10.05.2009 · Italiens Präsident Berlusconi versteckt sich, um Angela Merkel zu erschrecken, ein HSH-Nordbank-Banker zwingt seinen Mitarbeiter in einen Nachtclub. Und Harald Schmidt verrät die drei meistverbreiteten Lügen der Männer.
Von Peter LückemeierZu Beginn eine Frage an die Männer: Sind Sie eigentlich mit Ihrem Arbeitgeber zufrieden? Nein? Es ist Ihnen ein wenig langweilig? Zu handlungsarm? Dann wechseln Sie doch zur HSH Nordbank. Da geht es richtig lustvoll zu. So steht es jedenfalls in Bild: Dort habe ein Vorgesetzter seinen Mitarbeiter zum gemeinsamen Besuch eines Nachtclubs abkommandiert, der Chef sei mit Tänzerinnen in den Personennahverkehr getreten, habe seinen Mitarbeiter zu ähnlichen Handlungen gedrängt und ihn mit den fröhlichen Rufen „Tu es! Tu es!“ animiert.
Ja, da sind Sie jetzt ein bisschen neidisch, das verstehen wir. Aber hier kommt schon die nächste Frage: Haben Sie Verständnis dafür, dass Signora Berlusconi (52) sich von ihrem Gatten Silvio (72) trennen will? Wir schon. Dass er nämlich bei keinem der achtzehnten Geburtstage seiner Kinder dabei war, aber zur Geburtstagsfeier der blutjungen Noemi (18) erschien, das ist schon wirklich empörend. Bild hat eine hübsche Rückansicht Noemis im Bikini gezeigt, angesichts deren wir beinahe Verständnis für Berlusconi bekommen hätten, wenn Noemi nicht im Interview bewiesen hätte, dass ihr Oberstübchen besser belüftet werden müsste: „Ich bleibe bei ihm und höre zu, das ist es, was er von mir will. Dann singen wir zusammen.“ Und wie heißt sein Lieblingslied? Halten Sie sich fest: „Mon Amour, lalalala.“ Gott, wie blöd.
Berlusconi spielt Verstecken
Wie beruhigt waren wir doch, lalalala, im stern zu lesen, dass wenigstens unsere deutsche Heidi Klum obenrum voll fit ist: „Mein Kopf ist einfach immer am Denken.“ Leider ist der Beitrag sonst eher böse, zitiert wird unter anderen Heidis ehemaliger Modelagent John Casablancas, der sie „eine talentlose deutsche Wurst“ genannt und außerdem behauptet habe: „Hinter ihrem Lachen, ihrer blonden Art schlägt das Herz eines Hais.“
Um aber noch einmal auf Silvio Berlusconi zurückzukommen: Der Mann macht ja, lalalala, wirklich viele grenzwertige Sachen, zum Beispiel flüsterte er neulich nach dem Erdbeben in den Abruzzen einer hübschen Ärztin zu: „Von Ihnen würde ich auch gern wiederbelebt werden.“ Aber dann ist er uns auch wieder unheimlich sympathisch, weil er sich eine Kindlichkeit des Gemüts bewahrt hat, die anderen Staatsmännern fremd ist. Vor der Begrüßung der deutschen Delegation in Triest zum Beispiel versteckte er sich kürzlich hinter dem Sockel einer Säule und sprang dann plötzlich hervor, um Angela Merkel zu erschrecken. Dabei rief er: „Kuckuck!“
Müntes Neue: Frische 29 Jahre alt
Auch ein anderer Politiker ist derzeit gut gelaunt: Franz Müntefering (69) hat nach übereinstimmenden Berichten von Bunte und Bild eine neue Frau in sein Leben gelassen, sie heißt Michelle, „lacht viel und gern“. Nach den Angaben eines Münte-Vertrauten hat sich zwischen den beiden „eine intensive Zuneigung entwickelt“. Und sie ist im besten Redaktionsassistentinnenalter von frischen 29! Wollen wir darüber richten? Wollen wir nicht. Wir gönnen Münte (69) sein Glück, zumal Bunte die Vorzüge der jungen Dame (29) so beschreibt: „Michelle ist schlank, hat eine hohe Stirn, süße Grübchen.“
Ganz nett sieht ja auch die Frau des deutschen Schlagersängers Michael Wendler aus. Aber schwer hat sie es auch, denn solche Schlagerfuzzis haben ja, lalalala, ständig die unglaublichsten Chancen bei den Mädels. Wendler macht in Das Neue Blatt auch gar kein Hehl (machen wir auch nie, weil wir überhaupt nicht wissen, wie man eigentlich Hehl macht) aus dieser unfassbaren Weiberverrücktheit nach ihm: „Es ist bestimmt nicht leicht für Claudia zu wissen, dass der Mann, den sie liebt, ständig sexuelle Angebote von anderen Frauen kriegt.“
Die drei meistverbreiteten Lügen der Männer
Dann müssen wir noch über den unfassbaren Skandal berichten, der sich bei der Hochzeit des Erbprinzen Jean d'Orléans und Philomena de Tornos y Steinhart in Chantilly zutrug. Herzogin Diane von Württemberg trug ein rotes Kleid, das fast bis zu den Knöcheln reichte! Und wenn Sie jetzt sagen: „Ja und?“ - dann beweisen Sie, dass Sie leider gar keine Ahnung haben. Gottlob hat wenigstens Bunte mal wieder voll den Durchblick: „Eine lange Robe ist bei einer royalen Hochzeit ein Privileg, das nur der Brautmutter zusteht.“ Und die Braut von niederem Adel musste auch gegen ein paar andere Gepflogenheiten des Hochadels ankämpfen, sie vertraute Bunte an: „Es gab Beschwerden, dass so viele preiswerte Geschenke wie Kochtöpfe und eine Brotschneidemaschine auf unserer Wunschliste standen. Da habe ich dann noch eine Karaffe für 4000 Euro ausgesucht.“
Zum Schluss aber noch schnell lebenswichtige Tipps für Frauen und Männer. Der für Frauen stammt von Harald Schmidt, der an Das Neue Blatt die drei meistverbreiteten Lügen der Männer verrät: „Hmm lecker!“, „Ich dich auch“ und „Da hat mich eine Katze gekratzt“. Der Rat für Männer stammt von uns und gilt den drei wichtigsten Worten in einer Partnerschaft: Erstens: Du. Zweitens: hast. Drittens: recht.
Immer wieder treffend
Klaus D. Wolf (LaoK)
- 11.05.2009, 15:07 Uhr
Die Welt des Boulevards
Peter Lückemeier Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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