Verehrte Kurdirektion Bad Füssing! Da haben Sie der Zeitschrift 7 Tage aber einen tollen Leserbrief geschrieben. Gut, er ist sprachlich leicht holprig, aber informativ, und er wird von einem prima Foto flankiert. „Das beste Rezepte (sic) gegen Minustemperaturen und Nieselregen: Entspannen und neue Kraft tanken in Bad Füssings weitläufiger Thermenlandschaft. Es ist ein herrliches Gefühl im wohlig warmen Wasser zu entspannen. Bei den Gästen dabei sehr beliebt, (sic) ist die vielseitige ‚7 Tage‘.“ Auf dem Foto, das 7 Tage natürlich abdruckt, steht eine brünette Dame bis zur Brust im Wasser, hält ein aufgeschlagenes Exemplar von 7 Tage hoch und versucht, entspannt auszusehen. Immerhin steht sie nicht im Nieselregen. Wir schätzen mal, dass ihr nach der Fotosession die Arme schmerzten, aber dagegen gibt’s in Bad Füssing sicher Massagen.
Wir bleiben in Bayern: Beim Münchner Filmball hat Frank Gerdes, Chefreporter des Neuen Blatts, mit Prominenten getanzt und ihre Künste bewertet: „TV-Star Sonja Kirchberger (46) ist ein richtig flotter Feger auf dem Parkett.“ Jutta Speidel (56) gar „schwebt wie eine Elfe übers Parkett: leichtfüßig, schwungvoll, mit Freude“. Das Urteil über Bayerns First Lady Karin Seehofer (52) fällt dagegen sprachlich in auffälliger Weise ab: Sie „tanzt wie ein junges Mädchen“. Womöglich wie eines, das noch keine Tanzschule besucht hat?
Gottes Gesetze der Überbevölkerung
Trotz seines Tanzmarathons hat Gerdes noch Zeit gehabt, die Sängerin Andrea Berg zu treffen. Ihre Stimme, vermerkt er, „vibriert vor lauter Zärtlichkeit“, was freilich nicht Gerdes gilt, sondern Bergs Gatten. „Ohne ein liebes Wort von meinem Mann kann ich nicht einschlafen“, teilt sie mit. „Und morgens wecken wir uns gegenseitig auf. Wer als Erster wach ist, der ruft an. Das sind Rituale, in denen ich Halt finde.“ Für so ein Ritual würden wir uns bedanken. Uns würde es mehr Halt geben, wenn man uns länger schlafen ließe.
Über Leben und Tod sinniert Ruth Maria Kubitschek (79). „Ich habe mir mein Traumhaus nicht gebaut. Ich habe zwar schon oft Häuser entworfen, doch wirklich eines zu bauen, habe ich in diesem Leben nicht geschafft. Und das heißt leider, dass ich noch einmal auf die Erde zurückkehren muss“, erzählt sie der Neuen Welt. „Leider?“, hakt diese nach, und Kubitschek antwortet: „Ja, ich würde natürlich lieber zu Gott gehen. Aber die göttlichen Gesetze sehen eben etwas anderes vor.“ Nie würden wir Gottes Gesetze anzweifeln, aber wenn jeder, der auf der Erde kein Haus gebaut hat, zurückkehrt, immer wieder, bis er’s endlich geschafft hat, dann dürfte es recht voll werden, mit Menschen wie mit Häusern. Vielleicht sollte man besser Bäume pflanzen?
Zärtlichkeiten statt Schwangerschaftstest
Finden Sie übrigens auch, dass unser Verteidigungssuperminister in dieser Woche nicht ganz so souverän agiert hat wie gewöhnlich, ja ein wenig arg emotional? Die Aktuelle weiß den Grund: „Alles ,Gutte‘ zum neuen Baby-Glück“, jubelt sie, denn die Guttenbergs „sollen ein Baby erwarten! Ein Gerücht wie ein Glücksfeuerwerk! ,Natürlich, deswegen sind die beiden in letzter Zeit noch liebevoller miteinander‘, erklären sich viele die augenscheinlich wachsende Zärtlichkeit der Guttenbergs.“
Abnehmende Zärtlichkeit wäre demnach ein klares Indiz dafür, dass kein Kind unterwegs ist, da können sich viele Paare den Schwangerschaftstest sparen. Die Aktuelle hat weiter recherchiert: „,Ich weiß noch nichts, aber ein Baby ist natürlich für jeden eine Freude‘, sagt ein hochrangiger Politikerkollege Guttenbergs lächelnd“, lesen wir. Da Politiker oft behaupten, von nichts gewusst zu haben, dürfte die Sache also bewiesen sein.
In Zukunft: Augen auf!
Ebenso glücklich miteinander sind Jörg Pilawa und seine Irina; ihr Vater ist interessanterweise der Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski, der in den Zeitungen so omnipräsent ist wie Pilawa im Fernsehen. Letzterer klemmte beim ersten Treffen „vor Aufregung der Schwiegermama die Finger ein“, lesen wir in der Aktuellen und stutzen: Hätte ein Zukunftsforscher das nicht verhindern können? „Privat ist Jörg sympathisch und authentisch“, sagt Opaschowski über Pilawa – ein Trost für all jene, die finden, dass er auf dem Bildschirm unsympathisch und künstlich rüberkommt. Origineller als Opaschowskis Prognosen finden wir freilich „Omas Tipps“ in der Neuen Welt: „Diebe haben keine Chance, wenn man alte Kreditkarten in kleine Stücke schneidet und in verschiedenen Mülleimern entsorgt.“ Bei neuen Kreditkarten funktioniert das übrigens auch, und bei Geldscheinen ebenfalls. Die Diebe werden sich schwarz ärgern!
Apropos schwarz: Karl-Heinz Grasser „hat zugegeben, in seiner Zeit als österreichischer Finanzminister Steuern nicht gezahlt zu haben“, berichtet Bild: Er habe, so Grasser, in Kanada angelegtes Vermögen „einfach aus den Augen“ verloren. Wir, die ständig knapp bei Kasse sind, fragen uns da sofort, ob wir nicht auch etwas übersehen haben. Wenn Ihnen, liebe Leser, irgendwo ein kleines Vermögen begegnet – es könnte unseres sein, schicken Sie es bitte wieder zurück. Verwechseln Sie es nur bloß nicht mit einem großen Unvermögen, davon brauchen wir kein zweites.