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Herzblatt-Geschichten Grüße aus Gümüslük

Deutschlands mutigste Promis: Heidi Klum rettete drei Menschenleben und Til Schweiger rüstet für einen Kampf auf der eigenen Vortreppe auf. Nur Bettina Wulff sorgt wieder für weniger ruhmreiche Gerüchte.

© dpa Vergrößern Til Schweiger geht in die Offensive: Wer demnächst an Tilchens Türe klopft, darf wohl keine Einladung zum Kaffee erwarten - sondern einen knallharten kampfbereiten Killer (mit weichem Kern natürlich)

Das hätten wir uns vor Wochenfrist auch nicht vorstellen können, dass wir an dieser Stelle mal unsere Solidarität mit Til Schweiger und Heidi Klum erklären würden. Tun wir aber. Dass eine obskure Gruppe, die Schweigers Film „Schutzengel“ für kriegsverherrlichend hält, sein Haus mit Farbbeuteln bewarf und den Kleinwagen seiner Freundin abfackelte, finden wir richtig doof. Fragwürdig scheint uns aber auch der Vorschlag der notorischen In-Psychologin Elke Eyckmanns, Schweiger solle gegenüber den Angreifernnun „in die Offensive gehen“. Wie’s aussieht, wenn Schweiger in die Offensive geht, weiß man seit dessen „Tatort“-Debüt mit sieben Leichen. Gleiches mit Gleichem zu vergelten, wäre bei den Attentätern ohnehin kaum möglich: Diese Typen haben mit Sicherheit gar kein Auto.

Heidi Klum wiederum, berichtet Bild, „rettet Sohn (7) aus Todes-Welle!“ Beim Strandurlaub auf Hawaii nämlich habe Klum nicht nur den kleinen Henry, sondern auch zwei Kindermädchen aus der Strömung geborgen - und anschließend geklagt, dass sie dabei fotografiert worden sei, ihr aber niemand geholfen habe. Fiese Sache, können wir da nur beipflichten. Wobei die Gaffer, ohne sie verteidigen zu wollen, womöglich die Realität mit dem Fernsehen verwechselt und geglaubt haben, die Nannys absolvierten gerade eins der hochdramatischen „Topmodel“-Fotoshootings.

Helene Fischer verspricht Ueberraschungen bei Echo-Gala Michael Bolton, mit dem Fischer mal im Duett sang, hat früher Rauschmittel konsumiert. Irgendwie braucht eben jeder ein Ventil, um Schlager zu ertragen... © dapd Bilderstrecke 

Heidi Klum übrigens, das belegt Bunte via Fotobeweis, trägt „immer noch das auffällige Seal-Tattoo auf dem rechten Unterarm“. Gut immerhin, dass ihr Ex wie ein Seehund heißt; da muss sie nichts weglasern lassen, sondern kann die Sache unverfänglich machen, indem sie ein süßes Heuler-Bild hinzufügen lässt. Sollte auch Prinz William den Namen seiner Exfreundin irgendwo stehen haben, dürfte es komplizierter werden: Laut Echo der Frau war er mal mit Isabella Anstruther-Gough-Calthorpe zusammen, die ihm nun angeblich wieder gefährlich werden könnte. Wie wir Bunte entnehmen, hat Frau Anstruther-Gough-Calthorpe freilich gerade geheiratet, allerdings weder in Middle Fritham noch in Nether Addlethorpe, sondern in Südafrika.

Mit Isabellas Halbschwester Cressida liiert sein soll Williams Bruder Harry, nur glauben wir nicht, was Das goldene Blatt dazu schreibt. Demnach „jubelten die Engländer erst kürzlich: ,Alles deutet darauf hin, dass Harry seine Liebste bald zum Traualtar führt!‘“ Unmöglich, diesen Satz zu jubeln, erst recht, wenn man Engländer ist. Nicht aufs Glatteis führen lassen wir uns auch von dieser Echo-der-Frau-Schlagzeile: „Helene Fischer - Drogen-Beichte - Schock-Geständnis von dem Mann, der sie liebt“. Nicht Helenes Herzblatt Florian Silbereisen nämlich ließ sich zu einem neuerlichen Glühwein-Exzess hinreißen, sondern Michael Bolton, mit dem Fischer mal im Duett sang, hat früher das eine oder andere Rauschmittel probiert.

„Was ist das nur für eine Mutter? Bettina Wulff - Sie lässt ihr Kind im Stich!“, titelt Die Aktuelle. Die ehemalige First Lady „könnte in die USA auswandern“, fabuliert das Blatt, und dann den Sohn beim Vater zurücklassen. Indizien: Frau Wulff spreche „perfekt Englisch“, und die Firma, für die sie arbeite, „hat auch Niederlassungen in den USA“ - und dort „ist ihr Name nicht verbrannt“. Sag mal, Aktuelle, hat dein Verlag da eigentlich auch eine Niederlassung? Dann wandere doch gleich mit aus, so verbrannt, wie dein Name hier ist.

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In der Türkei niederlassen will sich offenbar Gerhard Schröder, der im Ort Gümüslük ein gewiss sehr gümütliches Haus gekauft hat. „In der Nachbarschaft wohnen schwedische Stylisten und Comedians“, weiß Bunte, und wir rätseln, ob das ein Qualitätsmerkmal sein soll. Wir hätten jedenfalls ungern aufgebrezelte Gestalten um uns herum, die dauernd Witze erzählen, welche wir gar nicht verstehen. Apropos SPD: Günter Grass’ Sohn Bruno hat Bild erzählt, wie er den Vater einst ärgerte, indem er „Poster von Helmut Kohl und Franz Josef Strauß im Kinderzimmer“ aufhängte. Nichts gegen etwas Rebellion - doch eine Jugend mit Kohl und Strauß an der Wand, dieser Preis wäre uns zu hoch gewesen.

Übernommen hatte sich auch Komikerin Tanja Schumann, die 800.000 Euro Schulden angehäuft hatte, nun aber ihre Privatinsolvenz überwunden hat. Schumanns Steuerberater, so ihr Ehemann in Bunte, hatte ihr „13 Lebensversicherungen und Bausparverträge angedreht. Am Ende hatte sie auch noch sechs wertlose Eigentumswohnungen am Hals.“ Glückwunsch, dass Sie sich von der Last befreit haben, Frau Schumann! Dürfen wir Ihnen nun, wo Sie wieder liquide sind, ein paar Zeitungs-Abos anbieten? Wenn Sie dreißig nehmen, geben wir Ihnen eins umsonst dazu.

Dass man mit dem zufrieden sein soll, was man hat, lehrt uns im Echo der Frau der seit kurzem im Schwarzwald beheimatete Fernsehkoch Horst Lichter: „Ich habe immer gesagt: Irgendwann möchte ich mal in der Eifel leben - aber wo die Eifel dann liegt, das entscheidet das Leben.“ Das geht uns ganz ähnlich: Wir wollten ja immer mal Millionär sein - nur hat das Leben halt entschieden, dass unsere Millionen irgendwo anders herumliegen.

Quelle: F.A.S.

 
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