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Herzblatt-Geschichten Gebrochene Omaherzen

25.01.2009 ·  Sie finden die Erwähnung unserer Redaktionsassistentinnen primitiv? Dann geht es Ihnen wie Frau F. Lederer. Ein bisschen schmerzt uns diese Klage natürlich schon. Wir antworten kurz. Danach die wichtigen Themen wie halterlose Strümpfe, Finanzkrise und Dschungelcamp.

Von Peter Lückemeier
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Sehr geehrter Herr oder sehr geehrte Frau F. Lederer, vielen Dank für Ihre Mail, in der Sie Klage über die Erwähnung unserer Redaktionsassistentinnen führen. Unter anderem schreiben Sie: „Alle unsere Freunde, ebenfalls Abonnenten, finden es äußerst primitiv.“ Ja, sagen Sie, F. Lederer, Sie und alle Ihre Freunde lesen Woche für Woche etwas, das Sie primitiv finden? Warum tun Sie das? Und hören Sie, F. Lederer, so ein bisschen schmerzt es uns natürlich schon, dass Sie das Wort „primitiv“ verwenden. Denn wenn Sie unsere neue Assistentin Lea (24) aus der Republik Moldau sehen würden mit ihrem schwarzen Haar, der grazilen Gestalt, dem strahlenden Lächeln und den oberschönen, freundlichen, rassigen Zügen - ein solch goldiges Zauberwesen mit dem Begriff „primitiv“ in Verbindung zu bringen würde Ihnen sofort ein schlechtes Gefühl geben und Ihrem Freundeskreis hoffentlich auch.

Jetzt aber zu den noch wichtigeren Themen wie halterlose Strümpfe, Finanzkrise und Dschungelcamp. „Sind Sie in der Liebe“, fragt Bunte ungewohnt lüstern die Schauspielerin Anja Kruse, „eigentlich verspielt und überraschen Ihren Partner oft mit sexy Dessous?“ Und statt zu sagen: „Ey, habt ihr einen an der Waffel, was geht euch das denn an?“, antwortet Anja Kruse treudoof: „Ich stehe auf halterlose Strümpfe, die ich meistens sogar unter dem Dirndl anhabe.“

„Bussibussi-Tussi“

Echt interessant, aber jetzt zur Finanzkrise. Wir sind der festen Überzeugung, dass nur Bescheidenheit, Demut und heftiges Gürtelengerschnallen uns innerlich durch die Rezession tragen werden. Und dafür haben wir auch Kronzeugen. Es sind „Die Amigos“, und Neue Welt hat recht, wenn das Blatt die beiden Brüder Bernd und Karl-Heinz „eins der erfolgreichsten deutschen Musikduos aller Zeiten“ nennt. Mit Liedern wie „Mein Opa“ oder „Gebrochene Kinderherzen“ haben sich die beiden in Millionen von gebrochenen Omaherzen gesungen, in ihren weißen Anzügen sind sie ein echter Albtraumanblick - und dennoch, wir lieben „Die Amigos“, weil sie so bescheiden geblieben sind. Neue Welt erinnert den Bernd, dass er sich von seinen Goldenen Schallplatten einen Porsche, einen Ferrari und viele Brillantringe leisten könnte, doch der winkt ab: „Ach hör auf! Braucht kein Mensch!“ Das ist gut und vorbildlich, Bernd. Und du, Anja Kruse, du verzichtest ab sofort auf halterlose Strümpfe. Braucht auch kein Mensch, dann lieber Strapse!

In der Sendung aus dem Dschungel aber galt die inzwischen schmerzverzerrt ausgeschiedene Giulia Siegel ja als eine der Hauptakteurinnen, die selbst den Kontakt mit Ratten und Kriechgetier nicht scheute, doch die Meinungen über sie gehen weit auseinander. Während Bunte ein eher gnädiges Porträt von ihr zeichnet und vor allem ihren Wunsch betont, immerdar geliebt zu werden, stellt der stern sie als „Bussibussi-Tussi“ dar und meint: „Bei Bedarf kann sie eine ganz schöne Zicke sein.“ Was möglicherweise auch für die Ex-Dschungelkönigin Desirée Nick gilt, denn sie sagt in Das Neue Blatt über den jungen Mann, der auch im Camp mitspielt und auf den unglücklichen Namen Nico Schwanz hört: „Man wird sehen, ob er hart genug ist.“ Auch von einer weiteren Fernseherfolgssendung im Doof-TV ist jetzt wieder viel die Rede, der neuen Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“.

Herr Bundeskanzler Dr. Schröder

Deshalb führt Bunte auch ein Interview mit dem Juror Dieter Bohlen, der nicht nur gefürchtet ist für seine harten Sprüche („Nicht alles, was zwischen zwei Backen rauskommt, ist 'ne Stimme“), sondern von dessen Selbstbewusstsein sich selbst Gerhard Schröder ein ungefärbtes Strähnchen abschneiden könnte. Gefragt, ob die Superstar-Sendung ohne Bohlen überhaupt vorstellbar sei, meint der Sangeskünstler: „Ja, das ist vorstellbar. Aber eben erfolglos.“ Apropos Schröder: Bunte berichtet über eine gemeinsame Veranstaltung des Exkanzlers mit Franz Vranitzky, bei der der ehemalige österreichische Regierungschef immer vom „Herrn Bundeskanzler Dr. Schröder“ gesprochen habe: „Der, wiewohl nie promoviert, lässt das unwidersprochen stehen.“

Als wir den Herrn Bundeskanzler Dr. Schröder damals zum ersten Mal sahen, waren wir übrigens erstaunt, wie relativ klein er im wirklichen Leben ist, nämlich 1,74 Meter. Komisch, dass das Fernsehen es nicht schafft, einen stimmigen Eindruck von der Körpergröße eines Menschen zu vermitteln. Deshalb ist Bunte sehr zu loben, weil das Blatt nachgemessen hat: Der Größte in der Riege der Royals ist Spaniens Kronprinz Felipe. Mit 1,97 Meter überragt er weit seine hübsche zarte Gattin Letizia, die es nur auf 159 cm bringt. Auch die Queen ist mit 1,63 Metern nur vier Zentimeter größer, dagegen zeigen Máxima der Niederlande (1,78 Meter) und Mette-Marit von Norwegen (1,82 Meter) wahres Gardemaß. Unsere Lea aus Moldau ist übrigens genauso groß wie Schröder, sieht aber hübscher aus. Und jetzt schauen Sie mal weg, F. Lederer, sie hat nämlich auch tolle Maße, nämlich 90, 59, 89, hehe.

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Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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