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Herzblatt-Geschichten Münte viel jünger

07.06.2009 ·  Sollten Sie ein kleines, dickes, leicht unschönes Kind haben, so seien Sie besonders nett zu ihm. Es sei denn, Ihr Kind wächst mit einem gewissen Lifestyle auf, so wie Bernie Ecclestones Tochter. Alle anderen Töchter suchen sich ohnehin viel ältere Männer - ist halt so.

Von Peter Lückemeier
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Wir beginnen mit einem ernsten Wort. Es richtet sich an die Eltern unter unseren Lesern: Sollten Sie ein kleines, dickes, leicht unschönes Kind haben, so seien Sie besonders nett zu ihm. Wie die Eltern von Tine Wittler. Die etwas rundliche Buchautorin und TV-Moderatorin kann in Frau im Spiegel stolz über ihre Eltern berichten: „Die haben nie gesagt: Dafür bist du zu klein, zu dick, zu hässlich. Ich wurde geliebt, wie ich war!“ Dafür preisen wir die Tine-Wittler-Eltern, und wo wir gerade dabei sind, loben wir auch dich, unbekannte Italienerin, die du im stern höchst lebensrealistisch die Affären des Signore Berlusconi kommentierst: „Ach, hören Sie mir auf mit diesem moralischen Getue, jeder italienische Mann will eine 18-jährige im Bett haben.“

Übrigens nicht nur jeder italienische Mann, in Deutschland greift das auch immer mehr um sich. „Männer in meinem Alter“, sagt im stern zum Beispiel SPD-Vorsitzender Franz Müntefering (69), fühlen sich 15 Jahre jünger.“ Das ist schlau ausgedacht, denn dann ist Münte ja eigentlich erst 55 und seine neue Freundin Michelle (29) ist dann auch nicht vierzig Jahre jünger, sondern nur 25. Im Übrigen hat Münte Glück, nicht an Ivana Trump geraten zu sein, die in Bunte nicht nur stolz ihre unfassbar geschmacklose Einrichtung vorzeigt, sondern gleichzeitig verkündet, mit älteren Männern könne sie nichts anfangen: „Die sind mir zu lasch. Ich habe zu viel Energie. Ich würde sie töten!“

Herzensinniglich die Patschhand gedrückt

Wahrscheinlich haben Sie alle ja mitbekommen, dass der künftige Gatte der schwedischen Kronprinzessin Victoria eine Niere seines Vaters transplantiert bekam. Und wo war zu diesem Zeitpunkt seine Verlobte? Auf einer Grönland-Konferenz - der Patient selbst habe sie gebeten, ihren Verpflichtungen nachzugehen. Jetzt sagen Sie bitte einmal, Leser, wie finden Sie das? Wir denken, Victoria hat da viel zu grönlandkühl gehandelt, das war ja praktisch so wie nach der Bundestagswahl, als Frau Merkels Mann schon zu Bett gegangen war, statt auf seine Frau zu warten und noch bei einem Glas Wein mit ihr zu besprechen, wie es ihr so ging nach all der Aufregung. Nein, was die Prinzessin und ihren Freund betrifft, so halten wir es ganz klar mit dir, Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel (42), die du schreibst: „Wenigstens da sein, wenn er aus der Narkose erwacht, ihm das Lächeln der Zuversicht schenken, seine Hand drücken.“ Für diese wunderbar einfühlsamen Worte drücken auch wir dir, liebe Frau Chefredakteurin, die Patschhand, und zwar ganz herzensinniglich.

Gleichfalls wollen wir dir, Petra Ecclestone (20), Tochter des Formel-Eins-Tycoons Bernie Ecclestone (78), unsere Anerkennung aussprechen. Und zwar für die stoische Kühle, mit der du die Bunte-Frage „Nervt es Sie, als reiches und verwöhntes Kind zu gelten?“ beantwortest: „Wieso? Ich fühle mich gar nicht reich und verwöhnt. Mein Leben war immer so. Ich bin mit einem gewissen Lifestyle aufgewachsen.“

Die Farbe, bei der die Frauen wegknicken

Ja, solch ein gesundes Selbstbewusstsein ist schon etwas Schönes. Auch wir Männer können da noch etwas lernen, nämlich vom Schauspieler Rolf Zacher (68). „Finden Sie sich sexy?“, will ein wenig aufdringlich Das Goldene Blatt von ihm wissen. Zacher aber kontert eiskalt: „Mann, ich weiß doch, wie ich wirke auf die Weiber. Total. Die sind alle geil auf mich.“ Aber Zacher belässt es nicht beim Angeben, er gibt auch geldwerte Tipps an seine Mitstreiter weiter, er rät, den Frauen Rosen zu schenken: „Burgunderrot ist die Farbe, bei der die Frauen wegknicken, das ist halt so.“

Ob der nette Schauspieler Klaus Wildbolz (71) bei seiner vierzig Jahre jüngeren Lebensgefährtin Nadine es auch mit Burgunderrot versuchen musste oder ob sie ganz von allein wegknickte - die beiden sind jedenfalls ein attraktives Paar. Natürlich hatte der Klaus (71) schon seine Zweifel, ob das alles gut gehen würde mit dem Altersunterschied, aber dann hat die Nadine (30) im Wiener Stephansdom in einer Kirchenbank eine Schachtel aus der Tasche gezogen und hat dem Klaus (71) einen silbernen Ring an den Finger gesteckt, in dem ihr Name eingraviert war, schluchz, wir können gar nicht weiterschreiben.

Des dicken Otti Fischer einstige heimliche Geliebte

Aber dann, heul, war der Klaus (71) so gerührt, dass er noch heute sagt: „Ich war so gerührt, dass mir die Tränen gekommen sind. Diese Frau ist einfach großartig!“ An diesem Paar könnte sich die Michaela aufrichten, des dicken Otti Fischer einstige heimliche Geliebte. In Bild glaubt die Arme nicht mehr an die Liebe und hegt nur noch Minimalhoffnungen: „Vielleicht treffe ich im Alter ja einen netten Mann für gemeinsame Spaziergänge.“

Wir aber trafen jetzt in Pressburg eine dermaßen hübsche und adrette Slowakin (21), dass uns die Luft wegblieb. Schon ihr Name klang unglaublich sexy: Bibiana. Eigentlich hatte sie erst keine Lust, als Redaktionsassistentin zu uns nach Frankfurt zu kommen. Aber dann dachten wir an Patricia Riekel und schenkten Bibiana ein Lächeln der Zuversicht. Schon knickte sie weg. Ist halt so.

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Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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