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Herzblatt-Geschichten Nur harmlos gefummelt

Veronica Ferres lobt Helmut Dietl nicht im Präteritum, Karl Lagerfeld rät zum Athesismus und Bushido fürchtet schwule Kinder. Nichts gegen den Paukenschlag, der Sylvie van der Vaart indes mitten ins Herz treffen könnte.

© dpa Vergrößern „Missverständlich formuliert“: Vroni findet Helmut Dietls Werk natürlich immer noch toll.

Wir beginnen diese Woche mit einer Berichtigung, einer Berichtigung aus der Bunten. Die hatte ja Veronica Ferres mit den Worten zitiert, dass ihr Exfreund Helmut Dietl „ein großartiger Regisseur war“ - wobei wir den Gebrauch der Vergangenheitsform als süffisanten Kommentar zu Dietls Spätwerk werteten. Das aber, teilt Bunte nun mit, sei eine „missverständliche Formulierung“ gewesen: „Natürlich ist sie der Meinung, dass Helmut Dietl ein großartiger Regisseur ist (nicht war).“ Bleibt die Frage, ob all die Kritiker, die Dietls jüngste Filme verrissen haben, ebenfalls nur missverständlich formuliert haben.

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Doch beim Sprachgebrauch lauern halt immer wieder Tücken. Das weiß auch Frau im Spiegel, derzufolge Karl Lagerfeld auf das Lob einer Bewunderin („Sie sind mein Gott“) mit den Worten reagierte: „Ich hoffe, Sie sind (sic) Athesistin.“ Verflixte Fremdwörter! Natürlich muss es heißen: Anästhesistin. Oder Assistentin? Artistin?

Ganz große Formulierungskunst demonstriert diese Woche Das goldene Blatt mit seiner Titelstory „Helene & Florian - Hurra! Es ist so weit“. So weit ist bei Fischer und Silbereisen ja angeblich immer was, die Hochzeit oder ein Kind, diesmal aber ist dem Goldenen Blatt etwas ganz Besonderes aufgefallen: „Und jetzt ist es so weit! Wären die Schlagersängerin und der Entertainer nämlich verheiratet, würden sie bereits ihre hölzerne Hochzeit feiern.“ Ah ja, und dann? „Und da die beiden sehr traditionsbewusst sind, wäre der hölzerne Hochzeitstag sicher auch ein Anlass für eine romantische Feier.“ Und weiter: „Würden sie hölzerne Hochzeit feiern, wäre ihre Haustür vielleicht auch mit Blumen geschmückt.“ So viele Konjunktive dürfte Das goldene Blatt noch nie verwendet haben. Konsequenterweise hätte aber auch die Überschrift anders lauten müssen: „Helene & Florian - Hurra! Es wäre so weit“.

Karl Lagerfeld Athesistin? Anästhesistin? Artistin? Egal, Karl Lagerfeld will trotzdem kein Gott sein. © dpa Bilderstrecke 

Wirklich so weit ist Boris Becker, und zwar mit einem weiteren Teil seiner Autobiographie. „Der Tennis-Star schrieb ein Enthüllungs-Buch, das schon jetzt für Riesen-Aufregung sorgt“, schreibt Bunte, obwohl sie bislang nur den Klappentext kennt. „Wo sieht er sich in zehn Jahren?“, steht dort unter anderem. „Und was sagen seine Söhne und seine jetzige Ehefrau Lilly?“ Apart finden wir den Hinweis, dass es sich bei Lilly um die „jetzige“ Gattin handelt: Wer wüsste besser als Boris Becker, dass alles im Leben vergänglich ist? Und gespannt sind wir schon, was Boris’ Sohn Amadeus (3) zu sagen hat.

Und noch mehr Enthüllungen: „Jetzt kommt die ganze Wahrheit ans Licht - Stefanie Hertel - Die dunkle Vergangenheit ihres Geliebten“, raunt die Neue Post. Über Stefanies Freund Lanny hat sie Folgendes in Erfahrung gebracht: In Amerika spielte er einst „in angesagten Rock-Clubs“, „genoss jeden Tag“, trug „Cowboystiefel und Hut“ und war „Pferde-Trailguide (deutsch: Reiseführer“ in einem Park. Was von alledem mag für die Neue Post wohl die dunkle Seite sein? Wir tippen mal auf die Cowboystiefel.

Dank Intouch kommt derweil die ganze Wahrheit ans Licht darüber, was Nina Kristin mit Klaus Brunmayr, dem Freund von Micaela Schäfer, getan hat. Die kennen Sie alle nicht? Ist nicht weiter von Belang. Bemerkenswert aber, was Nina über ihr Treffen mit Klaus zu sagen hat: „Zuerst haben wir nur harmlos gefummelt - und dann hat er mich einfach geküsst!“ Schon seltsam, das alles: Als unsereins jung war, da galt noch das Küssen als harmlos, nicht die Fummelei.

Als ziemlich prüde erweist sich der seinerseits nicht eben harmlose Bushido: „Ich habe neulich meine Frau gefragt, was wir machen würden, wenn wir einen Sohn bekommen und der würde schwul werden. Das wäre uns beiden höchst unangenehm, und auch meine Frau hat Angst davor“, zitiert Bild aus Bushidos neuem Buch. „Er wäre dann immer noch mein Sohn, den ich lieben würde - aber es wäre Absturz!“ Der arme Kerl. Andererseits: Wenn wir nun dieser Sohn wären, ob schwul oder nicht schwul, und unser Vater wäre Bushido: Mann, das wäre uns noch viel unangenehmer. Absturz!

Wie, schon fast am Ende und noch keine Zeile über die van der Vaarts? Das lässt sich ändern. Denn solange Rafael und seine Neue Sabia nicht endlich eine Bretterwand vor die Terrasse ihres Hauses setzen, werden wir weiter jeden Tag Paparazzi-Bilder sehen wie diesmal bei OK (“Das müssen Sie sehen!“), das einen vermeintlichen Streit von einer „Körpersprache-Expertin“ analysieren lässt: „Er zieht deutlich seine Augenbrauen nach unten.“ In wiederum spekuliert, dass Sabia doch schon schwanger sein könnte: „Es wäre ein Paukenschlag, der Sylvie mitten ins Herz treffen würde.“ Oder auch ein ohrenbetäubender Nadelstich.

Zum Schluss noch was Erfreuliches: Die große Christiane Hörbiger wird bald 75. Bunte berichtet: „ARD-Programmdirektor Volker Herres, 56, gratulierte ihr bei einem Essen im Hamburger Übersee-Club und kündigte zahlreiche Sondersendungen an.“ Sondersendungen? Da werden wir uns offensichtlich auf gleich mehrere „Brennpunkte“ und ausgiebige Live-Übertragungen freuen dürfen.

Quelle: F.A.S.

 
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Veröffentlicht: 14.09.2013, 19:17 Uhr