08.01.2006 · Wer ist noch unerotischer als Desirée Nick, welcher Frauenheld war noch nie verliebt, und warum wird Dänemarks Kronprinzessin Mary immer unbeliebter? Antworten in den neuen „Herzblatt“-Geschichten.
Von Peter LückemeierViele Menschen machen sich nicht klar, wie schwierig es sein kann, als Promi ein gleichsam öffentliches Dasein zu führen. Würden Sie als Frau beispielsweise gern zur Kenntnis nehmen, daß die Leser des Männer-Magazins FHM Sie echt abtörnend finden?
So geschah es der Kabarettistin Desiree Nick (45), die im Ranking der unerotischsten Frauen nur noch von Herzogin Camilla übertrumpft wurde. Aber nicht nur die Öffentlichkeit schaut kritisch auf die Promis, auch die eigene Familie legt oft höchste Maßstäbe an, jedenfalls beim Talkmaster Jörg Thadeusz (37), der in Revue (früher Neue Revue) über seine Mutter berichtet: „Sie ruft gern nach den Sendungen an und sagt: Mein Gott, bist du fett geworden. Mein Vater versucht, Anzeichen eines erhöhten Alkoholkonsums zu entdecken.“
Das Haar in der Suppe
Übrigens brauchen manche Menschen gar keinen Alk als Stimulanz, sie sind von Natur aus jugendlich-humorvoll aufgekratzt wie die Autorin Hera Lind (72), die sich in Frau im Spiegel so beschreibt: „Sportliche Frohnatur, nicht mehr taufrisch, aber noch mit jugendlichem Humor und bisweilen übermütiger Lebensfreude.“ Außerdem prahlt sie: „Ursprünglich bin ich Lehrerin mit Staatsexamen.“ Boah ey, mit Staatsexamen, ja Wahnsinn, das ist ja ganz, ganz super.
Im Gegensatz zu der leicht selbstverliebten Autorin entwickelt der Olympia-Dressursieger Martin Schaudt (47) in Bunte ein eher düsteres Selbstbild. Er hat sich gerade zum wiederholten Mal von seiner Reiterfreundin Nadine Capellmann (40) getrennt, schiebt sich aber ganz allein die Schuld in die Stiefel: „Ein Jahr gebe ich mir in der Regel Mühe, danach werde ich unerträglich. Man sagt mir nach, daß ich immer das Haar in der Suppe suche und, wenn keins drin ist, selbst eines hineinschmeiße.“
„Ich bin stolz auf meine Girls“
Auch Scarlett Johansson (21), bekannt aus „Lost in Translation“, wird bestimmt von vielen Mädchen auf der Welt um ihr hübsches Gesicht und die tollen Lippen beneidet, sie selbst ist zwar mit ihren Brüsten (“ich bin stolz auf meine Girls“) zufrieden, nicht aber mir ihrem Antlitz, wie sie in Bunte gesteht: „Es ist nun mal da, und ich kann es nicht ändern.“
Das freilich würde Professor Mang sicherlich nicht auf seinem Skalpell sitzen lassen. In Revue berichtet er diesmal über die Frau eines reichen Ruhr-Barons, der einst dem Schönheitschirurgen am Telefon klare Ansagen gegeben hatte: „Es wäre nett, wenn Sie ihr den Bauch straffen könnten. Und die ,Reiterhosen' müßten weg. Und wenn Sie schon dabei sind: Sie war mal eine wunderschöne Frau, aber jetzt könnte ihr Gesicht ein Lifting vertragen. Meine Frau steht übrigens neben mir.“
Unser Held - Dieter Wedel
Nein, so taktlos würde der Regisseur Dieter Wedel (63) sich sicherlich nie verhalten. Daß Wedel unser Held ist, haben wir ja schon öfter erwähnt: Er hat es geschafft, in schöner Offenheit und im besten Einvernehmen zwei Frauen zugleich zu lieben: Uschi (54) und Dominique (33). In Bild sagt er: „Ich mache ja nichts anderes als andere Männer auch. Nur sage ich es offen und belüge meine Partnerinnen nicht.“ Das ist schön, denn zur wahren Liebe gehört die Ehrlichkeit.
Aber auch die Leidenschaft. Wenn (“bewegendes Interview“) der Schauspieler Ulrich Mühe in Echo der Frau sagt: „Ich habe mich stets 100prozentig verliebt - volle Kanne, volles Risiko“, dann ist uns das tausendmal sympathischer, als wenn der Heidi-Klum-Sitzenlasser Flavio Briatore in Revue greint: „Ich glaube, ich war nie verliebt.“ Übrigens sagt er an gleicher Stelle auch: „Man kann sich nicht erlauben, eine Ehefrau zu haben, das würde einem nicht helfen.“
„Arme Queen Elizabeth“
Wir hoffen doch, daß Prinz Charles das anders sieht, wenn auch die Schlagzeilen in Das Neue Blatt nicht gut aussehen: „Ehekrise. Die Queen triumphiert. Zeitungen sprechen schon von Trennung.“ Demnach liegt die Ehe des Thronfolgers nach nur acht Monaten in Scherben, weil die königliche Familie Camilla schneide und seine Frau Charles vorwerfe, sich nicht genügend für sie einzusetzen. Andererseits muß leider Echo der Frau feststellen: „Arme Queen Elizabeth. Camilla macht ihr das Leben zu Hölle.“ Nach diesem Bericht grämt sich die Königin über Camillas wachsende Popularität, und die Vorstellung, daß „eine geschiedene Ehebrecherin“ eines Tages auf dem Thron Platz nehmen werde, „raubt ihr den Seelenfrieden“.
Allerdings ist auch im Staate Dänemark nicht alles in Butter, dort wird nach Einschätzung von Das Neue Blatt Kronprinzessin Mary immer unbeliebter, weil sie so selten lächelt und „sich sogar für 1000 Meter Fußweg eine Limousine bestellt“, was ihr unserer Ansicht nach durchaus zusteht, nur eine Sänfte wäre vielleicht übertrieben. Obwohl - eine richtig schöne Frau, die auch noch nett ist und über einen guten Naturbusen verfügt und tolle Hände und einen schlanken, straffen Bauch hat, die würden wir in Sänften wiegen, auf Händen tragen und ihr sagen: „Der größte Vorteil, ein Mann zu sein, liegt darin, dich lieben zu dürfen.“
Die Welt des Boulevards
Peter Lückemeier Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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