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Herzblatt-Geschichten In den Armen des Dschungels

 ·  Kindernamen sind so eine Sache: Bei Mirabella Bunny und Bear Blu haben die Prominenten aus Amerika ganz tief in die Kreativitätskiste gegriffen. Da kann sich das Schlagerpaar Stefanie Hertel und Stefan Mross noch etwas abschauen.

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Ein Quell der Freude auch in dieser Woche: Prominentenkindernamen. Unlängst haben wir die Schauspielerin Alicia Silverstone interviewt, die Veganerin und große Tierfreundin ist – weshalb der Name ihres neugeborenen Sohnes nicht wirklich überraschen kann: Bear Blu. Während hier die deutsche Puppentrickfigur Käpt’n Blaubär Pate gestanden haben könnte, fragt man sich beim Töchterchen des Musikers Brian Adams, ob sich der frischgebackene Papa womöglich von einem Männermagazin anregen ließ: Mirabella Bunny heißt die Kleine. Da loben wir uns unser Land, wo Bärchen oder Hasi bislang nur als Kosenamen Verwendung finden, was freilich schon schlimm genug ist.

Besonders fruchtbar ist hierzulande, glaubt man den Herzblättern, die Schlager- und Volksmusikbranche. Vor allem zwei Paare sind es, für die im wöchentlichen Wechsel Elternfreuden angekündigt werden; nach Helene Fischer und Florian Silbereisen sind diesmal wieder Stefanie Hertel und Stefan Mross an der Reihe. „Hurra, Nachwuchs in Sicht!“, trompetet Das Goldene Blatt auf seiner Titelseite und liegt damit gar nicht mal verkehrt: Im Artikel nämlich geht es um Johanna, Stefans und Stefanies neunjährige Tochter, die gern Blockflöte, Gitarre und Hackbrett spielt. Mehr noch als ungeborene Kinder ist ja der Nachwuchs, der längst da ist, in Sicht – und freut sich sicher, wenn ihn die Eltern jedes Mal mit „hurra“ begrüßen.

Die Royals flüchten vor großen Festen

Ganz besonders stark in Sicht waren bei Williams und Kates Hochzeit Sarah Fergusons Töchter Beatrice und Eugenie, und zwar wegen ihrer bizarren Kostüme und Kopfbedeckungen. Nicht gesichtet wurde Mama Fergie, weil die gar nicht eingeladen war, worüber sie nun mit der Talkmasterin Oprah Winfrey gesprochen hat: „Ich entschloss mich dazu, nach Thailand zu fahren. Der Dschungel hat mich in seine Arme genommen.“ Schön, dass Frau Ferguson nach der Trennung von Prinz Andrew endlich wieder jemand liebhat; seltsam aber ihr Satz über die ebenfalls bei der Hochzeit fehlende Diana: „Ich liebe dieses Gefühl, dass sowohl Diana als auch ich auf ihre Art nicht dabei waren“, hat sie laut dpa gesagt. Da ist uns Fergies Art, nicht dabei zu sein, dann doch noch lieber als diejenige Dianas, auch wenn wir keine großen Dschungelfreunde sind.

Prinzessin Madeleine von Schweden hingegen geht es gut – auch wenn die Titelstory vom Echo der Frau anderes befürchten ließ. Der Text indes dreht sich nur darum, dass Madeleine den Geburtstag ihres Vaters nicht in Schweden, sondern in New York verbrachte, worüber Schwester Victoria verstimmt gewesen sei. Bei seiner Schlagzeile dazu – „Victoria – Sie weint um ihre Schwester!“ – muss sich das Echo der Frau dann irgendwie, tja, verschrieben haben.

Zwei Trennungen

Gleich zwei starke Männer beklagen in dieser Woche die Trennung von ihrer Partnerin. Vor einer Woche erst beteuerte Schauspielerin Hayden Panettiere, dass der Größenunterschied von mehr als vierzig Zentimetern zwischen ihr und Wladimir Klitschko in keinerlei Hinsicht ein Problem sei, nun war der Abstand offenbar doch zu groß – allerdings der zwischen Hollywood und Hamburg, der als Trennungsgrund angegeben wird. In Freundschaft gehe man auseinander, sagt der Boxer, er schätze – ist das denn ein Gegensatz? – „Hayden als Mensch und Frau“.

Ebenfalls auseinander gehen nach 25 Jahren Ehe Arnold Schwarzenegger und Maria Shriver, was Bild-Kolumnist Franz Josef Wagner zu bösen Worten über den Ex-Bodybuilder veranlasst: „Leider gibt es keine Zentimetermaße für Liebe, Treue, Charakter, Gehirn.“ Gäbe es solche, läge auch Jesse James nicht weit vorn, der Ex-Gatte Sandra Bullocks, der nun laut Gala in seiner Autobiographie schreibt: „Ich hätte Sandra verlassen sollen, statt sie zu betrügen. Ich habe sie wirklich geliebt.“ Soll heißen: Wenn ihr eure Frauen wirklich liebt, Männer, dann betrügt sie nicht. Verlasst sie lieber.

FLOG - „First Lady of Germany“

Wieder etwas gelernt haben wir dank Bunte: Das internationale Kürzel für „First Lady of Germany“ lautet FLOG. Da tun uns die First Ladies of Poland oder Portugal leid. Unser Staatsoberhaupt jedenfalls flog mit seiner FLOG mal wieder durch die Welt, und wie fast immer war Bunte dabei: „Das First Liebespaar bezaubert Lateinamerika“, dichtet sie. Und Wulff, „der Turbo-Präsident“, „der jüngste und verliebteste Bundespräsident aller Zeiten“, steht ihr in nichts nach: „Eine tolle Präsidentin, sie hat mein Herz erobert“, sagt er über die Brasilianerin Dilma Rousseff. Regieren macht Spaß, glaubte einst Gerhard Schröder, bevor er eines Besseren belehrt wurde, aber Präsidieren – das muss echt total klasse sein.

Verunsichert hat uns hingegen unser Bunte-Horoskop, das diesmal äußerst blumig daherkommt: „Sie wachen in einem Tulpenbeet auf und schlafen auf Margeriten ein. Das ist kein Maitraum, sondern wonnige Wirklichkeit.“ Wir haben keinen Schimmer, wie das gemeint ist, gehen aber auf Nummer sicher: Beim Betriebsfest morgen halten wir uns von Biertulpen und Margarita-Cocktails fern.

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Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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