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Veröffentlicht: 26.04.2015, 12:12 Uhr

Herzblatt-Geschichten Venedig sehen und sterben

Venedig ist eine Stadt für Verliebte? Nicht, seit die Promis es zum Schauplatz von Lüge und Verrat gemacht haben. In dieser Woche machte die Klatschpresse an der Adria gleich mehrere Dramen aus.

von
© dpa Til Schweiger, hier in friedlicher Eintracht mit seinen Töchtern, kann im Umgang mit Kollegen auch weniger liebevoll.

Damit dürfte die Moderne auch im Goldenen Blatt angekommen sein. „Die Liebes-Sensation ist perfekt“, titelt das Heft über Máxima und Willem-Alexander der Niederlande, wobei die gemeine Leserschaft natürlich schon kleine Beinchen trippeln hören soll. Doch nicht Nachwuchs ist gemeint, sondern „sogenannte Smartphones“, mit denen sich beide angeblich ständig Liebesbotschaften senden, und nicht minder rührend ist, wie Das goldene Blatt seinen Lesern das erklärt: „Das sind kleine technische Wunderwerke: Mit ihnen kann man nicht nur telefonieren, sondern auch Fotos knipsen, E-Mails verschicken und vieles mehr.“ Zum Beispiel an den Haaren herbeigezogene Liebes-Sensations-Storys aufhängen.

Jörg Thomann Folgen:

Weniger liebevoll geht es zwischen den Schauspielern Til Schweiger und Claude-Oliver Rudolph zu, denn Schweiger hat den Kollegen „Schwachmat“ genannt. Zuvor hatte Rudolph in OK! behauptet, Schweiger habe sich für seinen Film „Honig im Kopf“ inspirieren lassen von Rudolphs Fernsehfilm „Liebe mich bis in den Tod“ von 1998 mit Christine Neubauer: „Ein dementer Boxer, gespielt von mir, wird von seiner jungen Medizinerin nach Venedig gebracht – noch Fragen?!“ Auch bei Schweiger reist ja ein dementer Großvater nach Venedig, und – Achtung, Spoiler! – am Ende überleben weder Boxer noch Opa. Rudolph will nun eventuell klagen. Bild aber schlägt sich auf Schweigers Seite: Einzige Gemeinsamkeit beider Filme sei Venedig.

Til Schweiger © dpa Vergrößern Hat Schweiger die Idee für dieses Tierchen womöglich geklaut? Oder haben Sie in einem Film von Claude-Oliver Rudolph schon einmal Ohren von Hasen gesehen.

Dabei scheint der Klau System zu haben: Wie in Schweigers „Keinohrhasen“ nämlich sind in Rudolphs „Liebe mich bis in den Tod“ keinerlei Ohren von Hasen zu sehen. Und hat man nicht schon immer, wenn man im „Tod in Venedig“ las, wie der feinsinnige Schriftsteller Gustav von Aschenbach dem Knaben Tadzio verfiel, an Claude-Oliver Rudolph und Christine Neubauer gedacht? Beweist nicht Goethes berühmter Spruch „Venedig sehen und sterben“, dass auch er „Liebe mich bis in den Tod“ genau im Kopf hatte? Da werden reichlich Tantiemen fällig.

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Auf Til Schweiger zu sprechen kommt auch Die neue Frau in ihrem Text über dessen Kollegen Thorsten Nindel, der gottlob eine Krebserkrankung gut überstanden hat. „Seine Haare sind nur wenige Millimeter lang, und er sieht ohne Mütze Schweiger zum Verwechseln ähnlich“, heißt es. „Trotzdem ist sein Lächeln noch viel glücklicher als je zuvor.“ Soll heißen: Er lächelt trotz des harten Loses, Til Schweiger zu ähneln?

23rd Annual Elton John AIDS Foundation Academy Awards Viewing Party - Inside © AFP Vergrößern Kylie Minogue und Heidi Klum: Wir glauben zu wissen, wer hier schon länger nicht mehr an einem dänischen Eis geleckt hat.

Nicht leicht hat es auch Kylie Minogue. Von Bild nach ihrer „letzten Essenssünde“ gefragt, sagt sie: „Ich aß mal in Dänemark, nein, in Schweden (Pause), nein, doch in Dänemark ein Eis. Hmmm, das schmeckte köstlich...“ Das klingt nicht nach einem generell genussvollen Leben. Wenn nun Die Aktuelle verkündet: „Dänemark im Ausnahme-Zustand“, hat dies indes nichts mit Kylies Eis-Beichte zu tun, sondern mit Königin Margrethe, die ihren Geburtstag feierte, derweil Ehemann Henrik mit Grippe im Bett lag. Nur zwei Tage drauf, empört sich Die Aktuelle und zeigt Beweisfotos, ist Henrik „wie durch ein Wunder wieder gesund und genießt die Sonne in Venedig“. Schon wieder Venedig! Nicht nur Gattin Margrethe, auch Claude-Oliver Rudolph dürfte nun ganz genau verfolgen, was er dort treibt.

Nicht erschienen, und zwar zu Maxi Arlands Show „Traumschiff“, ist Schlagersängerin Monika Martin, was eine Leserin der Neuen Frau in einem Brief beklagt: „Maxi bemühte sich sehr, selbst sein Vater und sein Bruder mussten einspringen, um die Lücke für Monika Martin auszufüllen.“ Da hatte Arland ja noch Glück, dass es nicht Helene Fischer war, die ihn versetzte, dann hätten auch noch seine Großmütter, der Schwippschwager und sein Steuerberater einspringen müssen.

Lucas Cordalis und Daniela Katzenberger © dpa Vergrößern Werden sich Sat. 1 und RTL2 einen Sorgerechtstreit um das Kind von Lucas Cordalis und Daniel Katzenberger liefern?

In St.Moritz hat Echo der Frau Heidi Klum gesichtet, an ihrer Seite Lover Vito, „der schmucke New Yorker Kunsthändler“, was viel besser klingt als „künstlicher New Yorker Schmuckhändler“, und das Blatt glaubt „eine kleine, verdächtige Wölbung an ihrem Bauch zu erahnen“. Ausgerechnet bei Klum, die derzeit so aussieht, als hätte sie überhaupt noch nie an dänischem Eis geleckt, und die auf dem Foto überdies einen „dicken XXL-Strickpulli“ trägt? Das Einzige, Echo der Frau, was sich hier wölbt, sind die Tomaten auf deinen Augen.

Die aufgrund ihrer Schwangerschaft durchaus gewölbte Daniela Katzenberger hat derweil gegenüber Closer erklärt: „Das Baby kommt im Rahmen meines Formats auf die Welt.“ Ihre Doku-Soap läuft nicht wie einst bei Vox und auch nicht, wie von Closer gemeldet, bei Sat.1, sondern bei RTL2; hoffen wir, dass es da später zwischen den Sendern keinen Sorgerechtsstreit gibt. „Ich plane einen Kaiserschnitt“, so Katzenberger weiter. „Dann habe ich den genauen Termin, kann vorher noch schön einen alkoholfreien Cocktail schlürfen, bevor mein Kind kommt.“ Wir raten zur Unterwassergeburt, dann muss sie nicht mal den Jacuzzi verlassen. Wofür auch immer aber sie sich entscheidet: Auf keinen Fall sollte sie als Dreh- und Geburtsort Venedig wählen.

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