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Herzblatt-Geschichten Einfach ein Niemand

26.04.2009 ·  Hollywood-Star Hugh Jackman genießt den Rummel um seine Person - sogar, wenn Fans ihn in den Hintern beißen. Basketballer Dirk Nowitzki dagegen wäre manchmal gerne unsichtbar. Madonna möchte nur eines verschwinden lassen: ihr wahres Alter.

Von Peter Lückemeier
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Männer, Sie müssen jetzt ganz stark sein. Wir wissen, dass Sie oft davon träumen, dass Frauen sich vor Ihnen niederwerfen oder sich das T-Shirt hochreißen. Leider passiert das aber selten bis nie in Ihrem Leben. Und nun müssen Sie auch noch im stern zur Kenntnis nehmen, dass anderen Männern, zumal so gut aussehenden wie Hugh Jackman, durchaus solche enorme Frauenbegeisterung entgegenschlägt: „Einmal sprang eine Frau zu mir auf die Bühne, riss ihr T-Shirt hoch und rief: ,Hugh, ich liebe dich.'“ Und ein anderes Mal rief eine Frau aus dem Publikum: „Ich will in deinen Hintern beißen.“ Als er aber zurückgab, sie wolle sich doch bloß interessant machen, da „kam sie auf die Bühne und biss zu“. So betrachtet, Männer, können Sie jetzt wieder ganz froh sein, nicht so attraktiv auf die Frauen zu wirken, jedenfalls müssen Sie sich nicht mit solchen Hinterngedanken plagen.

„Es wird immer erträglicher“

In diesem Zusammenhang ein Wort zu dir, Schriftsteller Martin Walser (82). Wir schluckten doch ein wenig, als Frau im Spiegel unterstellte: „Sie sind ein treuer Mensch.“ Aber du stelltest dann doch gleich richtig: „Ich finde, Treue ist kein positives Wort. Es klingt für mich nicht hell, nicht freundlich.“

Ah ja, aber weißt du was, Martin Walser, wenn wir seit 59 Jahren deine Gattin wären, so läsen wir wahrscheinlich nicht gern, was du sagst: „Liebe ist wieder so ein Wort. Wir sind verheiratet, und das ist ein Hin und Her und Auf und Ab, und das hält sich und wird eigentlich immer erträglicher.“

Da gefällt uns doch eine Spur besser, was Walter Giller (81) in Neue Welt über seine auch nicht immer krisenfreie Ehe mit Nadja Tiller (80) sagt: „Zwischen uns gab es die stille Übereinkunft, dass ein fremder Mann oder eine fremde Frau unsere tiefe und langjährige Verbundenheit nicht wirklich gefährden kann.“ Als sich übrigens die beiden 1953 zum ersten Mal sahen, fragte Giller gleich forsch: „Was haben Sie die nächsten Tage vor? Wir könnten heiraten.“

Die motivierende Kraft der Frauen

Nicht ganz so positiv ging es bei der allerersten Begegnung von „Deutschlands schönstem Boxer“ Felix Sturm und seiner Jasmin zu. In Bunte erinnert sie sich: „Er trug so ein knallenges Hemdchen über strotzenden Muckis.“ Aber dann besann sich Jasmin doch eines anderen: „Ein paar Stunden nachdem ich den ersten Mucki-Schock verdaut hatte, fiel mir sein ehrliches Lachen auf.“ Tja, inzwischen sind die beiden verheiratet und schrecklich glücklich.

Dass aber Felix Sturm so ein toller Boxer mit großem Kämpferherzen geworden ist, das lag vor allem an seiner Mutti. Die war ein Freund offener Worte und sagte nach einem Fight auch schon einmal: „Was war denn das für ein Scheißkampf.“ Ja, man sollte den Einfluss der Frauen auf die Boxkämpfer nicht unterschätzen.

Auch Halbschwergewicht Graciano Rocchigiani muss sich einst von seiner Lebensgefährtin motiviert gefühlt haben, wenn sie ihm heiter zurief: „Hau ihm uff de Leber, Rocky!“

Nicht mehr die Nummer 1

Nur nebenbei gesagt: Sollte Ihr Sohn davon träumen, ein berühmter Boxer oder überhaupt Sportler zu werden, dann sagen Sie ihm getrost, dass das Leben als Sportstar keineswegs unanstrengend ist.

Der in Amerika zu Geld und Ruhm gekommene deutsche Basketballer Dirk Nowitzki sagt auf die Bild-Frage, mit wem er gern einmal tauschen würde: „Manchmal wäre es ganz schön, einfach ein Niemand zu sein. Einfach mal in ein Restaurant gehen, ohne Autogramme zu schreiben.“

Tja, die Menschen neigen halt dazu, nie mit dem zufrieden zu sein, was sie haben. Karl Moik, der Erfinder des „Musikantenstadls“, würde bestimmt gern noch Autogramme geben, aber er darf die Sendung nicht mehr machen und sagt in Das Goldene Blatt darob nicht wenig verbittert: „Du bist einfach, beinhart gesagt, nicht mehr die Nr. 1 - und fertig.

Verraten sie ihre Hände?

Völlig fertig scheint leider Camilla zu sein - die Ehe, der Suff, die Gesundheit. Echo der Frau weiß sogar: „Wie schlecht es Camilla geht, zeigt auch die Tatsache, dass sich der Hof nun schon um eine Grabstelle für die Herzogin kümmert.“

Glaubt man demselben Blatt, ist auch Madonna (50) fix und foxi: „Dick treten die Adern an ihren ausgemergelten Ärmchen hervor. Ihre Hände verraten, was Madonna verzweifelt zu verbergen sucht: ihr wahres Alter.“

Wenn wir das alles lesen, kommen wir zu der Einsicht, dass es uns vergleichsweise blendend geht: Wir sitzen täglich in Restaurants, ohne Autogramme geben zu müssen, unsere Ärmchen sind noch nicht ausgemergelt, Frauen wollen uns keine schmerzhaften Bisse zufügen, und der britische Hof sucht auch noch nicht nach unserer Grabstelle, hoffen wir jedenfalls.

Ja, und dann haben wir, ähm, stotter, auch wieder eine neue süße Redaktionsassistentin. Sie heißt Andreja (24), stammt aus Kroatien und hat eine unfassbar gute Figur. Wir haben sie zum Auftakt unserer Zusammenarbeit in ein Restaurant eingeladen, aber stellen Sie sich vor: Sie ist so wahnsinnig schön, dass sie dauernd Autogramme geben musste.

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Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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