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Herzblatt-Geschichten Ein Dialog mit der Katze

Engel auf der Tastatur, Teufel auf den Schultern: Die norwegische Prinzessin Märtha Louise schreibt ein geheimnisvolles Buch, Til Schweiger schickt zwei Tonnen Nutella an die Front in Afghanistan und Prinz Harry verliert beim Strip-Billard.

© dpa Vergrößern Jede Katze hat ihr eigenes Vokabular. Was uns diese wohl sagen will?

Wir sollten wirklich aufhören, bei der Herzblatt-Lektüre auf unser Horoskop zu schauen. „Hoffentlich haben Sie Urlaub“ teilen etwa unsere Sterne unverblümt in Bunte mit. „Sie haben zwar die Kraft, Ihre Ziele zu erreichen, allein die Ziele, die sich anbieten, sind nicht gerade eine Offenbarung.“ Na großartig. Wir haben nämlich keinen Urlaub, und wenn wir die Sterne mit ihrem Ziel-Geschwafel recht verstehen, dann läuft das heute hier auf eine richtig miese Schlusspointe hinaus.

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Da wird dann auch kein Engel mehr helfen. „Engel und ihre Geheimnisse“ heißt ein Buch der kauzigen Norwegenprinzessin Märtha Louise, und während sie es schrieb, hat sie Bunte verraten, saß „ein Engel auf Märthas Tastatur: ,Er war nicht größer als eine Puppe und leuchtete golden.’“ Also, wir könnten so nicht arbeiten, schon das Leuchten würde uns irre machen. Aber bei uns, während wir diese Kolumne schreiben, sitzt ja auch kein Engel auf der Tastatur, sondern ein niedliches kleines Teufelchen, das ist längst nicht so grell, es müffelt allerdings ein wenig nach Schwefel.

Fast wie Sankt Martin

Und welcher Teufel ist auf Prinz Harrys Schultern nach Las Vegas galoppiert? Der junge Royal hat es nicht leicht: Zieht er was an, dann meckern die Leute (Nazi-Uniform beim Kostümfest, 2005); zieht er was aus, ist es auch verkehrt. In Vegas hat er erst eine Pool-Party gefeiert und dann Strip-Billard gespielt, was vor allem dann keine gute Idee ist, wenn man ohnehin nur eine Badehose anhat. Mit den Regeln des Spiels sind wir nicht vertraut; eines der Fotos, das den nackten Prinzen und unmittelbar hinter ihm eine nackte Dame zeigt, deutet auf ein gemischtes Doppel hin. Ein letztes Staatsgeheimnis immerhin bleibt bewahrt, weil Harry seine „Kronjuwelen“ (© Bild, Tagesspiegel, Focus online, Welt online und viele, viele weitere) mit den Händen schützt.

Prinz Harry Der junge Royal hat es nicht leicht: Egal ob Prinz Harry etwas anzieht oder nicht, irgendwas ist immer falsch © dpa Bilderstrecke 

Englands Presse traute sich erst nicht, die Fotos zu drucken; The Sun stellte stattdessen obiges Bild mit einem Redakteur und einer Redakteurin nach (gut, dass Bild keine solchen Ideen hat und Kai Diekmann und Franz Josef Wagner posieren lässt). Tags darauf druckte die Sun die Fotos doch. Wirklich schaden dürfte die Episode Harry nicht, zumal er, wie er das leibchenlose Mädchen hinter sich schützt, fast wie Sankt Martin rüberkommt. Steht nur zu hoffen, dass er, sollte er doch mal regieren müssen, beim Spiel mehr Glück hat und nicht das halbe Königreich an einen gewieften Schurkenstaatler verliert.

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Generös war auch Til Schweiger, als er beim Besuch des Bundeswehr-Camps in Masar-i-Scharif merkte, „dass keine Nutella auf den Tisch kam“, wie Bunte berichtet. „Da besorgte er zwei Tonnen (!) des süßen Aufstrichs und ließ sie an die Front fliegen.“ Hauptsache, die Mission des Nutellabombers geht nicht nach hinten los; die Schokopampe löffelt ja auch unsere Nationalelf, und die hat noch jedes entscheidende Spiel verloren. Gesünder mag es Costa Cordalis, der verdächtig faltenlos und mit einem „Lächeln aus Beton“ daherkommt, auf Bild-Nachfrage aber sagt: „Ich sehe so jung aus, weil ich viel Gemüse esse und jeden Tag Sport mache.“ Ja, nee, is’ klar, Costa.

„Vergiss die doofe Giraffe“

Wie wichtig gesundes Leben ist, zeigt eine in Bunte präsentierte Studie: „Mönche leben im Schnitt vier Jahre länger als ihre männlichen Altersgenossen außerhalb der Klostermauern.“ Doch will man, wenn man schon im Kloster hockt, die Zeit noch unnötig verlängern? Und was genau meint Matthias Reim („Verdammt, ich lieb mich“), wenn er im Goldenen Blatt sagt: „Für viele Ostdeutsche bin ich schon wie Michael Jackson“? Eigentlich sieht Reim doch noch ganz lebendig aus. Etwas unglücklich drückt sich auch Schauspielerin Salma Hayek aus, wenn sie laut Bunte behauptet: „Es ist einfacher, einen Oscar zu bekommen als einen guten Ehemann.“ Einen Oscar hat sie noch nicht, wohl aber einen Ehemann, ihrer Logik zufolge freilich keinen guten.

Wenn sich die Menschen schon untereinander kaum verstehen, wie soll es mit den Tieren klappen? Helfen will das im Goldenen Blatt beworbene Werk „So sprechen Sie mit Ihrer Katze“ zum sensationellen Preis von 39,50 Euro. Es ist nämlich so, „dass Katzen versuchen mit uns zu sprechen. Doch wenn der Mensch nicht in der Lage ist, zu antworten, dann verliert die Katze mit der Zeit ihr Interesse an einem Dialog mit dem Menschen.“ Dabei „gibt es ein sogenanntes Grundvokabular, das für alle Katzen gilt. Darüber hinaus, (sic!) hat jede Katze ihr eigenes Vokabular.“ Frage an die Experten: Wenn unser Kater uns das Gesicht zerkratzt und aufs Sofa pinkelt, gehört das noch zum Grundwortschatz, oder ist das schon seine eigene Sprache?

Nun zu etwas völlig anderem: Die neue Gattin des Komikers John Cleese, den seine letzte Scheidung fast 18 Millionen Euro kostete, hat laut Frau im Spiegel versprochen: „Ich werde alles unterschreiben, um zu beweisen, dass ich nichts von dir will - außer die Katze und die Giraffe.“ Die Giraffe?

„Vergiss die doofe Giraffe, es zählt nur die Katze“, sagt plötzlich eine Stimme. Wir blicken uns um, doch da ist niemand - nur der Kater. Schon blöd: Unser Bunte-Horoskop hat wirklich recht gehabt.

Quelle: F.A.S.

 
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