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Freitag, 10. Februar 2012
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Herzblatt-Geschichten Nena zickt

15.07.2007 ·  Welcher große Erfinder musste sich mit allerlei Tiernamen beschimpfen lassen? Welche Frau erfüllt jeden Wunsch? Und welcher Schauspieler mag Mädchen, die mit ihm Sex haben wollen, nur weil er berühmt ist? Diese und andere Fragen beantworten die Herzblatt-Geschichten.

Von Peter Lückemeier
Kolumne Bilder (8) Lesermeinungen (2)

Gerade dachten wir noch über die seltsame Doppeldeutigkeit der Schlagzeile in Bild nach: „Tierschützer warnen vor Amok-Vögeln“, da fiel unser Blick in Revue auf einen alten Herrn mit einem Riesen-Dübel. Jeder von Ihnen kennt ja den Fischer-Dübel, den wo welcher ein Schwabe erfunden hat namens Artur Fischer (87). Aus irgendwelchen verzwickten Gründen, die uns hier nicht interessieren müssen, haben sich in der Dübel-Familie Vater, Sohn und Tochter heftig überworfen.

Doch nicht nur Vater Artur (87) ist dübeltechnisch sehr erfindungsreich, auch Tochter Margot (59) erwies sich als ausgesprochen innovativ, denn nach den Angaben von Revue ficht sie den Familienstreit im Internet aus, und zwar auf der Seite mit dem hübschen Namen www.fischerfratze.de. Zwar hat ihr ein Gericht jetzt verboten, den Herrn Papa und den lieben Bruder als „Haie“, „Wölfe“ oder „Schweine“ darzustellen, doch wollen wir diese wahrhaft fortschrittliche und technische Vorgehensweise preisen. Sie lässt dringend auf Nachahmung hoffen.

„Diana schnitt Grimassen und schüttelte den Kopf“

Beispielsweise fänden wir es spannend, würdest du, schöne Prinzessin Letizia von Spanien (vielleicht unter www.felipeferkel.es) mal schön Dampf ablassen über deinen Gatten, den Kronprinzen. Denn dass die Scheidung kommt, das steht für Das Neue Blatt außer Frage, sie ist praktisch beschlossen. Und das Magazin kann diese Behauptung auch durch eindeutige Fotodokumente beweisen: „Hier strahlt kein glückliches Elternpaar - hier sitzen zwei Fremde nebeneinander. Starr. Verkrampft. Sie durchscheinend blass und zerbrechlich. Er mit versteinerter Miene. Es herrscht Eiseskälte.“

Ach, hätte doch Diana schon das Internet als Kampfesstätte genutzt! Einen kleinen Eindruck von den Kämpfen, die sie Charles geliefert haben muss, vermitteln die Augenzeugenberichte des Prinzen Eduard von Anhalt. In Frau im Spiegel berichtet er über den Anfang vom Ende der Ehe der beiden bei einem Australien-Besuch. Charles habe über seine wunderbaren Söhne und seine glückliche Ehe gesprochen: „Genau hinter ihm saß Diana. Sie schüttelte zu meinem Erstaunen immer wieder den Kopf und schnitt Grimassen, als der Prinz sein privates Glück schilderte.“

„Die Familie Seehofer bleibt zusammen“

Ja, es gibt schon schwierige Frauen auf dieser Welt. Die Moderatorin Barbara Schöneberger aber zählt nicht zu ihnen. Auf die etwas bizarre Frage von Frau im Spiegel, ob sie sich selbst heiraten würde, antwortet sie mit dem ganzen Nachdruck ihrer nicht unbeträchtlichen Biomasse: „Na klar!“ Und schiebt zur Begründung nach: „Ich erfülle jeden Wunsch. Nur ab und zu schlage ich mit der Faust auf den Tisch und sage: ,Jetzt mach deinen Kram mal selbst.' Diese Schmollphase dauert aber nie länger als 30 Minuten.“

Das ist prima, solche Frauen braucht das Land, wir würden Frau Schöneberger gern noch ein wenig länger lobpreisen, aber wir müssen noch mit Bunte schimpfen. Sag mal, Bunte, wo bleibt denn eigentlich dein taktisches Gespür, dein politischer Instinkt? Du zitierst ohne jede Arglist den Donaukurier mit Horst Seehofers mannhafter Äußerung „Die Familie Seehofer bleibt zusammen“ und erkennst gar nicht die Doppelbödigkeit der Politikersprache.

„Darf man mit 47 noch so zickig sein?“

Ausgerechnet von Revue lässt du dich analytisch in den Schatten stellen: „Wenn eine Familie zusammenbleibt, muss das ja nicht gleich auch das Ende einer weiteren Beziehung bedeuten.“ Bravo, Revue, und Dank auch für die Frage „Darf man mit 47 noch so zickig sein?“. Sie richtet sich an die Sängerin Nena (47, sieht aber jünger aus), die auf einer Gala der Allianzversicherung erzählt haben soll, sie habe ihre Allianz-Krankenversicherung gekündigt.

Außerdem habe sie den anwesenden 600 Anzugträgern heiter zugerufen: „Ey, ihr Krawattenträger, seid nicht so steif!“ Offensichtlich ist die Allianz gegen misslungene Galas nicht versichert, denn das Unternehmen fordert jetzt die Hälfte von Nenas 50.000-Euro-Gage zurück. Also, liebe Allianz-Versicherung, falls ihr euch mal wieder gepflegt beleidigen lassen wollt, wir machen das gern und etwas günstiger.

„Geld interessiert mich nicht besonders“

Und wo wir schon beim Nervus rerum sind: Wenn du, Daniel Radcliffe (17), schon jetzt dreißig Millionen Euro auf dem Konto hast, aber in Frau im Spiegel behauptest: „Geld interessiert mich nicht besonders“, dann ist das ja etwas billig. Recht gut gefiel uns dagegen deine Offenheit: Laut Bunte hast du nichts gegen Mädchen, die nur deshalb Sex mit dir wollen, weil du berühmt bist. Wir persönlich schwärmen ja total von Emma Watson alias Hermine.

Sie sieht fast genauso aus wie unsere Redaktionsassistentin Katja (20) aus Karlsruhe, nur halt jünger. Katja und uns sind neulich übrigens die Tränen gekommen, denn in Das Neue Blatt spricht Witwe Wussow, verwitwete Scholz, mit dem verstorbenen Klaus Wussow: „Wenn ich frage: ,Wie geht's dir, Klausi?', wackelt plötzlich ein Bild. Dann weiß ich, er will mir sagen: ,Mir geht's gut.'“ Da haben Katja und wir uns an den Händen genommen und geweint.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15.07.2007, Nr. 28 / Seite 54
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