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Herzblatt-Geschichten Gemütliches Wabbeln

Heidi Klum weiß sich gegen schlechte Laune bestens zu helfen. Christina Aguilera genießt alle 30 Minuten eine Fußmassage. Und Philipp Rösler fühlt sich in Bayern wie ein Superstar. Die Herzblatt-Geschichten.

© dpa Vergrößern Tipps gegen schlechte Laune: Heidi Klum empfiehlt, sich morgens einen Stift quer zwischen die Zähne zu legen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass diese Methode die Fröhlichkeit steigert.

Schon ist er wieder vorbei, unser Urlaub, und so kamen sie wie gerufen, die „3 Gute-Laune-Tipps“ der Heidi Klum, die Das goldene Blatt verbreitet. Morgens missgestimmt? „Heidi empfiehlt dann, einen Stift quer zwischen die Zähne zu legen. Dadurch heben sich automatisch die Mundwinkel. Sogar wissenschaftliche Studien belegen, dass man dadurch fröhlicher wird.“ Also rein mit dem Ding und die Tipps 2 und 3 gelesen. „Gegen Routine: Morgens einen anderen Weg zur Arbeit wählen. Oder die Zahnbürste einfach mal in der anderen Hand halten!“ Prompt sind wir heute eine Stunde zu spät ins Büro gekommen, weil wir uns verfahren hatten. Das Zähneputzen war auch nicht ganz einfach, aber nicht wegen der linken Hand, sondern wegen dieses Stifts im Mund.

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Heidi Klums eigene Mundwinkel haben womöglich ebenfalls Unterstützung nötig, wird sie doch heftig kritisiert. „Ein Nackt-Skandal jagt den nächsten!“, entsetzt sich Echo der Frau und präsentiert Halbnacktfotos, die Klum selbst online stellte. Ärger gab es vor allem wegen eines Werbeplakats für ihre amerikanische Mode-Show: Neben einer als Kaiserin verkleideten Heidi zeigt es „lüsterne Männer und Frauen, die - wie Gott sie schuf - ihr zu Füßen liegen“. Auf dem Bild allerdings hält Kaiserin Heidi eine große Nähnadel in der Hand, womit die Botschaft eigentlich klar ist: Die Nackten wollen keinen Sex. Die Ärmsten wollen was zum Anziehen! Auch das Internet-Foto aus Bora Bora, auf dem eine obenrum unbekleidete Heidi Klum eine Palme umarmt, können nur Pflanzenfetischisten als lüstern empfinden. Vielmehr hat sich Heidi vermutlich nur nach etwas Zuneigung gesehnt, oder ihr ist einfach kalt gewesen.

2013 Time 100 Gala - Arrivals Kein „Vollweib“ mehr: Nach Angaben der Zeitschrift „In“ hat Christina Aguilera rund 20 Kilogramm verloren © AFP Bilderstrecke 

„Eine Granate im Bett“

Eine gewisse Lüsternheit zu eigen scheint Gwyneth Paltrow zu sein, die ihrem Mann Chris Martin zufolge „eine Granate im Bett“ ist. Seine in Bunte überlieferte Begründung: „Seit sie sich makrobiotisch ernährt, hat sie Energie wie ein Schnellzug.“ Vielleicht ist sie auch einfach nur ausgehungert?

Bewegt hat uns das Schicksal von Tamara Ecclestone, auf das Intouch hinweist: Laut Recherchen des Blattes absolviert die Milliardenerbin auf Korsika ihren „16. Holiday-Trip in diesem Jahr“. Sechzehnmal Urlaub, das stellen wir uns unglaublich öde vor, und anstrengend ist es auch: „Es ist gar nicht so einfach, für jeden Urlaubstag den passenden Bikini zu finden“, soll Ecclestone geklagt haben. Noch lästiger wäre uns nur, was laut In Christina Aguilera widerfährt: Sie bekommt nämlich „alle 30 Minuten eine Fußmassage“. Zu jeder Tages- und Nachtzeit? Und wie lange mag so eine Massage dauern, am Ende gar eine halbe Stunde?

Mit Aguilera ist In übrigens ein bisschen böse: „Sie wollte doch ein Vollweib sein“, und nun hat sie zwanzig Kilo abgenommen: „Dort, wo es vor ein paar Wochen (!) noch gemütlich wabbelte, ist jetzt nirgends mehr Speck zu sehen.“ Verräterin! Gut, dass wir noch den Vollkerl Boris Becker haben, der sich auf Formentera, wie Frau im Spiegel beobachtet, „mit pfundigen Problemzonen“ präsentiert und „lieber möglichst verhüllt baden“ geht. Auf den Beweisfotos schleppt sich Becker im nassen Poloshirt zurück zum Strand, und er hat Glück, dass Greenpeace grad woanders war: Man hätte ihn glatt zurück ins Meer hieven können. Sympathisch aber, wie sich laut Bild Becker auf Twitter gegen seine Kritiker wehrt: „Ich stehe zu meinem Körper! Er hat schon sehr viel geleistet und hat sich eine Auszeit verdient!“ Da haben wir volles Verständnis: Wie viele Auszeiten haben wir schon unserem Körper gegönnt, obzwar der kaum was geleistet hat.

Im Urlaub mit „vier knackigen Ladys“

Ihren Hirnen eine Auszeit haben mal wieder die Leute von Bild gegönnt, jedenfalls derjenige, der behauptet hat, Sylvester Stallone habe im Urlaub „vier knackige Ladys“ um sich. Gemeint sind Stallones Gattin und die drei Töchter: sechzehn, fünfzehn - und zehn Jahre alt. Geht’s noch, Bild? Bitte mal ganz schnell kalt duschen gehen.

Ein seltsam anmutendes Erlebnis schildert Philipp Rösler zur Demonstration der angeblich wachsenden Beliebtheit seiner Partei: „Gestern war ich in Bayern in einem zünftigen Biergarten. Junge Männer in Lederhosen baten mich, Autogramme auf ihre Arme zu schreiben“, erzählt er Bunte. Da würden wir mal vermuten, Herr Minister, dass diese Typen komplett besoffen waren. Oder waren Sie es selbst?

Wie viel Alkohol bei den Titel-Schlagzeilen von Das Neue im Spiel ist, wissen wir nicht. Vor einiger Zeit hatte das Blatt sich etwas zusammenphantasiert über die Guttenbergs, die sich wegen ein paar Straftätern in ihrer amerikanischen Nachbarschaft sorgten, und kassiert für den Quatsch nun die verdiente Gegendarstellung: „Weder haben wir Angst um unsere Töchter, noch gibt es Nächte voller Sorge“, lassen die Guttenbergs auf der Titelseite verkünden. Was andererseits eine recht forsche Aussage ist: Wir haben ja ebenfalls Töchter, und wir würden nie behaupten, nicht ab und an Angst oder Nächte voller Sorge zu haben.

Jetzt aber müssen wir ganz schnell zum Zahnarzt. Wir gehen mit einem breiten Lächeln hin. Allein kriegen wir nämlich diesen blöden Stift nicht mehr heraus.

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Quelle: F.A.S.

 
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