31.05.2009 · Achtung, Macho-Promis: „Die Weiber sind alle geil auf mich“, glaubt Rolf Zacher. Schauspielkollege Leon Boden freut sich über die Affäre seiner Frau, weil er selbst eine hat. Und Keith Richards überrumpelt mit seinen Kusskünsten deutsche Moderatorinnen.
Von Peter LückemeierAuf immer bleibt einem doch der Mensch ein Rätsel. Er geht Neigungen nach, die niemand nachvollziehen kann, er tut Dinge, die keiner versteht. So hat jetzt Bild über ein Buch berichtet, in dem Menschen ihre seltsamen Vorlieben oder Marotten beichten. Ein Spaßvogel zum Beispiel schraubt vor dem Verlassen eines Lokals stets die Salzstreuerverschlüsse so auf, dass sie zwar geschlossen erscheinen, dass aber der nächste Gast die komplette Ladung Salz in sein Essen kippen wird. Ein anderer bestellt online seinem Nachbarn Zeugen Jehovas ins Haus. Und ein Dritter gesteht: „Ich wohne im 3. Stock und spucke gern Leuten von meinem Balkon aus auf den Kopf. Damit es keiner merkt, halte ich dabei immer eine Gießkanne in der Hand.“
Aber wenn Sie das jetzt irre finden, dann sollten Sie zur Kenntnis nehmen, dass solch abweichendes Verhalten sich nicht auf unbekannte Menschen beschränkt - auch der Komiker Karl Dall hatte vor einiger Zeit berichtet, früher habe er im Supermarkt gern die Würzmischungen aus Miracoli-Packungen entwendet, darauf muss man auch erst einmal kommen.
Affäre? Na wunderbar!
Aber genug damit, wir haben für Sie ja wieder die Knallpresse ausgewertet und müssen Ihnen leider als Erstes mitteilen, dass die mögliche Fürstin von Monaco, Charlene Wittstock, wie wir der Bunte-Lektüre entnehmen, nicht die Hellste ist: „Bei Büchern bin ich nicht sehr wählerisch. Ich suche eines aus, lese es, lege es wieder weg, lese ein neues.“
Sodann wollen wir unsere Leserinnen warnen: Sollten Sie einen Geliebten haben, geben Sie es bitte nicht zu! Sonst widerfährt Ihnen das Gleiche wie Jutta Boden. Die Frau des Schauspielers Leon Boden beichtete ihrem Mann, „dass sie vor lauter Einsamkeit und Nichtgeliebtwerden eine Affäre begonnen habe“. Frau Boden in Bunte: „Da passierte das für mich bis heute Unfassbare. Leon konterte ganz gelassen: ,Na wunderbar, ich habe auch eine Beziehung zu einer anderen.'“ Die Ehe ging natürlich auseinander.
Was nicht hätte sein müssen, hätten sich Herr und Frau Boden an die im selben Heft ausgesprochene Maxime der Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer gehalten: „Die Kunst ist doch, zusammenzubleiben, auch wenn man den Partner gerade entsetzlich blöd findet. Erst dann zeigt sich, wie sehr man sich liebt.“
Ein Zungenkuss von Keith Richards
So etwas Ähnliches wie Liebe muss es auch zwischen der Milliardärin und greisen L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt (86) und ihrem Hausfreund François-Marie Banier (61) sein. Die alte Dame hat dem Mann, der sie unterhält und amüsiert, viel Geld geschenkt, worüber es in der Familie Bettencourt laut stern zu einer Schlammschlacht kam, „die sich auch mit den besten Produkten des Hauses nicht wegschminken lässt“.
Nun wüssten wir auch nicht, wie sich Schlammschlachten wegschminken lassen, doch egal, der Mann soll Schätze im Wert von knapp einer Milliarde Euro zugesteckt bekommen haben, aber was hat Madame dem Ermittlungsrichter mitgeteilt, der die Sache im Auftrag der Familie untersucht: „Auch wenn es sich um Summen handelt, die, absolut gesehen, bedeutend sind, so sind sie doch, verglichen mit meinem Gesamtvermögen, durchaus angemessen.“
Sehen Sie, solch ein unterkühltes Selbstbewusstsein gefällt uns, man muss ja nicht gleich so auftrumpfen wie der deutsche Schauspieler Rolf Zacher (68), der in Das Goldene Blatt behauptet: „Die Weiber sind alle geil auf mich.“
Da scheint es bei Männern so einen seltsamen Automatismus zu geben: Haben sie gute Chancen bei einer Frau, so glauben sie rasch, es müsse für alle gelten. Wie denn auch die Moderatorin Frauke Ludowig (63) in Frau im Spiegel über den Stones-Gitarristen Keith Richards (91) berichtet: „Er gab mir überfallartig einen Zungenkuss.“
Auf frischer Tat ertappt
Wollen wir kurz noch nach England blicken? Da steht es leider auch nicht zum Guten. 7 Tage muss sogar einen schlimmen Verdacht äußern: „Prinz Philip - Ist er seiner Geliebten hörig?“ Der alte Herr, mit seinen 87 noch bemerkenswert rüstig, wurde abermals neben seiner „Dauergeliebten“ Lady Romsey erwischt: „Fröhlich lachten die beiden miteinander, flirteten - bis sie die Fotografen entdeckten. Man merkte sofort: Das Paar fühlte sich auf frischer Tat ertappt.“
Zum Schluss eine Geschichte, die uns tränenblind rührte: Die Amerikanerin Kelly trifft in New York einen Mann. Gut aussehend, nettes Lachen. Kelly in Neue Welt: „Erst Monate später erfuhr ich, dass ich damals einem leibhaftigen Prinzen meine Telefonnummer gegeben hatte.“ Und nun heißt sie Erbprinzessin Kelly von Sachsen-Coburg und Gotha. Der Prinz: „Es ist die Geschichte eines Mannes und einer Frau und sonst nichts.“ Schön, was?
Aber ähnlich ist das auch zwischen uns und unserer neuen grazilen Redaktionsassistentin Freja aus Schweden. Wir zwei gehen jetzt mal auf den Balkon im fünften Stock des F.A.Z.-Gebäudes. Guter, tiefer Ausblick. Wir stehen dann Hand in Hand. Und spucken. Eine Gießkanne haben wir auch dabei.
Die Welt des Boulevards
Peter Lückemeier Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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