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Veröffentlicht: 04.08.2012, 19:23 Uhr

Herzblatt-Geschichten Ganz fern vom Kitsch

„Sie ist Raucherin“, schreibt „Bild“ über Helmut Schmidts neue Liebe. Da nimmt man es ihm nicht einmal übel, dass die Auserwählte deutlich jünger ist als er. Guido Westerwelle gibt unterdessen ein Interview auf dem Obersalzberg.

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© dapd Helmut Schmidt mit seiner neuen Lebensgefährtin Ruth Loah

Die Liebesgeschichte des Jahres: Helmut Schmidt (93) hat eine neue Lebensgefährtin, und ganz Deutschland freut sich. „Sie ist Raucherin“, frohlockt Bild und lässt den Altkanzler auf seiner Titelseite Rauchkringelchen in Herzform auspusten. Dienstag sitzt er bei Maischberger. Und man nimmt es Schmidt nicht einmal übel, dass seine Neue, wie bei so vielen Männern, deutlich jünger ist als er selbst: Sie ist erst 78.

Jörg Thomann Folgen:

Nicht ganz so populär wie Kollege Schmidt ist Guido Westerwelle. Unser recht unbemerkt immer noch amtierender Außenminister empfängt Bunte zum Urlaubsinterview, um „über Werte und Heimat“ zu sprechen. Am Vorabend war er in Bayreuth, jetzt trifft er Bunte auf dem Obersalzberg, und prompt „kommt ein Schäferhund an unseren Tisch“, schreibt Bunte, der auf den feinen deutschen Namen Fritz hört; Gelegenheit für Westerwelle, zu erwähnen, dass er selbst mal zwei Schäferhunde hatte. Sollte er die Absicht gehabt haben, sich in dem Interview neu zu positionieren, so ist dies vollends gelungen: Heimat, Bayreuth, Obersalzberg, Schäferhund - der einzige Politiker, mit dem man diesen Wertekanon bislang verband, war jedenfalls kein FDP-Mitglied.

„Intouch“-Horoskop bereitet Kopfzerbrechen

Weniger mit dem Musikfestival von Bayreuth als vielmehr mit dem von Salzburg hält es Ben Becker. „Salzburg ist wie Disney World. Die nehmen sich alle furchtbar wichtig, zeigen trotzdem gute Kunst und haben viel Spaß dabei“, sagt der Schauspieler in Bunte. Super Vergleich: Vor allem die sieben Zwerge nehmen sich in Disney World ja furchtbar wichtig, und trotzdem - große Kunst.

Gar keinen Spaß hat Aktuelle-Leserin Elke Feilbach aus Düsseldorf. Auf der Leserbriefseite des Blattes, wo man immer so herzhaft Prominente beschimpfen kann, teilt sie mit: „Meiner Meinung nach war das Ehepaar Wulff mehr als o.k.! Wie weit ist es mit unserem Land gekommen, dass ein DDR-Pfarrer (alleine das ist schon sehr fraglich) und seine Lebensgefährtin meinen, sie könnten einem Land vorstehen? (...) Auf jedem Fall (sic) ist dieses Paar das Schlimmste, was unserem Land je passieren konnte!“ Kann es sein, dass sich noch immer ein gewisser Graben zieht durch unser Land, zumindest aber durch das Hirn der Aktuelle-Leserin Feilbach?

New Faces Award Fashion 2012 in Düsseldorf Beugt Knitterfalten vor, indem er Autofahrten „liegend bestreitet“: „Topmodel“-Juror Thomas Rath. „Beim Aussteigen sehe ich dann immer noch aus wie … © dpa Bilderstrecke 

Freuen wir uns lieber mit der Das-Goldene-Blatt-Leserin Waltraud Schenkel, 44867 Bochum: „Vielen herzlichen Dank für den Scheck von 50 Euro - meinen Gewinn aus Heft Nr. 24“, schreibt sie. Direkt darunter findet sich ein Leserbrief von Waltraud Schenkel, 44867 Bochum: „Danke, liebes Team von Das Goldene Blatt! Über meinen Gewinn bei den Rätseleinsendungen habe ich mich sehr gefreut.“ Kann es sein, dass bei Preisausschreiben des Goldenen Blatts immer nur Waltraud Schenkel gewinnt? Wir machen da dann lieber nicht mit. Kopfzerbrechen genug bereitet uns auch schon unser Horoskop in Intouch: „Probieren Sie schokofarbenen Nagellack! Passt toll zu brauner Haut.“ Den Nagellack zu besorgen sollte kein Problem sein, doch wo kriegen wir die braune Haut her? Muss es unsere eigene sein?

Heuchelei der Woche: Nachdem Heidi Klums Nochgatte in einem Werbespot die gemeinsamen Kinder präsentiert hat, welche seine Frau stets vor der Öffentlichkeit zu schützen suchte, echauffiert sich Die Aktuelle mit der Schlagzeile: „Lass die Kinder aus dem Spiel, Seal“ - und druckt, wie es zuvor schon die Bild-Zeitung tat, ein Foto ebenjener Kinder. Die ehrlichste Antwort der Woche hingegen gibt im Neuen Blatt Howard Carpendale auf die Frage, ob er bei der Hochzeit seines Sohns Wayne etwas singen werde: „Mein Sohn und ich sind uns einig, uns ganz fern vom Kitsch zu halten.“ Heißt im Klartext: Nein, Howie wird auf gar keinen Fall singen. Über Wayne sagt Carpendale dann noch: „Er ist einfach ein dufter Typ, den ich auch gerne als Freund hätte.“ Vielleicht liest Wayne ja diese Zeilen und freundet sich mit seinem Papa an.

„Beim Aussteigen sehe ich aus wie frisch gebügelt!’

Praktische Tipps fürs tägliche Leben liefern von In befragte Halbprominente: Moderatorin Milka Loff Fernandes etwa „zieht sich mit einer Tüte über dem Kopf an, um Make-up-Flecke zu vermeiden“. Weiterer Vorteil dabei: Das Anziehen geht dann sehr, sehr schnell, weil man fertig sein muss, bevor der Sauerstoff knapp wird. „Topmodel“-Juror Thomas Rath wiederum „beugt Knitterfalten vor, indem er Autofahrten liegend bestreitet: ,Beim Aussteigen sehe ich dann immer noch aus wie frisch gebügelt!’“ Da hoffen wir, dass er bei diesen Fahrten nicht selbst am Steuer sitzt, sonst könnte er bald total geplättet aussehen.

Wie wichtig das äußere Erscheinungsbild ist, weiß auch OK: „Es gibt sogar Studien, die besagen, dass adrett gekleidete Menschen öfter Gegenstände wie Geldbeutel, Schlüssel oder Regenschirm hinterhergetragen bekommen als andere“, schreibt das Blatt. Und tatsächlich: Seit wir uns endlich ein bisschen adretter kleiden, werden uns ständig Geldbeutel, Schlüssel und Schirme hinterhergetragen. Gehört zwar alles nicht uns, aber wir freuen uns trotzdem.

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Quelle: F.A.S.

 

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