Selbst ein sympathischer Siegertyp wie Carsten Maschmeyer scheint gegen Niederlagen nicht gefeit. „Schock nach der Verlobung - Veronica Ferres - Liebes-Verrat! Sagt sie jetzt die Hochzeit ab?“, krakeelt Das Neue von seinem Cover, auf dem Maschi seiner Vroni skeptisch über die Schulter schaut. Wie er sie verraten hat? Er hat, rügt Das Neue, in keinem seiner Interviews über sein Buch seine Frau dafür gelobt, dass sie „so schön, so klug“ sei. Vielleicht, ruft da ein Teufelchen in einer dunklen Ecke unseres Hirns, will der Mann einfach immer ehrlich sein?
Schnauze, Teufel, entgegnen wir empört und machen zehn Liegestütze. So wie in der Mailänder Filiale der Modekette Abercrombie & Fitch, wo laut Bunte „Angestellte, die Fehler gemacht haben (dazu gehört Rotzigkeit), zur Strafe zehn Liegestütze machen, und zwar sofort und vor allen“. Maschmeyer nimmt Das Neue auch den Satz übel, er sei „wegen Veronica Ferres viel in München“, wo er „CSU-Größen“ treffe. Ist er am Ende nur mit Ferres zusammen, um die Nähe der sexy CSU zu genießen?
„Um Himmels Willen“
Zu der zieht es auch Monacos Albert: „Fröhlich: Fürst Albert genießt mit Bayerns Ministerpräsident Seehofer die Biathlon-Weltmeisterschaft“, schreibt Die Aktuelle. Von seiner Frau hingegen zeigt das Blatt „Schock-Fotos“: „Fürstin Charlene während des Besuchs einer Sonderschule in Shanghai. Sie wirkt sehr traurig.“ Seltsam, uns versetzen die Besuche chinesischer Sonderschulen stets in überschäumende Heiterkeit. Aber wir finden ja auch Biathlon langweilig, erst recht mit Horst Seehofer. Der hat übrigens schon neue Pläne: „Um Himmels Willen! Seehofer geht ins Frauen-Kloster“, weiß die Münchner Abendzeitung. Bevor dort die Nonnen nun hyperventilieren wie die Hühner im Stall bei der Stippvisite des Fuchses, sei ihnen mitgeteilt: Er nimmt seine Frau mit.
Und noch was Neues von Das Neue: „Jetzt enthüllt - Markus Lanz - Zu krank für Wetten, dass..?“ Muss das ZDF wieder neu suchen? I wo: Lanz, lesen wir, leidet öfter an Migräne, hat sie aber im Griff. Die Kunst des „Selfmade“, wie Maschmeyers Buch heißt, beherrscht Das Neue bei seinen Schlagzeilen schon lange.
Schwieriges Altern
Mindestens zehn Liegestütze hätte Frank Farian, 70, dafür verdient, was er, wir berichteten, über seine Ex-Frau sagte („zu alt, zu zickig“). Jetzt rudert er in Bunte zurück: „So einen frauenfeindlichen Spruch habe ich nie in den Mund genommen.“ Auch die Worte über Neu-Freundin Angie, 28, dementiert er: „Nicht ihr Po und himmlischer Sex sind die Basis unserer Beziehung, sondern reife Freundschaft, Musik und viel, viel Lachen.“ Zum Beispiel über seine Interviews. Wobei die Reife wohl eher Farian selbst in die Freundschaft einbringt.
Noch etwas reifer ist Maximilian Schell, 81, dessen Freundin Iva, 33, Bunte sagt: „Wir leben und lieben sehr intensiv in Anbetracht der Tatsache, dass wir nicht mehr so viel Zeit haben.“ Wenn sie sich da mal nicht täuscht, Johannes Heesters ist auch 108 geworden. Im Vergleich dazu ein junger Hüpfer ist Ingrid Steeger, 65, die im Goldenen Blatt ankündigt: „Ich ziehe mich nicht mehr vor anderen aus!“ Da wird sich der Playboy sicher grämen.
Gerade für Schauspieler ist Altern schwierig. Donald Sutherland etwa, 76, muss in seinen jüngsten Filmen ständig sterben. „Meine Frau benahm sich plötzlich sehr merkwürdig“, erzählt er Bunte. „Sie fragte mich: ‚All diese Szenen, in denen du in Filmen stirbst - könnten wir davon Kopien bekommen?‘ Ich stutzte und begriff: Sie wollte sie für mein Begräbnis.“ Immerhin darf er vorher noch den Hintergrundkommentar sprechen. Noch beunruhigender finden wir folgende Sutherland-Anekdote: Zur Vorbereitung eines Drehs ging er mal einem Herzchirurgen zur Hand. „Plötzlich verließ er den Saal, in dem mehrere Patienten operiert wurden, und sagte zu mir: ‚Sie nähen das Ganze zu.‘ Seitdem gibt es einen Menschen, der mit der hässlichsten Narbe auf Erden herumläuft.“ Das nährt in uns einen bösen Verdacht: Sollte Sutherland auch unser Auto repariert haben?
Wie zwei Wale
Kollege Erol Sander spricht derweil im Goldenen Blatt seiner Frau das Vertrauen aus: Mit der Heirat „haben wir uns endgültig dazu entschlossen, wie zwei Wale für den Rest unseres Lebens gemeinsam durch alle Weltmeere zu schwimmen“. Wale freilich sind, wie wir bei Wikipedia nachlesen, meist gesellige Tiere, die sich munter paaren, ohne feste Bindungen einzugehen; selbst bei den vergleichsweise spießigen Zahnwalen haben die Weibchen oft mehrere Partner je Saison. Hoffen wir, dass sich Sander nur in den Walen täuscht und nicht auch in seiner Partnerin.
Der entfernte Wal-Verwandte Martin Walser, 85, erschreckt den Bunte-Interviewer derweil damit, dass er sich an dessen Armen festkrallt - eine Grobheit, für die sich der Literat selbstkritisch entschuldigt: „Ich habe einfach keine Zuwendungskapazität.“ Ganz anders Joachim Gauck. Er hat im Bundestag der neben ihm sitzenden Bettina Wulff „still die Hand“ gedrückt, wie Bild gerührt berichtet. Lesen Sie kommende Woche dann in Das Neue: „Bettina Wulff - Was läuft da mit dem anderen Mann?“
"Sympathischer Siegertyp"
Angela Ansbacher (freeangela)
- 27.03.2012, 12:15 Uhr
danke für die Einleitung...
Jan Frisch (Bunrakunier)
- 26.03.2012, 00:24 Uhr