10.05.2004 · Dauernd belästigen einen die Demoskopen mit Erkenntnissen, die man nicht braucht. In den wirklich wichtigen Fragen aber lassen sie uns Männer allein. Zum Beispiel fehlen noch immer zuverlässige Indikatoren dafür, ob eine Frau einen wirklich näher kennenlernen möchte. Neue Herzblatt-Geschichten.
Von Peter LückemeierDauernd belästigen einen die Demoskopen mit Erkenntnissen, die man nicht braucht. In den wirklich wichtigen Fragen aber lassen sie uns Männer allein. Zum Beispiel fehlen noch immer zuverlässige Indikatoren dafür, ob eine Frau einen wirklich näher kennenlernen möchte. Die üblichen Hinweise (fester Händedruck, Lachbereitschaft, musikalischer Gang) täuschen nicht selten. Jetzt aber, endlich, gibt es sichere Erkenntnisse: Sie brauchen, Männer, eigentlich nur noch zu wissen, welches Auto eine Frau fährt.
Doch davon später, es gibt ja noch andere wichtige Dinge. Wie beispielsweise unsere superhübsche neue Redaktionsassistentin oder die Frage, welche der europäischen Monarchen die reichsten sind. Sollten Sie jetzt auf Juan Carlos von Spanien tippen, haben Sie mal wieder die Bunte nicht aufmerksam studiert. Auch die Queen ist praktisch im Armenhaus gelandet, ihre vier Milliarden Euro werden locker von Henri von Luxemburg (fünf Milliarden) übertroffen, der aber wiederum durch König Fahd von Saudi-Arabien (25 Milliarden) in den Schatten gestellt wird, obwohl der Monarch tausend Verwandte und einen Harem zu versorgen hat.
Wem Jenny Elvers die Stange hält
Nun fragt man sich ja unwillkürlich, wozu ein Milliardär heute noch einen Harem braucht, zumal einem solchen Serail ja bei aller Abwechslung auch ein Element der Kontinuität und Einschränkung anhaftet. Der reiche Mann könnte ja auch seine Frauenbeschaffer in aller Welt den schönsten Damen des Erdballs eine Einladung zu König Fahd unterbreiten lassen, aber in beiden Fällen hätte das mit echter Liebe natürlich wenig zu tun.
Was ja auch wiederum nicht auf Monarchen beschränkt sein muß, denn in Bunte antwortet Gert Stenger (86), der "Partykönig von Marbella", auf die Frage "War Ihre Tochter ein Wunschkind?" recht offen: "Nein, meine Frau wollte es unbedingt, und ich dachte: Dann ist sie wenigstens beschäftigt."
Überhaupt macht der Partykönig aus seinem Hosenstall keine Mördergrube: "Ich war viermal verheiratet, aber ich hatte immer Freundinnen, mit denen ich meine Ehefrauen betrogen habe." Das scheint ihn mit dem Schlagersänger Peter Rubin (62) zu verbinden, der in Echo der Frau andeutet, daß Prominente es ein bißchen schwerer haben als unbekannte Staatsdiener: "Wenn ein Beamter treu ist, dann ist das keine große Leistung. Aber wenn man immer unterwegs ist, sind die Verlockungen groß." So wird es sein, aber schöner finden wir doch die Dauertreue und die auf ein Lebensglück angelegte Liebe, wie Jenny Elvers sie empfindet. In Bunte sagt sie über ihren Mann, dem sie jetzt schon drei Jahre lang die Stange hält: "Wenn er kommt, geht mir das Herz auf. Jeden Tag aufs neue."
Nicht jedem wird ein solches Glück zuteil, aber manchmal knüpft das Schicksal doch die schönsten und unverhofftesten Fäden. Da gibt es diese neunzehnjährige Kellnerin in Los Angeles, Tochter armer Einwanderer aus Südkorea. Eines Tages bedient sie den Schauspieler Nicolas Cage (40), "sie servierte ihm stilles Wasser und rohen Fisch, sie plauderten einen Moment - und da war es um Cage geschehen". Tja, und jetzt, weiß Bunte, ist sie aus ihrem Kinderzimmer ausgezogen und fliegt mit Cage "in seinem Privatjet zu romantischen Abendessen nach New Orleans und Chicago".
Mercedes unten auf der Autosex-Lustskala
Wunderbar. Wir lieben ja solche Aschenputtelgeschichten, erheitern uns aber auch immer an guten Dialogen. So soll der Vater der Relativitätstheorie, wie Neue Revue ganz nebenbei mitteilt, ein Verhältnis mit Marilyn Monroe gehabt haben. Dabei fragte Marilyn: "Wenn wir ein Kind zeugen, wird es so schlau wie du und so schön wie ich?" Albert Einstein aber hat geantwortet: "Darling, nein. Es wird so schön wie ich und so schlau wie du." Hoffentlich hat Einsteins Gattin ihm die Affäre verziehen, aber die Frauen sind ja darin meist großzügiger als die Männer, wie man an Mireille Blanco, Martina Rummenigge, Beatrix Hitzfeld oder Hillary Clinton merkt. Warum das aber so ist, erklärt uns in Neue Revue die Diplom-Psychologin: "Frauen haben im Unterbewußtsein einen Kick: Einen Mann, der von anderen Frauen begehrt wird, wollen sie unter allen Umständen selber behalten."
Jetzt aber zurück zu den Frauen und dem indiskreten Charme der Demoskopie. Die Zeitschrift Men's Car hat die erste Umfrage über Automarken und Sexleben in Auftrag gegeben. Wenn Sie, Männer, jetzt also Ihre Chancen checken wollen, fragen Sie die Dame nur nach ihrem Auto. Fährt sie Mercedes? Nicht so gut. Audi? Schon besser. Ziemlich gut sind auch Saab und Volvo. Ganz oben auf der Autosex-Lustskala rangiert aber eine andere Marke. Zwölf Prozent der Fahrerinnen dieser Autos ließen sich in den vergangenen drei Monaten auf einen One-Night-Stand ein. Deshalb waren wir sehr beglückt, als uns die neue superhübsche Redaktionsassistentin auf eine Spritztour einlud - in einem Ford Fiesta!
Die Welt des Boulevards
Peter Lückemeier Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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