Einschulung ihres gemeinsamen Sprösslings 77 und würde möglicherweise am Rollator gehen.

Auch Heidi ist nicht vor Kritik gefeit

Zu viel zu essen aber scheint Heidi Klum. Das hat dazu geführt, dass sie „leicht hüftig“ geworden ist. So sieht es in Bild jedenfalls Agenturchefin Louisa von Minckwitz. Und Modeschöpfer Wolfgang Joops (83) Urteil fällt sogar noch härter aus: „Heidi Klum ist einfach zu schwer, hat vielleicht sogar zu viel Oberweite. Und sie grinst geradezu dümmlich.“

Nun, das ist sehr uncharmant von Ihnen, Modeschöpfer Joop (83), so etwas kann man denken, aber man darf es doch nicht äußern. Überhaupt - dieser Schlankheitsfimmel hat doch etwas stark Übertriebenes. Heidi Klum muss sich mit einem Po-Umfang von 94 Zentimetern schon „hüftig“ schelten lassen, während als die angesagten Maße auf dem Catwalk längst nicht mehr 90-60-90 gelten, sondern 87-58-88.

Um diese abstrakten Zahlen mit Leben zu füllen, haben wir gleich bei unserer Redaktionsassistentin Beata aus Polen (24, blond, sehr nett und lustig) nachgemessen: genau 94, wie bei Heidi Klum. Wirkt auf uns aber gar nicht hüftig, sondern absolut angemessen. Obenrum ist sie übrigens, was Frau von Minckwitz dann wahrscheinlich als „stark brustig“ bezeichnen würde, aber auch das geht mehr als in Ordnung. Dieses ganze oberflächliche Schönheitsgetue geht uns sowieso auf die Nerven. Worauf es wirklich ankommt im Leben, das ist doch Herzensgüte, ist Intelligenz.

Beides vereinte in sich der legendäre Heinz Erhardt, der am kommenden Freitag hundert Jahre alt würde. Über aufgeblasene Leute, die sich dicketun und sich vielleicht neben ihren Statussymbolen fotografieren lassen, pflegte der Komiker privatim mit feinem Lächeln zu sagen. „Das ist ein wahrer Hundertsassa.“

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Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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