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Veröffentlicht: 17.05.2015, 11:37 Uhr

Herzblatt-Geschichten Ein kleines Bauchi

Die Herzblätter der Woche verraten, was Frauen und Männer wollen. Cora Schumacher findet Plauzen okay, hat aber Mindestanforderungen an die Länge des Liebesakts. Und der einstige Vorabendsurfer Ralf Bauer mag erfolglose Frauen mit Erfahrung in der Küche.

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© dpa Mag kleines Bauchi: Cora Schumacher bei einem Auftritt in der RTL-Tanzshow „Let’s Dance“. Im aktuellen Playboy zeigt Cora noch mehr Haut.

Erschreckende Enthüllungen über den Drogenmissbrauch unserer Politiker. Hatten wir bisher geglaubt, deren Konsum beschränke sich auf eine Tagesration Crystal Meth in handelsüblicher Menge, so belehrt uns Claudia Roth eines Schlechteren: Während der zwölf Jahre als Grünen-Chefin, erzählt sie Bunte, habe sie ein Leben geführt „auf der Überholspur. Jeden Tag auf Speed.“ Das erklärt einiges: die überbordenden Emotionen, die überbordenden Kleider und manche politische Entscheidung. Aber ehrlich, so einen Job als Grünen-Chef würden auch wir ohne Amphetamin kaum aushalten.

Jörg Thomann Folgen:

Interessant übrigens, dass Bunte Roth als „quirlige Grünen-Politikerin“ bezeichnet. Quirlig, dieses Etikett haben Frauen exklusiv, niemand würde etwa Thomas de Maizière quirlig nennen. Ähnliches gilt für das Prädikat „frech“, das selbst erwachsenen Frauen anhaftet, und sei es dank ihrer Frisur: Graues Haar, urteilt Udo Walz in Bunte, kann „toll aussehen. Vorausgesetzt, der Schnitt ist kurz und frech.“

Bundesdelegiertenkonferenz der Gruenen © dapd Vergrößern Quirliges Kerlchen: Komischerweise werden nur Frauen mit diesem Attibut versehen, unter anderem auch Claudia Roth.

Blond und lang trägt ihr Haar die Exrennfahrer-Exgattin Cora Schumacher, doch auch die, so Bunte, „zeigt sich frech“, und zwar im Playboy. Bei der Gelegenheit gibt sie manch Intimes preis, etwa über Sex: „Er sollte länger als sieben Minuten dauern.“ Für Formel-1-Piloten, deren Boxenstopps wenige Sekunden dauern, klingt das nach einer Ewigkeit. Wobei ihr geschiedener Gatte Ralf Coras Männergeschmack ohnehin nicht zu entsprechen scheint: „Für mich“, so Cora, „kann ein Mann auch ein kleines Bauchi haben. Ich finde das sexy.“

Cora selbst übrigens zeigt im Playboy nicht nur zwei große Busi, sondern diverse Tattoos, deren komplette Lektüre länger als sieben Minuten dauern würde. Bild übersetzt ihr englisches „Statement-Tattoo“ unterm linken Rippenbogen, das wir nur zensiert wiedergeben möchten: „Schlampen reden Scheiße, weil sie glauben sie kennen mich. Aber wenn ich einen (...) hätte, wären sie die ersten, die mir einen (...).“ Ergänzend, finden wir, sollte sich Frau Schumacher noch einen „Explicit Language“-Warnhinweis tätowieren lassen.

Dieser Artikel ist aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Wenn Sie mehr davon lesen wollen, testen Sie die F.A.S. doch einfach als digitale Zeitung. Wie es geht, erfahren Sie hier ...

Einbrennen lassen sollte sich vielleicht auch der frühere Surfer-Darsteller Ralf Bauer jene Ratschläge, die ihm einst Kollege Blacky Fuchsberger zum Umgang mit Frauen erteilte: „Es gab da die vier ,V‘. Aber die vergesse ich leider häufig“, erzählt Bauer dem Neuen Blatt.

Dass er sie doch noch zusammenkriegt („verzeihen, vertrauen, verstehen und verzichten“), hilft ihm, der derzeit Single ist, wenig: „Viele Frauen haben eine Karriere“, klagt er. „Das ist toll, aber es passt nicht ganz zu der Vorstellung, die ich von Familie habe.“ Denn als er „ein Kind war, haben meine Mama oder meine Oma immer frisch gekocht. Wenn das wegfällt, weil beide Eltern berufstätig sind, ist das schwer.“ Wobei uns nicht bekannt ist, dass Bauer zuletzt selbst eine große Karriere gehabt hätte; in der Zeit hätte er ja auch kochen lernen können. Und wenn ihn sein Single-Dasein zu sehr wurmt: RTL hat mit „Bauer sucht Frau“ längst die ideale Sendung für ihn.

Ralf Bauer © dpa Vergrößern Einstiger Vorabendsurfer such Frau, die kochen kann: Ralf Bauer

Keine Probleme, mal eine Partnerin zu finden, dürfte Monacos Thronfolger Jacques haben. Anlässlich seiner Taufe bekam er laut Frau im Spiegel soeben „das Großkreuz des Grimaldi-Ordens“ verliehen, „die höchste Stufe des Verdienstordens“. Erscheint uns bei einem fünf Monate alten Knaben etwas früh und zudem nicht die beste Motivationshilfe zu sein: Wem jetzt schon die höchsten Verdienste bescheinigt wurden, der wird später kaum sein Zimmer aufräumen.

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Höchste Verdienste dürfte auch Helene Fischer haben, nicht zuletzt dank lukrativer Werbeverträge. „So privat wie nie“ will uns Das neue Blatt nun die Sängerin zeigen, und auch Neue Welt tönt: „So privat hat man sie noch nie gesehen.“ Wir sehen, in beiden Blättern, Fischer in einem Wohnzimmer, mal mit Kaffeetasse, mal auf einem Teppich sitzend. „Es sind Fotos voller Harmonie, gefühlvoll und anrührend“, schwärmt Neue Welt, und wer sich „ein Stück von Helene“ nach Hause holen wolle, habe Glück – denn all das, was es hier zu sehen gebe, „gibt es schon im Handel als Kollektion zu kaufen“. Logisch, denn die vermeintlich intimen Bilder sind offizielle Werbefotos von Tchibo. Nächste Woche erfahren wir dann bestimmt, dass Thomas Gottschalk „privat wie nie“ gern Gelatine-Bären futtert.

Made by Helene Fischer und Tchibo: Mode-Hits © obs Vergrößern Ganz offiziell privat: Helene Fische trinkt für Tchibo im Pyjama Kaffee.

Dass sie Neues aus dem Privatleben eines Gottschalk-Kumpels zu erzählen hat, suggeriert Die Aktuelle mit ihrer Schlagzeile: „Günther Jauch – Ärger zu Hause! Der große Krach“. Es gibt dann aber in der Nähe von Jauchs Potsdamer Domizil nur eine neue Baustelle.

Nicht eben leise zugegangen sein dürfte es kürzlich auf St.Lucia, wo Robert Geiss seiner quirligen Gattin Carmen eine Sause zum Fünfzigsten ausrichtete, die Intouch zufolge 400.000 Euro kostete. „Ich musste mir da schon was Besonderes einfallen lassen. Und das ist mir geglückt. Denn die Hälfte der Zeit war Carmen so überwältigt von Emotionen, dass sie kein Wort rausbrachte.“ Uns scheint es dennoch übertrieben, eine solche Stange Geld auszugeben – nur damit die Ehefrau mal ein Weilchen den Mund hält.

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