Wohltuend, dass uns in den Herzblättern nicht nur Prominente begegnen, sondern auch völlig normale Menschen wie diese Woche in Closer Erika (39). Wobei „völlig normal“ es nicht ganz trifft, ist Erika doch eine von geschätzt 200 Personen auf der Welt, die objektophil sind: Sie lieben Objekte. Das ist nicht zu verwechseln mit den oft schmerzlichen Kurzzeitbeziehungen die sexuell Aufgeschlossene etwa mit ihrem Staubsauger eingehen, oder mit fetischistischer Freude an Fahrzeugen oder Smartphones, nein, es handelt sich offenbar um tiefempfundene, wahre Liebe.
Erika zum Beispiel mochte einmal einen Kran sehr gerne, schätzte aber auch Flugzeuge und wurde Pilotin: „Dann verliebt sie sich in ein Samurai-Schwert und verlässt den Militärdienst.“ Ihre größte Liebe aber ist der Eiffelturm, den sie sogar geheiratet hat: „Als ich dort war, sprach er zu mir. Und ich habe ihn erhört.“ Leider wurde die Ehe nicht anerkannt. Trotzdem ist der Turm eine einleuchtende Wahl, von der sich manch männliches Subjekt eine Strebe absäbeln könnte: hochgewachsen, schlank, stahlharter Körper und jederzeit standfest. Anders als ein weiterer Liebhaber Erikas - die Berliner Mauer, die sich längst verkrümelt hat.
Die hohe Macht Kubicki
Mehr Ärger als Objekte machen menschliche Partner. „Seine Frau hat’s nicht leicht!“, empört sich Die Aktuelle über Markus Lanz, der „zu Hause seine junge Frau schuften“ lasse. Beweis für den „Macho-Alarm“ ist ein Foto, auf dem Frau Lanz Leergutkästen schleppt. Doch da hat Die Aktuelle ihren Paparazzo zu früh abgezogen. Closer nämlich zeigt außer Frau Lanz mit den Kisten auch Herrn Lanz mit Mülltüten - und zwar, wie das Heft frohlockt, in Alltagsklamotten: „Kein Anzug, keine polierten Schuhe, kein adrett gescheiteltes Haar wie in seinem ZDF-Talk.“ Und wir hätten gewettet, dass er sich selbst vor so einem Auftritt vorm Spiegel schick macht.
So wie Wolfgang Kubicki, der - hihi - „sexy Anwalt“ (Bunte) von der FDP. „Ich kann vieles. Aber ich glaube nicht, dass ich übers Wasser laufen kann“, sagt der Mann, den Bunte mal eben zum „Retter von der Waterkant“ ernennt. Indem er freilich betont, er „glaube“ es nicht, sagt er zugleich: Gänzlich ausschließen will er es nicht.
Kubicki oder andere höhere Mächte auf ihrer Seite hatte Stefanie Hertel, die mit ihrem Auto um ein Haar von einem umkippenden Laster zerdrückt worden wäre. „Todesangst um seine Stefanie - Stefan Mross - Jetzt kann uns nichts mehr trennen“, lautet prompt die Titelstory der Neuen Welt. Wobei 1) Hertel und Mross noch immer getrennt sind und 2) Mross so einen Satz gar nicht gesagt hat, schon gar nicht zur Neuen Welt.
Böse Nachrichten von Fußballergattinnen
Mross hat ja auch eine neue Freundin, wenn auch nicht mehr lange, wie Das neue Blatt meint. „Er hat die Augen im Gegensatz zu ihr geöffnet, genießt den Moment so gar nicht“, entnimmt die „Körpersprachen-Expertin Tatjana Strobel“ einem Foto, auf dem Mross’ Freundin ihn umarmt, und urteilt: „Ist das zwischen den beiden eine Beziehung mit Perspektive? Ich mache dahinter ein Fragezeichen!“ Alles andere wäre auch grammatikalisch falsch. Nicht so toll läuft es laut Bunte auch bei den Beckhams. Sie müsse auf zu vieles verzichten, habe Victoria geklagt, sie mache kaum Urlaub - und: „Seit Jahren habe sie mit Mann David nur Kinderfilme gesehen.“ Hat sie das denn nicht vorher gewusst, dass der Horizont vieler Fußballspieler ein wenig begrenzt ist?
Böse Nachrichten auch von einer anderen Fußballergattin: „Sylvie van der Vaart - Herzinfarkt-Drama“, meldet Echo der Frau auf seinem Cover. Deutlich kleiner dahinter steht: „um ihren Ehemann“. Noch kleiner dahinter hätte stehen müssen: „oder genauer gesagt um Fabrice Muamba, einen Fußballspieler der Bolton Wanderers, der während des Spiels gegen Rafael van der Vaarts Klub Tottenham Hotspur zusammengebrochen ist“. Aber versuchen Sie das mal alles auf eine Titelseite zu kriegen!
Sorge um das Haar
Tom Cruise sorgt sich derweil um sein Haar. „Nachts trägt er einen Spezialhelm für schlappe 699 Dollar“, so Freizeitrevue: „Der soll angeblich das Wachstum anregen.“ Das Wachstum des Haars oder das des kleinen Tom selbst? Sollte alles nichts helfen, könnte Cruise den Helm einfach auch tagsüber tragen, dann sieht man die Glatze nicht. Weniger eitel scheint Kollege Leonardo DiCaprio zu sein: „Er duscht nur ein paar Mal die Woche, um Wasser zu sparen“, schreibt In, „und sieht Deodorant als etwas Unnatürliches an.“ Schöne Geste von George Michael: Er, weiß Echo der Frau, „plant ein Konzert für die Ärzte, die ihm das Leben retteten. So bekommen 1000 Mediziner in Wien kostenlose Karten für das dortige Konzert.“ Da stand es wohl wirklich schlimm um ihn, wenn sich so viele Ärzte um ihn kümmern mussten.
Wir aber haben uns inzwischen feingemacht, denn wir bringen jetzt das Leergut runter. Und zwar zu der niedlichen, willigen, wohlgerundeten Tonne, die immer dann, wenn wir die Flaschen hineinstecken, so sinnlich scheppert. Da nehmen wir glatt in Kauf, dass sie so riecht wie Leonardo DiCaprio.