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Herzblatt-Geschichten Michelle tickt aus

06.12.2009 ·  Michelle Obama lässt sich Stiefel bei einem französischen Nobelschuhmacher anfertigen und vernachlässigt ihre Familie. Heidi Klum soll den Namen ihres Mannes Seal angenommen haben und auch Franz Müntefering genießt die Zweisamkeit.

Von Alexander Marguier
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Erst einmal schlechte Nachrichten für die Heiligsprechungskommission der Herrscherfamilie Obama: Übermutter Michelle entwickelt sich immer mehr zur amerikanischen Imelda Marcos. „Psychodrama!“ titelt Echo der Frau und meint doch nur jene irrationale Affinität von Frauen zu Schuhen, der nun auch die First Lady zum Opfer gefallen ist. „Stiefel lässt sie sich nur noch bei einem französischen Nobelschuhmacher anfertigen“, beklagt das Blatt und folgert daraus eine tiefe Ehekrise im Weißen Haus. Allerdings verstört Frau Obama ihre Umgebung mit weiteren Charakterschwächen: „Die Familie scheint sie kaum noch zu interessieren. Meist isst der Präsident mit den Kindern alleine, weil Michelle beim Sport, bei Freundinnen oder bei Empfängen weilt. Seit Michelle nun auch noch alleine einen Wellness-Urlaub in Indien plant, herrscht Eiszeit im Weißen Haus.“ Oder wie Neue Welt es ausdrückt: „Ganz klar, die Obamas sind eine fast normale Familie.“ Aus dem Single-Wellness-Trip scheint dann übrigens doch nichts geworden zu sein, Aufnahmen in Bunte zeigen Michelle zwar in Indien, eingerahmt allerdings vom indischen Premier Manmohan Singh und dessen etwas verhutzelter Gattin Gursharan Kaur; Barack, dieser alte Wichtigtuer, hat sich natürlich auch noch mit aufs Bild gedrängt.

Die Welt ist eben eitel, aber wir wollen nicht klagen, denn unsere Lieblingsblätter wären sonst so leer und öde wie das Frankfurter Gallusviertel an einem regnerischen Dezembernachmittag. Welch Augenweide dagegen ist doch die sympathische Heidi Klum - wiewohl auch sie bis in die blonden Haarspitzen von Geltungssucht durchdrungen sein soll: „Sie braucht die Bestätigung von außen, um zu zeigen, wie toll sie ist - und dass sie es mit 15 Jahre jüngeren Models aufnehmen kann“, so die tiefenpsychologische Analyse von Echo der Frau. Unsere Heidi kann aber auch zurückstecken, zum Beispiel heißt sie seit neuestem gar nicht mehr Klum, sondern . . . tja, wie eigentlich? Wie Echo der Frau ebenfalls zu vermelden weiß, hat sie nämlich den Nachnamen ihres Gatten Seal angenommen, von dem wir immer dachten, es sei so eine Art Vorname. Egal, Hauptsache, die beiden sind glücklich miteinander und zeugen auch weiterhin viele Kinder, damit Heidi Seal noch ganz oft direkt aus dem Kreißsaal an den Catwalk marschieren kann, um junge Models zu triezen.

Sie wird das alles noch spielend schaffen

Sie werden sich daran erinnern, dass Franz Müntefering, der knorrige Erfinder der Sozialdemokratie, auf seine alten Tage noch mal junges Blut geleckt hat. Die Auserwählte heißt Michelle Schumann und ist erst 29 Jahre alt, woraus der gesamte Boulevard ein Riesenbohei macht. Wir hätten ja darauf gewettet, dass mit dem Machtverlust der SPD auch der Stern der Liebe sinkt. Von wegen, das Gegenteil ist der Fall, jetzt wird sogar geheiratet! Was Bunte zum Anlass für allerlei kleinkarierte Unkereien nimmt: „Wenn ,Müntes' zukünftige Frau Mitte dieses Jahrhunderts ihrerseits 70 wird, ist ihr Mann 110 Jahre alt und denkt vielleicht schon mal ans Sterben. Sie aber wird das alles noch spielend schaffen - ihn im Rollstuhl herumwuchten, das Laken glätten, sein Diabetessüppchen kochen und ihm das Leben erhellen.“ Wenn jedoch Müntes zukünftige Frau Ende des Jahrhunderts ihrerseits 110 Jahre wird, ist ihr Gemahl erst 150 Jahre alt, und der Altersunterschied fällt kaum noch ins Gewicht.

An anderer Stelle stimmt Bunte uns dann wieder versöhnlich, indem sie auch diese Woche wieder daran erinnert, dass der Bayern-Häuptling Horst Seehofer nicht nur einen Koffer, sondern sogar eine ganze Familie in Berlin hat. Annette Fröhlich, die Mutter seiner kleinen Tochter, wurde vor einer Woche beim Bundespresseball gesehen: „Sie war mit Flanierkarte unterwegs. An ihrer Seite der Papa. Aber nicht der ihres Kindes, sondern der eigene.“

Das Vorhaben ist mittlerweile abgesagt

Der Adel ist freilich auch nicht mehr das, was er einmal war. Ernst August von Hannover zum Beispiel tritt neuerdings im Media-Markt auf, um Bildbände von Freunden zu verticken. Auf dem Foto in 7 Tage sieht er dabei auch noch wie jemand aus, dem man nicht einmal eine Heizdecke abkaufen würde. Weitaus schlimmer hat es das niederländische Königshaus erwischt, nachdem Kronprinz Willem-Alexanders Baupläne für eine Luxusvilla in Moçambique „Entrüstung auf den Plan gerufen“ haben, wie es Das Goldene Blatt so stilsicher formuliert. Das Vorhaben ist mittlerweile abgesagt, Prins Pilsje jedoch bleibt bockig und gibt der Presse die Schuld daran, dass er sich jetzt ein anderes Plätzchen für sein Ferienhaus suchen muss. Erfolg der Querele: „Viele Holländer fordern inzwischen die Abschaffung der Demokratie.“ Wäre das Ganze in der Schweiz passiert, hätten die Eidgenossen mit Sicherheit für ein Bauverbot neuer Königsschlösser gestimmt. Die Frage, ob Muslime mit Demokratie mehr am Hut haben als Könige, soll bis zur nächsten Woche dann bitte Ralph Giordano klären.

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