18.02.2007 · Die Gefahren lauern überall: Orientierungslose Männer sehen sich dieser Tage wieder von Frauen in sexy Kätzchen- oder Häschenkostümen angelockt. Neue Herzblatt-Geschichten, unter anderem mit Horst Seehofer, Christian Wulff und Manfred Krug.
Von Peter LückemeierLiebe Männer! Sie halten nichts von Karneval? Allein der Tonfall gereimter Büttenreden macht Sie krank? Schön und gut. Aber kennen Sie überhaupt die erotischen Komponenten der Fastnacht? Eben. Weil Sie ja auch nicht Frau im Spiegel lesen. Dort steht schwarz auf weiß, wie heiß es in Köln zugeht, wie hemmungslos und verdorben: „Die Frauen nutzen schamlos die Verkleidungspflicht, schlüpfen in sexy Kätzchen- oder Häschenkostüme, um orientierungslose Männer anzulocken.“ Na, dann mal Helau und schnell eine Fahrkarte nach Köln bestellt, morgen ist Rosenmontag.
Oder ist Ihnen statt der karnevalshastigen Fleischeslust doch die tiefe, die ruhige und herzenswarme Liebe lieber? Dann orientieren Sie sich bitte an Alexandra von Dänemark und Wayne Carpendale. Der definiert in Frau im Spiegel die Liebe als etwas ganz Großes: „Sie ist der Versuch, miteinander über sich hinauszuwachsen.“ Schön gesagt, aber sagen lässt sich manches, noch überzeugender sind Taten. Prinzessin Alexandra hat vorgemacht, dass man für die Liebe auch Opfer bringen muss. Die Ex-Frau des dänischen Kronprinzen Joachim heiratet am 3. März einen fünfzehn Jahre jüngeren Fernsehtechniker und muss dafür nach Darstellung von Revue ihren Prinzessinnen-Titel ablegen. Sie trägt dann den etwas popeligen Titel einer Gräfin von Frederiksborg, „und ihre jährliche Apanage wird um die Hälfte, auf 115.000 Euro, gekürzt“.
Zauber des Neubeginns
Einer verblichenen Lieben widmet sich Revue. Das Blatt analysiert die Beziehung Christian Wulffs, des niedersächsischen Ministerpräsidenten mit der unangenehm tief im Rachen sitzenden Quäkstimme, zu Frau und Geliebter: „In Christian Wulffs Leben steckt so viel harmonischer Schwung, ein Zauber des Neubeginns, der für alles Weitere offen scheint.“ Über seine fünfzehn Jahre jüngere Geliebte: „Ja, Bettina schmückt ihn. So groß, so schlank, im roten Ball-Dress ganz elfenhafte Schönheit.“ Seine Noch-Gattin aber muss sich in den Sattel schwingen und sich mit anderen Zuneigungen zufriedengeben: „Die Liebe zu einem Pferd ist eine besondere, sehr tiefe Liebe.“
Übrigens kann auch Geschwisterliebe enorme Intensität entfalten. Roger Krug (67) zum Beispiel nennt in herzlichster Offenheit seinen Bruder Manfred Krug (70) „unangenehm, rechthaberisch und geizig wie Dagobert Duck“. Und setzt nach: „Ich kann mit meinem Nachbarn besser leben als mit meinem eigenen Bruder. Weil der hilfsbereiter und großzügiger ist.“ Das klinge jetzt aber leicht verbittert, sagen die Menschenkenner von Bild. „Überhaupt nicht“, entgegnet der jüngere Bruder, „ich bin ein sehr lustiger Mensch. Aber einer muss doch mal sagen, dass mein Bruder ein Arsch ist.
Dunkle Quellen
So mag es sein, und irgendwer muss doch auch einmal sagen, wie es um Horst Seehofer steht. Zum Beispiel Bunte. In einem beispielhaften Akt des investigativen Journalismus haben die Redakteure Horst Seehofers erste Gattin ausfindig gemacht und zum Sprechen gebracht: „Er hat nie ehrlich mit mir geredet“, sagt sie heute. „Ich ahnte ja längst, dass es eine andere Frau gab. Aber auf Fragen bekam ich nie Antworten.“ Doch dann macht Bunte etwas Gewagtes. Das Blatt zitiert dunkle Quellen („erzählt man sich im politischen Berlin“): „Vor allem die junge Freundin von Horst Seehofer leide unter seiner Art. Er kümmere sich derzeit überhaupt nicht um sie, habe keinen Kontakt mit ihr.“
Leider werden diese Zeugen aus dem politischen Berlin von Bild ad absurdum geführt: „Berlin, gestern, 9.36 Uhr“ steht unter dem Foto einer jungen Frau mit verdecktem Gesicht, die im Mantel mit hochgeschlagenem Kragen über die Straße geht: „Hier kommt die schwangere Geliebte aus Seehofers Wohnung.“ Nachbarn wissen: Seine langjährige Freundin (32) gehe in dem Haus ein und aus. Und das finden wir jetzt doch beruhigend, denn es wäre uns eine schlimme Vorstellung, wenn Seehofer gar keinen Kontakt zu der jungen Frau hätte. Wobei der Herr Seehofer schon problematische Züge zeigt. Vor einer Weile berichtete der stern: „Einmal habe eine Sekretärin zu ihm gesagt, er müsse auch mal seine Mitarbeiter loben, und da habe der nur erwidert: ,Wieso denn? Ich bin doch nicht der Pfarrer!'“
Marija fährt nach Köln
Was wir genausowenig leiden können, ist doppelte Moral. So hat sich Ragnhild, die Schwester König Haralds von Norwegen, oft abfällig über die bürgerliche Prinzessin Mette-Marit geäußert. Und hat dabei laut Bunte auf Mette-Marits unehelichen Sohn angespielt: „Umso peinlicher, dass ihr Mann vor einigen Monaten gestand, seit 16 Jahren eine Geliebte samt Tochter in London zu haben.“
Aber kleinen Moment mal, da kommt gerade eine süße junge Frau in einem engen Häschenkostüm ins Büro. „Bist du das, Marija?“ fragen wir. „Ja“, sagt unsere Assistentin und wackelt mit den Hasenohren, „ich fahre jetzt nach Köln.“ Wenn Sie sie treffen, Männer, sie ist ein bisschen naiv, nutzen Sie das bitte nicht aus.
Die Welt des Boulevards
Peter Lückemeier Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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